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Regional „Unsere Musik hat Persönlichkeit“
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13:40 30.09.2019
Am 5. Oktober gastiert Henrik Freischlader mit neuer Band in der Musa Quelle: r
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Göttingen

Er liebt die Live-Show: Henrik Freischlader ist Deutschlands bekanntester Bluesmusiker und gibt auf der Bühne alles. Seine Konzerte sind legendär und vereinen Blues mit Rock und viel Spielfreude. Am Samstag, 5. Oktober gastiert er mit neuer Band in der Musa. Dem Tageblatt verriet der 37-Jährige im Gespräch, wie seine Eltern ihn zum Blues brachten und wie ihm Helge Schneider aus einer Notsituation half.

Was machen Sie als erstes, wenn Sie an einen Veranstaltungsort kommen?

Meistens sind wir ja lange im Auto unterwegs. Dann freut man sich schon auf den Club, alte Bekannte zu begrüßen, auf einen Kaffee und eine Zigarette in Gemeinschaft.

Wie sind Sie zum Blues gekommen?

Recht früh durch meine Eltern! Zu meinem Glück hatten beide einen ziemlich guten Musikgeschmack, es lief viel Jazz, Soul und Rockmusik – da war der Blues immer irgendwie drin versteckt. Als ich dann mit 13-14 Jahren zum ersten Mal Gary Moore gehört habe, hat es mich erwischt und ich habe durch seine Musik zum Blues gefunden. Zu dieser Zeit habe ich auch erst angefangen Gitarre zu spielen.

Sie spielen ja auch Schlagzeug, Bass und Keyboards. Profitieren Sie davon als Gitarrist?

Es ist hilfreich, die Rolle der einzelnen Instrumente zu verstehen und ein gutes Ohr für den Gesamtklang zu haben. So kann man sich als Gitarrist besser in ein Puzzle aus vielen kleinen Teilen einfügen und jede Nuance der anderen Musiker wahrnehmen und genießen.

Erstmalig kommen Sie mit einem Saxofonisten. Wie veränderte sich die Musik?

Das Saxofon ist eine schöne neue Klangfarbe! Marco hat ein unvergleichliches Timing, sein Saxophon hat einen warmen Klang und gibt der Band dadurch zusätzlichen Raum. Seine Soli und die kleinen Akzente sind unüberhörbar, nie aufdringlich und immer das Gesamte unterstützend.

Was macht diese neue Band aus, was ihre anderen Bands nicht hatten?

Wir lieben es Musik zu machen und jammen bei den Soundchecks oft und intensiv, dass ständig neue Songs entstehen. Darüber hinaus sind wir einfach sehr gut befreundet, wir helfen uns bei Umzügen, treffen uns häufig und haben uns viel zu sagen. Wir wohnen nah beieinander und haben einen gemeinsamen Proberaum! Ein schönes, familiäres Gefühl!

Ihre Tour heißt „Old School“. Was mögen Sie an der „Alten Schule“?

Wir spielen alte Musik so, wie wir sie in der heutigen Zeit als noch recht junge Musiker empfinden. Dazu gehören ein respektvoller Umgang mit der Musik und eine gewisse Mission, diese Musik vor dem Aussterben zu bewahren. Unsere Musik hat Persönlichkeit, und hat etwas mitzuteilen. Damit meine ich nicht in erster Linie die Stücke, die aus der eigenen Feder stammen, sondern vor allem die verschiedenen Coversongs, die wir ausgesucht haben, damit man sie in Erinnerung behält. „Old School“ bedeutet für mich auch, sein Instrument zu beherrschen und damit seine eigene musikalische Sprache entwickeln zu können.

Dabei geraten Sie nie in die oberflächliche Virtuosen-Falle!

Old School bedeutet, sich auf das Wesentliche zu beschränken! Auch im Blues geht es manchmal weniger um Inhalte, sondern mehr um eine plakative Außendarstellung. Das führt zu Qualitätsverlust! Alles wird bedeutungslos dadurch, dass man der Bedeutungslosigkeit pausenlos eine Bedeutung gibt und dafür auch noch Zuspruch erfährt.

Seit einiger Zeit spielen Sie auch mit Helge Schneider. Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Helge hat mich aus einer Notsituation gerettet und uns 2017 eine Hammond Orgel geliehen. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden und dann einen Gig zusammen gespielt, als Trio mit Pete York. Das hat Spaß gemacht! Da ich selbst Fan von Helge bin, ehrt es mich, dass seine neue Platte auf unserem Label erschienen ist.

Helge liebt ja einen recht spontanen Jazz. Fordert Sie das?

Ja, ich schätze es vor allem, dass er mir das zutraut (lacht). Ich bin nicht der großartigste Jazzer und würde nie behaupten, dass ich da mithalten kann, aber ich mag es sehr zu improvisieren – zudem bleibt es immer spannend bei Helge! Und es ist sehr sehr lustig in der Band!

Sie sind gerade auf langer Tour. Was strengt am meisten an?

Am meisten schlauchen die vielen Staus. Ich fahre ja die meiste Zeit selbst. Wenn die Fahrten von einem Gig zum nächsten bis zu 600 Kilometern lang sind, dann ist das sehr anstrengend. Aber ein schönes Konzert entschädigt die Anstrengungen.

Die Henrik Freischlader Band spielt am Samstag, 5. Oktober 2019 ab 21 Uhr in der Musa, Hagenweg 2A, Göttingen. Einlass ab 20 Uhr. Vorverkauf u.a. Ticketservice des Göttinger Tageblattes, Weender Straße 44, Göttingen und Marktstraße 9, Dudenstadt sowie online über www.musa.de

Von Udo Hinz

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