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Regional Unsichere Zukunft des Göttinger Filmarchivs
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20:24 03.03.2010
Beherbergt ein einzigartiges Filmarchiv: Das Institut Wissen und Medien am Nonnenstieg. Quelle: Hinzmann
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Diese soll nach den Plänen des „Sitzlandes“ Niedersachsen bis Ende 2010 abgeschlossen sein. Zehn Monate vor Ablauf der Frist hat das Wissenschaftsministerium noch keine Entscheidung darüber getroffen, was mit den Filmen und den verbliebenen 50 Arbeitsplätzen geschehen soll.

Die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Andretta hat deshalb jetzt eine mündliche Anfrage im Landtag gestellt. „Die Zeit drängt, wir brauchen endlich eine Lösung“, sagt die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Die Landesregierung habe zugesagt, die Bestände des Instituts zugänglich zu halten und die Medienkompetenz des IWF am Standort Göttingen weiter zu erhalten. Jetzt müsse sie erklären, wie sie diese Zusage einlösen wolle.

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Das Wissenschaftsministerium favorisiert bislang eine Angliederung an die Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB). Diese hat inzwischen ein Konzept für den Aufbau eines „Kompetenzzentrums nicht-textueller Materialien“ erarbeitet, das unter anderem ein Medienzentrum am Standort Göttingen vorsieht. Inzwischen hat auch eine Evaluation dieses Konzepts stattgefunden. Die Ergebnisse lägen allerdings noch nicht vor, sagte Ministeriumssprecher Kurt Neubert.

Andretta will von der Landesregierung wissen, ob sie einen „Plan B“ hat, falls sich die Angliederung an die TIB nicht realisieren lässt. Mögliche Alternativen seien eine Anbindung an die Staats- und Universitätsbibliothek in Göttingen oder das niedersächsische Landesarchiv. Nach ihrer Ansicht muss auch deshalb schnell eine Entscheidung fallen, weil Ende April der Aufsichtsrat der IWF tagt. Sollte sich bis dahin keine Lösung gefunden haben, drohe das endgültige Aus für die 50 Arbeitsplätze.

Das 1956 gegründete IWF ist bereits seit Jahren in seiner Existenz bedroht. Schon Mitte der 1990-er Jahre empfahl der Wissenschaftsrat, das Institut aus der gemeinsamen Förderung durch Bund und Länder zu streichen. Das IWF legte daraufhin ein Umstrukturierungskonzept vor und bekam eine neue Chance. Obwohl Gutachter die Neuausrichtung als Mediendienstleister befürworteten, empfahl Ende 2005 der Senat der Leibniz Gemeinschaft, die Einrichtung nicht weiter zu fördern. Die Bund-Länder-Kommission schloss sich später diesem Votum an.

Von Heidi Niemann

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