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Regional Urban Mash Up Allstars im Kulturzelt an der Drahtbrücke Kassel
Nachrichten Kultur Regional Urban Mash Up Allstars im Kulturzelt an der Drahtbrücke Kassel
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00:18 18.07.2013
Von Peter Krüger-Lenz
Die Säulen des Konzepts: Fetsum (l.) und Matteo Capreoli (r.). Im Hintergrund: Irma (l.) und Miriam Bryant.
Die Säulen des Konzepts: Fetsum (l.) und Matteo Capreoli (r.). Im Hintergrund: Irma (l.) und Miriam Bryant. Quelle: PEK
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Kassel

Fetsum nennt das, was er macht Urbanfolk, was auch immer das sein mag. Der gebürtige Eritreer ist viel herum gekommen in der Welt. In Ägypten ist er geboren, in Italien und Deutschland wuchs er auf. Er versteht sich als Kosmopolit, aber eigentlich zieht es ihn in die USA. Im vergangenen Jahr forderte er Respekt ein für seine musikalischen Taten in den Vereinigten Staaten, diesmal plauderte er von dem Filmdreh, den er mit Kollegen gerade durchgezogen hätte, in Los Angeles und New York auf den Spuren des ganz normalen Lebens. Fetsum verströmt viel Selbstbewusstsein und trägt einen offenbar unerschütterlichen Glauben an seine Stimme vor sich her. Alles eine Spur zu dick aufgetragen.

Er hüpft vergnügt über die Bühne

Deutlich schlanker kommt Capreoli daher. Er rappt fröhliche Lieder und pendelt zwischen Pop, Soul, Reggae und Hiphop. Er hüpft vergnügt über die Bühne, und wenn er nicht selbst singt, spielt er in der bemerkenswert guten Band des Abends Congas. Warum Capreoli allerdings wie auch Fetsum Lieder singt, die er schon 2012 vorgetragen hat, ist nur schwer nachvollziehbar. „Hut auf, gut drauf“ beispielsweise ist zwar ganz hübsch, aber bestimmt kein Jahrhunderttitel.

Und sonst? Nur zwei Lieder singt Miriam Bryant, die in Schweden aufgewachsene Tochter eines Engländers und einer Finnin. Eine Erkältung zwingt sie zur Zurückhaltung, schade. Denn sie hat eine kraftvolle und tragfähige Popstimme.

Am authentischsten erscheint an diesem Abend Irma, eine in Frankreich lebende Kamerunerin. Sehr zurückhaltend trägt sie ihre Lieder vor, die so zart und zerbrechlich klingen und die ganz viel Musikalität verraten.

Durchbruch bei Stefan Raab

„Meinen Durchbruch hatte ich bei Stefan Raab“, erzählt Flo Mega. Er ist der Soulman, der den Großstadtblues hat, ein eckiger Bewegungschaot mit einer Siebziger-Jahre-Stimme, die er gerne herauspresst, und komödiantischem Charme.  Am Schluss dann knöpft Fetsum sich noch Tracy Champmans Klassiker „Talkin’ Bout A Revolution“ vor, inbrünstig und sehr mittelmäßig.

Info: Das nächste Programm im Kulturzelt

Dienstag, 17. Juli: Youn Sun Nah & Ulf Wakenius (Korea/ SW)

Mittwoch, 18. Juli: Manu Dibango (Kamerun)

Donnerstag, 19. Juli: Tindersticks (UK)

Freitag, 20. Juli: Quadro Nuevo (D)

Sonnabend, 21. Juli: Michael Wollny (em) (D)

Mittwoch, 24. Juli: Avishai Cohen Quartet (IL)

Donnerstag, 25. Juli: Chilly Gonzales (CAN)

Freitag, 26. Juli: The Notwist (D)

Sonnabend, 27. Juli: Jane Birkin (F/ GB/ Japan)

Sonntag, 28. Juli: Wallis Bird (IRL)

Alle Konzerte beginnen um 19.30 Uhr im Kulturzelt an der Drahtbrücke in Kassel. Kartentelefon: 05 61 / 20 32 04.

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