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Regional Wie eine Band ihr Publikum „swoppt“
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00:19 30.04.2019
Die Gruppe „Vintage Vegas“ bei ihrem Auftritt auf dem Sartorius-Campus. Quelle: Markus Riese
Göttingen

In der Reihe „Sartorius Kulturstoff“ hat das Crossover-Trio „Vintage Vegas“ am Freitagabend auf dem Sartorius-Campus für Jubelstürme beim Publikum gesorgt. Die drei smarten Musiker, die sich einst über das Casting-Format „Popstars“ kennenlernten, setzten dabei nicht nur auf ihre einprägsamen Stimmen, sondern auch auf ihre stark ausgeprägten Entertainer-Qualitäten.

"Vintage Vegas" live in Göttingen. Quelle: Markus Riese

Vor allem Giovanni Zarrella, zwischen 2001 und 2005 Mitglied der Popstars-Band „Bro’Sis“, zieht die Konzertbesucher mit flotten Sprüchen, spontanen Kalauern und ansteckender guter Laune schnell in seinen Bann. Trockene Pointen steuert der Northeimer Lokalmatador Tom Marks bei – der eigentlich Tomas Sniadowski heißt und schmunzelnd mit seinen polnischen Wurzeln kokettierte: „Wir Polen sind die wahren Ostblock-Latinos“, setzt er dem Italiener Zarrella und dem Brasilianer Inan Lima entgegen. Sich zur Musik stilsicher bewegen, das können alle drei – und das zeigen sie an diesem Abend auch. Immer wieder interagieren sie mit den Fans, und die finden durchaus Gefallen daran.

Bekannte Songs neu aufgesetzt

Musikalisch ist das Konzept, Pop-Songs in ein anderes Genre zu kleiden, nicht mehr ganz neu. Und doch kommen die größtenteils im Halbplayback vorgetragenen Swing-Nummern erfreulich frisch daher. Ob „Hangover“ von Taio Cruz, „This Love“ von Maroon 5 oder „Happy“ von Pharrell Williams: Der „Swop“ getaufte Sound, den das Trio zusammen mit einer 18-köpfigen Bigband kreiert hat, bleibt im Kopf.

Starke Performance in Göttingen: "Vintage Vegas" auf dem Sartorius-Campus. Quelle: Markus Riese

Dabei bewegt sich „Vintage Vegas“ bei manchen Covernummern gar nicht so weit vom Original weg: „I need to know“ etwa klang schon bei Marc Anthony durchaus ähnlich. Andere Titel haben Zarrella, Marks und Lima hingegen völlig neu aufgesetzt – und sich dabei kreativ mächtig ausgetobt. Dass ihnen das augenscheinlich großen Spaß gemacht hat, sieht der Zuschauer auch bei der Live-Performance. Man nimmt den drei Jungs ab, dass sie wirklich Freude daran haben, anderen einen „geilen Abend“ zu bescheren – und sich selbst nebenbei auch.

Spaß muss sein: „Vintage Vegas“. Quelle: Markus Riese

Aber „Vintage Vegas“ kann auch Gänsehaut. Als sich Marks ans Klavier setzt und eine Akustik-Version des Songs „Here I Am“ zu performen beginnt, schließen einige im Publikum die Augen und tauchen tief ab in eine plötzlich ganz andere Art von Musik, die im Laufe des Abends noch einige Male wiederkehren sollte – reduziert auf ein exzellent gespieltes Piano und drei prima harmonierende Stimmen. Flotte Mitmach-Titel wie „Volare“ oder „That’s Amore“ wechseln sich fortan mit ruhigeren Stücken ab. „Vintage Vegas“ zeigt dabei auch, durch wen das Trio inspiriert wurdeFrank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Junior dürfen im Repertoire deshalb nicht fehlen.

Support durch das Publikum

Und dann wird es persönlich: Jeder der drei Musiker erzählt die Geschichte eines Songs, mit dem er individuelle Erinnerungen oder Emotionen verbindet – und performt ihn dann auch, begleitet von Marks am Piano. So singt Zarrella „Angels“ von Robbie Williams, Marks nimmt sich George Michaels „Careless Whisper“ vor, und Lima holt sich für den Kings-of-Leon-Hit „Use Somebody“ einmal mehr an diesem Abend Support vom Publikum.

Gut gelaunt: Tom Marks (l.), Inan Lima und Giovanni Zarrella (r.). Quelle: Markus Riese

Der zweite Teil des Programm gerät deutlich kürzer, aber nicht weniger abwechslungsreich. Marks und Lima glänzen hier unter anderem mit Klassikern von Michael Bublé, Zarrella überrascht mit einem lässig interpretierten „Save the last dance for me“. Erst nach drei Zugaben und einer anschließenden Signierstunde entlässt das geswoppte Publikum die Stars des Abends in die Nacht – im Ohr noch Melodien wie „Fly me to the moon“ oder „Feelin’ good“.

Die zweite Zugabe „Der beste Mann“ als Musikvideo:

Von Markus Riese

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