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Regional Auch mal den Bösewicht geben
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00:18 26.11.2017
Traumrolle? Hamlet in Hamburg? Quelle: Arne Bänsch
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Göttingen

„Muckelig“ sei Göttingen, sagt der in Hagen aufgewachsene Volker Muthmann. Klein, gemütlich, eine Stadt zum Wohlfühlen. Nach der Schauspielschule in Bochum und Stationen in Heidelberg, Bonn, Darmstadt und Bremerhaven sowie einigen TV-Auftritten beispielsweise in verschiedenen Tatort-Folgen ist der 40jährige seit dem Sommer am Deutschen Theater in Göttingen engagiert.

Mit dem DT-Intendanten Erich Sidler habe er in seiner Zeit in Heidelberg zusammengearbeitet. Seitdem seien sie im losen Kontakt geblieben. Als Sidler in Göttingen begann, sei er aber in Bremen engagiert gewesen. Im Sommer habe es nun gepasst. Auch weil Muthmann zwei Wochen vor Arbeitsbeginn zum zweiten Mal Vater geworden ist. Und sich das Engagement besser mit der Familie vereinbaren lässt, als die Existenz als freier Schauspieler. „Ich möchte da schlafen, wo ich arbeite“, so Muthmann. Viel rennen werde er wohl in der Zeit in Göttingen, viel auf die Uhr schauen, zwischen Familie und Kunst hin- und herpendeln.

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„Beides!“ Auf die Frage, ob er lieber Fernsehen oder Theater spielt, gibt es für den Schauspieler keine eindeutige Antwort. Das eine sei großes Spiel mit großen Gesten, die bis in die letzte Reihe wirken müssen. Im Film dagegen könne auch ein Zwinkern, ein Blick viel erzählen. Diese beiden Spielweisen müsse man bewusst bedienen können. Eigentlich aber liebe er die Interaktion mit dem Publikum, so wie sie das Theater biete. Hier spüre man sich gegenseitig. Er freue sich auf das Spiel auch auf den kleineren Bühnen des DTs, auf die Intensität. Gleichzeitig hoffe er, diese Intensität auch einmal im filmischen Bereich zu finden.

Schauspieler Volker Muthmann ist seit dem Sommer am Deutschen Theater Göttingen engagiert.

Eine Traumrolle habe er eigentlich nicht wirklich. „Früher habe ich mal gedacht, Hamlet in Hamburg, das wär’s.“ Die große zentrale Rolle in der großen Stadt. Heute ist er sich da nicht mehr so sicher. Und die andere Variante, Tatortkommissar in Duisburg, sei eher ein Spaß. Eigentlich würde er gern mal den Bösewicht, den Mörder spielen. „Ich werde immer für so nette Rollen besetzt.“

In der Zusammenarbeit mit Regisseuren will er überzeugt werden. „Ich kann gut mit Autorität umgehen, ich mag das, wenn einer führt“. Blind folgen allerdings sei nicht so sein Ding. Dann werde er trotzig. Wenn aber einer einen festen Plan, eine These habe und die zur Disposition stelle, das sei gut. Und wichtig sei ihm, dass der Humor nicht verloren gehe.

Vorbilder? Nicht wirklich, aber es gibt Kollegen, die er toll findet. Robert de Niro etwa und – es falle ihm etwas schwer, dass zuzugeben - Leonardo di Caprio. „Den finden ja alle kleinen Mädchen so toll, aber er ist eben einfach ein sehr guter Schauspieler.“

Noch acht Tage sind es bis zu Muthmanns zweiter Premiere am DT mit „America First - Aus dem Tagebuch der Marilyn Monroe“. Premierentage, so habe er mit seinen Kindern gelernt, seien ganz normale Tage. Früher hätte er an so einem Tag sicher gut ausgeschlafen, gut gegessen, einen kleinen Spaziergang gemacht, sich eingestimmt. Jetzt müsse er einkaufen, Kinder wickeln, sie irgendwo hinbringen oder abholen. Alles sei wie immer. Für die ganz große Nervosität bleibe da kein Platz.

Von Christiane Böhm

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