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17:21 09.03.2012
Spaß auf der Bühne, Lust auf Reisen: die Mezzosopranistin Mareike Braun.
Spaß auf der Bühne, Lust auf Reisen: die Mezzosopranistin Mareike Braun. Quelle: Vetter
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Göttingen

Vielleicht erklärt dieser Umstand auch ihre Zweifel an ihrem Erfolg, als sie im November vergangenen Jahres zum Vorsingen antrat. Als sie sah, dass sich über 30 weitere Bewerber auf der Liste fanden, dachte sie erstmal: „Gut, dass ich nicht so hohe Anfahrtskosten hatte“. Heute kann sie über ihre anfängliche Skepsis natürlich lachen, obwohl sie den Respekt vor ihrer Aufgabe nicht verloren zu haben scheint: „Dadurch, dass man eine Rolle bekommt, ist die Arbeit noch längst nicht vorbei. Man muss auch beweisen, dass man sie verdient hat“, sinniert die gebürtige Hannoveranerin, während ihr Lächeln einer ernsten, aber selbstbewussten Miene weicht.

Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in einem Hannoveraner Mädchenchor, in dem sie bis zu ihrem Abitur auch Einzelunterricht erhielt. Danach folgte das Diplom an der Musikschule für Musik und Theater Hannover, das durch ein zweijähriges Studium an der Guildhall School of Music and Drama bei Rudolf Piernay gekrönt wurde. Seit einem halben Jahr studiert sie an der Opernschule Mannheim, einer Talentschmiede für Künstler mit Abschluss, die jährlich nur 20 Studierende aufnimmt. Das Engagement für die Händel-Festspiele scheint angesichts dieses erfolgreichen Lebenslaufes nur eine logische Folge ihrer Mühen zu sein.

Vielleicht ist dieser Erfolg aber auch ihrer stilistischen Wandlungsfähigkeit zu verdanken, denn von Purcell, Händel, über Mozart bis hin zu Mahler hat Braun schon vielen Komponisten in professionellem Rahmen ihre Stimme verliehen. „Ich schätze die Künstler sehr, die eine gewisse Varietät in ihrem Repertoire haben. In jeder Epoche findet sich ein Komponist, der einen anspricht“.

Diese Offenheit lässt sich auch abseits ihrer Karriere beobachten. Braun, die „total gerne auf der Bühne steht“, bedauert gleichzeitig, dass ihr Erfolg kaum Zeit für ihre zweite große Passion lässt, das Reisen: „Indien fasziniert mich total“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. Vielleicht hat sie ja demnächst ein festes Engagement, das die Sängerin etwas zur Ruhe kommen lässt. Dann findet sich bestimmt auch die Zeit für eine weitere Reise – aber bitte erst ab Juni.

Karten für die Vorstellungen von „Amadigi di Gaula“ am Montag und Dienstag, 21. und 22. Mai, gibt es noch in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.

Von Jonas Rohde

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