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Regional „Verborgene Intimitäten“
Nachrichten Kultur Regional „Verborgene Intimitäten“
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11:58 22.03.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Gerd Warmeling Quelle: r
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Göttingen

„Eine unwürdige Dreiecksbeziehung“ – so nennt Wameling die Geschichte von Autor Lionel Goldstein, die in dem Stück verhandelt wird. Die Ehefrau von Halpern (Samel) ist gestorben. 50 Jahre waren sie verheiratet. An ihrem Grab trifft er Johnson (Wameling). Es stellt sich heraus, das er vor der Ehe eine Liaison mit ihr hatte, später über all die Jahre heimlich  mit ihr befreundet war. „Die beiden Männer gehen sich an den Kragen“, erzählt Wameling. Und: „Es gibt verborgene Intimitäten, es ist peinlich, dass der andere davon weiß.“ Diese Konstellation gebe dem Geschehen eine „Riesendramatik“, schildert der Schauspieler.

Termin

Gerd Wameling und Udo Samel präsentieren die szenische Lesung „Halpern & Johnson“ am Sonnabend, 25. März, im Großen Haus des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11.

Die Rollenverteilung scheint heute selbstverständlich. Samel spielt den aufbrausenden  und jähzornigen Ehemann. Das war sie jedoch nicht von beginn an. Wameling: „Wir haben Probelesungen veranstaltet, um zu sehen, welche Verteilung die beste ist.“

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Gemeinsam mit Samel und Peter Simonischek hat Wameling auch die Komödie „Kunst“ von Yasmina Reza gespielt, bislang in weit über 600 Vorstellungen. Mit Samel verbindet ihn darüber hinaus eine langjährige Freundschaft. Der habe vor Jahren seine Wohnung im Berliner Stadtteil Steglitz übernommen. Inzwischen wohnen beide im gleichen Haus in der Nähe der Schaubühne am Lehniner Platz, zu deren Ensemble sie vor Jahren gehörten.

Früh entschied sich Wameling, an der Schauspielschule zu unterrichten, im Jahr 2005 wurde er an der Universität der Künste zum ordentlichen Professor berufen. „Ich mag diese Energie“, sagt Wameling über die Schauspielschüler, „sie haben eine ganz andere Kraft“. Einen wird er vielleicht in Göttingen wiedertreffen: seinen ehemaligen Schüler Bardo Böhlefeld, jetzt Schauspieler am DT. Wameling: „Den fand ich ganz großartig. Ich würde mich freuen, wenn er käme.“

Das ist nicht Wamelings einzige Verbindung nach Göttingen. Im DT hat er schon ein Projekt vorgestellt. Und: Mehrfach trat er beim Innenhof-Theaterfestival auf, das sein Kollege Daniel Rohr leitete.

Mit dem Fernsehen hatte Wameling längst abgeschlossen, die Arbeit habe ihn nicht besonders interessiert. Doch dann sei der Kollege Christoph Eichhorn gekommen und habe gesagt, dass er eine bestimmte Rolle spielen müsse – in einer Folge der Serie „Soko Stuttgart“. Die Folge wird voraussichtlich im November ausgestrahlt. Wameling spielt darin einen Transvestiten.