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Regional Water Melodies in der Fechthalle
Nachrichten Kultur Regional Water Melodies in der Fechthalle
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00:17 25.05.2016
Von Michael Caspar
Bratschenkonzert
Ungewöhnliches Bratschenkonzert: Horst Enckes spielt in der alten Fechthalle zu einem Film von Ali Mauritz und Bernd Wolter. Quelle: Heller
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Göttingen

Konzert- und Hörgepflogenheiten will Komponist Encke verändern. Sein expressives, farbenreiches Stück Water Melodies führte der Dirigent aus Hannover mit 21 Musikern seines Ensembles Musica Assoluta auf. Er ließ die Künstler, darunter dreimal drei Streichergruppen, drei Holz- und drei Blechbläser mit Papier rascheln. Drei Percussionisten, die in Detmold studieren, schlugen javanische Gongs und chinesische Tam-Tams. Mit dem Kontrabassbogen erzeugten sie auf Waterphones unbestimmte mystische Töne. Virtuos spielte Peijun Xu (Viola) ihre Soloparts.

Walfang und Atombomben

Dazu lief eine Collage aus Filmszenen. Sechs Bekannte hatten für Filmemacherin Mauritz und Produzent Wolter in Ländern wie Island, USA und Oman Autofahrten durch den Regen gedreht. Fischschwärme und Mikroben bewegten sich zur Musik vor und zurück. Während eines dramatischen Höhepunkts schnitt Mauritz blutige Walfangszenen und eine Atombombenexplosion mit Bildern von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer und Tsunamiwellen zusammen. Dazu gab es auf der Leinwand Gedichte der chinesischen Daoisten Du Fu und Dschuang Dsi zu lesen.

„Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben“

Begonnen hatte der Abend mit Felix Mendelssohn Bartholdys schlichtem, schön gespielten Schilflied (1842). Zu Joris Ivens Stummfilm „Regen“ (1929), der Menschen und Tiere während eines Schauers in Amsterdam im Spiegel von Pfützen und nassen Kotflügeln zeigt, erklang Zwölftonmusik. Hanns Eisler hatte seine „Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben“ 1940 im Exil in den USA für diesen Film komponiert. Zudem erklang Toru Takemitsus Stück Rain coming (1982).