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Regional Impro-Festival Göttingen: „Weltklasse“ und doppelte Weltpremiere
Nachrichten Kultur Regional Impro-Festival Göttingen: „Weltklasse“ und doppelte Weltpremiere
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11:53 12.03.2020
Inbal Lori (Tel Aviv) ist eine weltweit gefragte Impro-Spielerin und -Lehrerin. Quelle: r
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Göttingen

Die 17. Auflage des Internationalen Impro-Festivals Göttingen beginnt am 4. März. Bis zum 22. März absolvieren sechs Formationen plus eine Fernseh-Köchin und ein Countertenor acht Auftritte an sechs Spielorten: Theater im OP, Stadthalle Dransfeld, Aula am Waldweg, Junges Theater, Theater der Nacht in Northeim und das Kino Lumière.

Neben den Lokalmatadoren, der Comedy-Company mit Festival-Macher Lars Wätzold, und den in Göttingen bestens bekannten Gruppen Improsant und Quer-Quassler hat Wätzold nicht nur Schauspieler „von Weltformat“ eingeladen, sondern auch eine Weltpremiere im Programm zu bieten.

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Publikum urteilt über Schuld oder Unschuld des Angeklagten

Die seit dem ersten Festival 2003 gastgebende Comedy-Company mit Katrin Richter, Stefan Graën, dem Musiker Michael Zalejski und Wätzold spielt mittlerweile auch selbst entwickelte Formate, so Wätzold. Beispiele sind „Die lange Filmnacht“ oder „Wir sehen uns vor Gericht!“, eine improvisierte Gerichtsverhandlung, bei der das Publikum sowohl bestimmt, „welche Art Fall verhandelt wird und auch als Jury fungiert und über Schuld oder Unschuld des Angeklagten bestimmt“. Ihre Impro-Shows im Lumiére haben „den Status einer Kultveranstaltung“, so Wätzold.

Fester Programmteil des Festivals ist seit 2010 das Figurentheater-Format „Kuscheltier-Impro“. Die Kuscheltiere bringt das Publikum mit. Die Gruppe ist einer der Göttinger „Kultur-Exportschlager“ und bundesweit auf Bühnen und in Veranstaltungshallen unterwegs – unter anderem in Berlin, Hannover und Dortmund, Leipzig oder Stuttgart. Die Göttinger gewannen den Theatersport-Wettbewerb beim 16. internationalen Köln-Comedy-Festival.

Erstmals spielen die drei Göttinger Impro-Gruppen zusammen

Das Festival bietet zum Auftakt eine lokale Premiere. „Endlich ist es soweit“, sagt Wätzold: „Die drei Göttinger Impro-Gruppen spielen zum ersten Mal eine gemeinsame Show. Und zwar in dem Theater, aus dem alle drei hervorgegangen sind: Das Theater im OP, das man also getrost als Göttinger Impro-Kaderschmiede bezeichnen kann.“

Deshalb laute die Devise: „Ein Theater, zwei Formate, drei Gruppen. Mehr kann man von einem Impro-Abend nicht erwarten.“

Theaterturbine: Einflüsse aus Schauspiel, Mime, Musical und Tanz

Eine nationale Größe mit internationalem Ruf bilden die inzwischen 15 Schauspieler und Musiker der Theaterturbine Leipzig (gegründet 2002). „Sie sind alle professionell für die Bühne ausgebildet, und jedes Mitglied bringt seine persönlichen Erfahrungen aus der Bühnenarbeit in die Gruppe ein“, betont Wätzold. Die Shows spiegelten Einflüsse aus Schauspiel, Mime, Clownerie, Musical und Tanz. Die „Turbinisten“ würden neben der Improvisation „in unzähligen Projekten“ als Schauspieler für Bühne und Film, als Regisseure, Sprecher, Coaches , Musiker oder Theaterpädagogen arbeiten und ihren Improshows „immer wieder frische Impulse schenken“.

Riskante Spiele - die ImprovisationsShow

Riskante Spiele - die ImprovisationsShow live aus der moritzbastei

Gepostet von TheaterTurbine am Freitag, 29. März 2019

In Leipzig bespiele die Theaterturbine regelmäßig drei Spielstätten und entwickele „immer wieder neue Improformate“. Seit 2009 finde ein reger Austausch mit anderen Improgruppen und -spielern aus der ganzen Welt statt. Unter anderem habe die Theaterturbine schon mit „etlichen Größen des Fachs, wie Randy Dixon, Lee White, Rama Nicholas, Felipe Ortiz, Inbal Lori, Helena Lindegren, Matthieu Loos und vielen anderen mehr“ zusammengearbeitet. Seit 2012 veranstaltet die Theaterturbine ein eigenes internationales Improfestival mit dem Titel „MOMENTA“, das im Februar zu sehen ist. Die Mitglieder der Theaterturbine seien regelmäßig auf Improfestivals zu Gast und würden zu nationalen und internationalen Gastspielen eingeladen, so Wätzold – unter anderem nach Brest, Lyon, Zürich, Bern, Wien, Amsterdam, Stockholm oder Berlin.

Viviana Eggers agiert auf der Impro-Bühne und vor der Kamera. Quelle: r

The Hook: Erste gemeinsame Show – erstmalig das Format „Vipers“

Doppelte Weltpremiere in Göttingen: The Hook (Bogota / Hamburg) spielen im Lumiére zum ersten Mal das Format„Vipers“ – und „sie spielen ihre allererste gemeinsame Show“, so Wätzold, die das Publikum „in gut verständlichem Englisch“ erleben werde. Das Duo „hat sich 2018 gefunden, weil sie daran interessiert sind, Körpertheater und Improvisation miteinander zu verbinden. Viviane Eggers and Felipe Ortiz sind äußerst renommierte Spieler.“

Viviane Eggers ist ausgebildete Schauspielerin und seit 2011 Ensemblemitglied der „Steifen Brise“ in Hamburg sowie Trainerin für Improvisationstheater – unter anderem an Schulen, für Improgruppen in Deutschland und auf Festivals. Sie ist Co-Preisträgerin des Publikumspreises und Jurypreises beim 14. Theaterfestival „Impronale“ in Halle für das von ihr entwickelte Format „Zwei. Frauen.” Außerdem sei sie Schauspielerin für Filmarbeiten und Werbung.

Felipe Ortiz: Körperlichkeit einsetzen und ausprobieren

Ortiz’ besonderes Interesse liege im körperlichen Ausdruck und den Möglichkeiten, Körperlichkeit in den verschiedensten Theaterdisziplinen einzusetzen und auszuprobieren. Er arbeite als Akrobat, Improspieler, Clown und Objektkünstler mit Mitteln des Körpertheaters, um neue Ausdrucksformen in seinen Perfomances zu kreieren, sagt Wätzold.

Felipe Ortiz probiert neue Ausdrucksformen aus. Quelle: r

„Als Darsteller und Lehrer ist er weltweit mit verschiedenen Projekten auf Festivals aktiv und immer daran interessiert, gemeinsam mit den Künstlern vor Ort zusammenzuarbeiten.“ Er sei 18 Jahre lang künstlerischer Leiter des La Gata Cirko (new circus company) und elf Jahre Co-Direktor des renommierten Impro-Ensembles „PICNIC“ gewesen.

Kochtipp

Jacqueline Amirfallah zeigt Euch wie der Safran seine tolle Farbe und seinen besonderen Geschmack entfaltet. In welchem Gericht darf das Gewürz für Euch auf keinen Fall fehlen?

Gepostet von ARD-Buffet am Mittwoch, 12. Dezember 2018

Aus dem ARD-Küchenstudio auf die Bühne der Stadthalle Dransfeld

Jacqueline Amirfallah ist nicht beim Film, aber im Fernsehen aktiv. Sie kocht „nebenbei“ in der Reihe ARD-Buffet – und hauptsächlich für die Gastronomie im Göttinger Apex. Mit Wätzold und Michael Zalejski (Comedy-Company) zaubert sie bei der so gut wie ausverkauften Impro-Kochshow „Schmeckt’s?“.

Die Leitung der Internationalen Händel-Festpiele Göttingen hat Countertenor Zvi Emanuel-Marial exklusiv für das Impro-Festival engagiert. Quelle: Udo Hesse

„Händel goes Impro“: Extra für das Internationale Impro-Festival hat die Leitung der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen Zvi Emanuel-Marial engagiert. Der Countertenor und die Akteure der Comedy-Company mit dem Publikum eine interaktive Interpretation der Händeloper „Giulio Cesare“. Emanuel-Marial hatte „Engagements zu den Salzburger Festspielen, an die De Nationale Opera Amsterdam, ans Herbst Festival in Turin und zu den Bad Hersfelder Festspielen“, teilt die Staatsoper Berlin auf ihrer Homepage mit. „Er interpretierte die Partie des Daniel in Händels „Belshazzar“ in der Inszenierung von Harry Kupfer (De Nationale Opera Amsterdam).“

Inbal Lori spielt mit international renommierten Akteuren zusammen

Inbal Lori (Tel Aviv) und Raschid Sidgi (Leipzig) spielen in Göttingen ihr Format „The Loophole“ – „in gut verständlichem Englisch“, sagt Wätzold. Lori ist unter anderem Absolventin der Jerusalem Art High School (1994). Sie schrieb und spielte in Israel für Fernsehen und Theater, so der Schauspieler der Company. 2001 habe sie begonnen, zu improvisieren, „die mittlerweile legendäre Gruppe ,3 FALLING’ gegründet und von 2013 bis ’17 eine Improvisationsschule geleitet. „Aktuell ist sie eine weltweit gefragte Lehrerin und Spielerin mit Engagements in den USA, Kanada, Australien und Europa.“ Sie habe mit international renommierten Partnern wie Tim Orr (San Fransisco), Lee White (Kanada), Paula Galimberti (Spanien) und Zaki Zikani (Schauspieler mit arabischen Wurzeln) zusammengespielt.

Inbal Lori und Raschid Sidgi spielen in Göttingen das Format „The Loophole“. Quelle: r

Sidgi sei in Weimar als Deutsch-Sudanese geboren worden. Nach festen Engagements an verschiedenen Theaterhäusern beschäftige er sich seit etwa 15 Jahren mit Improvisation im Theater. Wätzold: „Er spielt Shows, gibt Workshops und lernt nie aus.“ Dabei habe er unter anderem mit Randy Dixon, Lee White, Inbal Lori, Matthieu Loos und Jim Libby zusammengearbeitet. Und: Er sei Gründungsmitglied der Theaterturbine und spiele regelmäßig mit „THEATERSPORT“ Berlin. Seit 2014 sei er künstlerischer Leiter des internationalen Improfestivals Momenta in Leipzig. Wätzold: „Lori und Sidgi sind Weltklasse.“

Eintrittskarten meist an den Auftrittsorten erhältlich

Hier gibt’s die Ticket-Vorverkaufsstellen, die Spielorte und die Beschreibung des Programms: Lesen Sie im Tageblatt Grand Prix oder Gastroshow: Göttinger Impro-Publikum führt Regie.

17. Impro-Festival: Das Programm

Zum Auftakt des Impro-Festivals Göttingen spielen die Comedy-Company und die lokalen Gruppen Improsant sowie Quer-Quassler am 4. März um 20.15 Uhr im Theater im OP Storys – das Publikum bestimmt im ThOP, welche Geschichte top. Am 5. März lautet die Frage „Schmeckt’s?“: In der Stadthalle Dransfeld zaubern Jacqueline Amirfallah und zwei „Companys“ ab 19.30 Uhr auf der Küchenbühne – für diesen Auftritt ist ein Restkontingent an Karten erhältlich. Am 13. März heißt die Devise „Händel goes Impro“: Um 20 Uhr interpretieren Countertenor Zvi Emanuel-Marial und die Company-Akteure in der Aula am Waldweg die Oper „Giulio Cesare“. Theaterturbine und Company inszenieren am 17. März die „brutalst mögliche Gameshow“ – Beginn ist um 20 Uhr im Jungen Theater. Am 19. März zeigt die Company im Theater der Nacht in Northeim ihre „Kuscheltier-Impro“ – los geht’s um 20 Uhr. Eine Doppelvorstellung gibt’s am 20. März im Kino Lumière: Um 20 Uhr beginnt das Duo The Hoook mit dem Format „Vipers“; im Anschluss spielen Inbal Lori und Raschid Sidgi „The Loophole“ – jeweils „in gut verständlichem Englisch“. Den Grand Prix d’Improvisation singen und spielen die Company, The Hook und zwei Akteure der Turbine am Sonnabend, 21. März, ab 20 Uhr im Lumière – zum Teil in Englisch. Zum Abschluss bieten am 22. März Company und Theaterturbine um 19 Uhr ein Theatermatch im Lumière.

Von Stefan Kirchhoff

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