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Regional Welturaufführung des deutschen Musicals „Carmen“
Nachrichten Kultur Regional Welturaufführung des deutschen Musicals „Carmen“
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16:44 19.12.2013
Offen für Europa: Hersfelds neuer Intendant Holk Freytag. Quelle: dpa
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Göttingen

Bei der 60. Spielzeit im kommenden Jahr vom 12. Juni bis 8. August wartet der künstlerische Leiter des Freilicht-Theaterfestivals mit einer Welturaufführung auf: „Carmen – Ein deutsches Musical“ (Buch und Songtexte von Judith Kuckart; Musik von Wolfgang Schmidtke), angesiedelt in der Nachkriegszeit.

Freytags Ziel ist während seiner auf vier Jahre ausgelegten Intendanz in Europas größter romanischer Kirchenruine, die Schauspielaufführungen auf ein höheres Niveau zu heben. Der Schauspiel-Ruf sei in Bad Hersfeld nicht so gut wie der der Musicals. „Da muss mehr passieren, da ist die Richterskala nach oben offen“, sagte der 65-Jährige bei der Programmvorstellung in der osthessischen Kur-Stadt.

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Freiheit und Identität

Freytag, zuvor acht Jahre am Staatsschauspiel Dresden tätig, will frischen Wind in die aus dem elften Jahrhundert stammende Stiftsruine bringen. Dabei tritt der ehemalige Leiter der Wuppertaler Bühnen auch als Regisseur in Erscheinung. Das Eröffnungsstück wird von ihm inszeniert: Friedrich SchillersWilhelm Tell“, ein Klassiker der europäischen Bühnenliteratur und zugleich ein Drama um Freiheit und Identität.

Erstmals wird in der Festspielhistorie auch ein russisches Schauspiel zu sehen sein. Bei Maxim Gorkis „Sommergäste“ führt der Präsident der Europäischen Theaterkonvention (ETC), Jean-Claude Berutti, Regie. Die ETC gilt als größtes Theaternetzwerk Europas.

Utopie des neuen Europas

Seine Intendanz überschreibt Freytag mit dem Obertitel „Europa“. Dieses Leitmotiv sei der Motor für alle ausgewählten Stücke. Dazu werden unter dem Motto „Europa in 40 Jahren“ internationale Theaterschaffende eingeladen, eine Utopie eines neuen Europas zu entwerfen. Das Konzept umfasst eine Sommerakademie im Juni 2010 und ein zehntägiges Jugendforum mit Gruppen aus Partnerländern. Von 2011 an werden auch Produktionen aus dem europäischen Ausland in Osthessen präsentiert.

Aufgrund des großen Publikumserfolgs wird bei den Festspielen 2010 das Musical „West Side Story“ aus dem diesjährigen Programm wieder aufgenommen. Zwölf Aufführungen sind von Mitte Juli an geplant. Der Etat für die Jubiläumssaison erhöhe sich von 4,4 auf 5 Millionen Euro, sagte Bad Hersfeld Bürgermeister Hartmut Boehmer.

Der parteilose Politiker kündigte eine Erhöhung der Eintrittspreise an. Für eine Schauspielkarte wird ein Euro mehr verlangt, für ein Musical-Ticket 2,50 Euro mehr. Die Festspiele werden im Vergleich zur abgelaufenen Saison, in der weniger Zuschauer als erwartet kamen, wieder von sieben auf acht Wochen verlängert.

Anna Montanaro als Carmen

Die Darsteller-Besetzungen für die einzelnen Stücke will Freytag erst Anfang Oktober präsentieren. Nur einen Namen verriet er bei der Programmvorstellung. Der internationale Musicalstar Anna Montanaro wird in „Carmen“ zu sehen sein. Darüber hinaus werde das Publikum noch einige weitere Stars erleben.

Musikalisch orientiere sich das Musical am Jazz und der Unterhaltungsmusik der Nachkriegszeit, sagte Freytag. Auf der kleinen Bühne im Schloss Eichhof wird Alfred de Mussets „Man spielt nicht mit der Liebe“ geboten. Als Kinderstück steht „Die Brüder Löwenherz“ (Astrid Lindgren) auf dem Programm.

www.bad-hersfelder-festspiele.de

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