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Regional „Wind Machine“: Swingender und moderner Jazz vom Feinsten in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional „Wind Machine“: Swingender und moderner Jazz vom Feinsten in Göttingen
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00:20 10.04.2019
Begeistert das Publikum in Göttingen: Das Jugendjazzorchester „Wind Machine“ Quelle: Jonathan Michaeli
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Göttingen

Sie können beides und das auf ausgesprochen professionellem Niveau: klassisch und modern – swingend und pointiert dissonant. Unter dem Motto „Mainstream & More“ hat das niedersächsische Jugendjazzorchester „Wind Machine“ am Sonntag im fast ausverkauften großen Saal der Göttinger Musa sein Publikum begeistert.

Ihr Spiel ist konzentriert und wirkt dennoch so leicht und (mit)schwingend, wie man es eigentlich nur von gestandenen Musikern mit Bühnenerfahrung erwartet. Ganz leise und sanft lassen die Bläser ihre Töne zum „Early Autumn“ vibrieren, um dann nahtlos in überraschendem Einklang mit pointierten Hits an den entscheidenden Stellen kraftvoll anzusteigen. Melodische Läufe und der klassische Swing-Sound prägen (nicht nur) dieses zweite von 14 Stücken während des Konzertes der jungen Musiker aus Niedersachsen – es ist einer der erfolgreichsten Songs des klassischen Jazzmusikers Woody Hermann aus den 1960er-Jahren.

30 Nachwuchstalente

Jimmy Woode, Pat Metheny und Marvin Gaye sind weitere Jazz-Größen der frühen Zeit, die die Band spielt. Zum aktuellen Repertoire der knapp 30 jungen Nachwuchstalente im Bereich Bigband-Jazz gehören viele solche druckvollen und mitreißenden Klassiker – darunter auch „Almost Like Being In Love“, berühmt geworden durch Natalie Cole.

Aber auch ganz moderne und deutlich jazzigere Stücke: „Perdido En Mexico“ ist einer dieser jungen Songs mit schwierigen Tonsprüngen und tänzerisch-rasanten Melodieläufen – für die Sänger gleichermaßen wie für die Instrumentalisten. Michael Schuh hat es für das Jugendjazzorchester komponiert. Er verstärkte die Band auf der Bühne, trainiert ansonsten die Trompeter.

Fünf Göttinger und ein Northeimer

„Wind Machine“ gibt es seit 30 Jahren. Das vom Land geförderte Orchester vereint alljährlich junge Musiktalente und schickt sie auf eine Konzertreihe – jetzt auch wieder nach Göttingen. Das Besondere in diesem Jahr: Zur Besetzung gehören mit Tom Wendler, Mino van Noort, Ole Rüter, Jonas Waltert und Aaron Ohlef gleich fünf Musiker aus Göttingen. Hinzu kommt Johannes Fricke aus Northeim – ein weiterer Südniedersachse.

Eine weitere Besonderheit in der aktuellen Bandbesetzung: Mit Lennart Meyer und Calvin Christopher Zarnack sind auch zwei Sänger dabei, die trotz ihrer sehr unterschiedlichen Stimmen bei gemeinsamen Songs ungemein harmonieren. Selbst schwierige und bisweilen dissonante Stücke wie „Don’t Know Where You’ve Gone“ vom Hamburger Jazzmusiker Wolf Kerschke meistern sie unter Leitung von Ulrich Plettendorff mit Bravour und erinnern dabei gelegentlich an Al Jarreau.

Überraschende Hörerlebnisse

Der Dank des Publikums: immer wieder Zwischenapplaus – und das nicht nur für die Sänger. Viele Stücke geben den Bläsern, dem Pianisten und Bassisten ebenso Raum für Soli wie für die jungen Musiker am Vibraphone und Schlagzeug. Und die bringen den Zuschauern auch überraschende Hörmomente und Hörerlebnisse – wenn zum Beispiel Johanns Knoll mit einem ausgesprochen sanft-wolkigen Flügelhorn den Song „Perdido En Mexoco“ prägt.

Von Ulrich Schubert

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