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Regional „Wir sind ein Chor, der geht nicht aus dem Ohr“
Nachrichten Kultur Regional „Wir sind ein Chor, der geht nicht aus dem Ohr“
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19:20 29.06.2010
Mal nicht vom Rest des Dorfes mundtot gemacht: der abgeworbene Troubadix (Anna Takács) inmitten des Unicante-Chors.
Mal nicht vom Rest des Dorfes mundtot gemacht: der abgeworbene Troubadix (Anna Takács) inmitten des Unicante-Chors. Quelle: Heller
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In sieben musikalischen Medleys mit eigenen Arrangements und Texten wird eine Geschichte rund um den Barden Troubadix erzählt, der von den Römern mit einer List abgeworben wird.

Es geht bunt und ziemlich chaotisch zu, dazu tragen nicht nur die teilweise gewagten Kostüme (ein Mann in Windel), sondern auch die Musik und schauspielerische Einlagen bei. Wild werden Melodien wie die von Stings „English Man in New York“, „Alles nur geklaut“ von den Prinzen oder Michael Jacksons „Billy Jean“ mit Text gefüllt, der die überschaubare Handlung weitertreibt.

Spaß und Begeisterung für die Sache ist den weit mehr als 100 Sängern anzusehen. Leiter Friedemann Will gibt auf großen Pappschildern Anweisungen wie „Nicht schreien“. Man präsentiert sich selbstbewusst: „Wir sind ein Chor, der geht nicht aus dem Ohr“ heißt es in „Jetzt gibts was auf die Ohrn“ nach der Melodie von Lily Allens „It’s not fair“. Das liegt vor allem daran, dass es in der ersten Hälfte viel Bekanntes aus dem Radio gibt wie das temporeich dargebotene „This is the life“ von Amy MacDonald. Da wippt so mancher Fuß mit. Erfahrene Unicante-Besucher sind auch vertraut mit den Kleingruppenvorträgen.

Davon gibt es an diesem Abend zwei: „Du zweite Wahl“ ist ein humorvoller Song des A-Capella-Quartetts „Maybebop“, der wunderbar augenzwinkernd – ausschließlich von männlichen Vertretern des Chors – vorgetragen wird. Außerdem sind bekannte Songs von den Foo Fighters, Phil Collins, Muse und auch eine eigene Komposition von Johannes Gerbracht zu hören, einem langjährigen Mitglied des Chors.

Insgesamt ein sehr vielfältiges Repertoire, jedoch ein bißchen zu unorthodox zusammengewürfelt. Gesungen wird insgesamt engagiert und gut, teilweise mit etwas wenig Stimmvolumen, das man dem Chor bei der Anzahl der Teilnehmer durchaus hätte zutrauen können. Es wäre zu wünschen gewesen, dass die Darsteller des Musicals nicht nur stumm mit Lippenbewegungen agiert hätten. Aber erlaubt ist, was gefällt. Das ist auch den Reaktionen des Publikums anzumerken, das das gut zweistündige Konzert bei schweißtreibenden Temperaturen zumeist begeistert verfolgt.

Von Marie Varela

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