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19:20 15.08.2011
Vergleicht Schokolinsen mit Texten: Nils Neumann.
Vergleicht Schokolinsen mit Texten: Nils Neumann. Quelle: PH
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Gewinner des Abends, der durch reichlichen Applaus gekürt wird, ist Nils Neumann aus Kassel. Er erläutert auf lockere, lustige Art, was passiert, „wenn Schokolinsen in intertextuellen Geschlechtsverkehr treten“, wie Moderator Jonas Hennicke äußerst treffend formuliert.

Eine Tüte Schokolinsen symbolisiert das „Universum der Texte“, in dem die verschiedenen Texte der Geschichte miteinander in Berührung kommen. Der Theologe entnimmt eine Linse und hält sie hoch: „Der Brief des Paulus an die Römer“, erklärt er. Die Linse habe eine blaue Schramme vom Ersten Buch Mose. Das Publikum ist begeistert. Dann vergleicht er Diogenes, „den Punk der Antike“, mit dem „Rüpeljesus“ aus dem Lukasevangelium und findet Gemeinsamkeiten. So erzählen beide gerne Geschichten, die sich in ihrer Aussage ähneln. Wie beispielsweise Diogenes’ Anekdote über einen „Schleimer“, der sich einem reichen Mann anbiedert, um dessen Erbe anzutreten. Aber leider kommt er vorher selbst um. Im Fall Jesus endet die Geschichte eines Mannes, der emsig sein Feld bewirtschaftet, ähnlich tragisch, bevor er abernten kann.

Aber auch die wissenschaftlichen Konkurrenten sorgen für gute Stimmung. Boris Lemmer aus Göttingen erläutert mit viel Witz, wie mittels Teilchenbeschleunigung und der Kollision von Protonen neue Elementarteilchen entstehen können. Dazu zieht er einen Filmausschnitt von Illuminati zur Veranschaulichung des Experimentes heran, „die Lichtgeschwindigkeit ist hier etwas verlangsamt dargestellt“, erklärt er mit einem Augenzwinkern.

Inwiefern die Stimmungsschwankungen der Frauen einen Ingenieur bei der Problemlösung von verlorener Energie eines Elektromotors inspirieren können, erklärt Kevin Schewel. Sarah Hundertmark überlegt, wie Schülern die „relative fachliche Richtigkeit“ näher zu bringen ist. Anhand von Lemmingen erläutert Oliver Adria die Wirkungsweise eines Druckluftspeicherkraftwerkes.

Alex Jousset, der mit witzigem Dialekt und Mafioso-Outfit auftritt, erklärt, warum Diversität nicht unbedingt etwas Gutes ist. Und der Kryptologe Klaus Schmeh philosophiert über den Inhalt des Buches, „das niemand lesen kann“.
Gemeinsam sorgen die Wissenschaftler für einen amüsanten Abend. Und etwas Wissen ist sicherlich auch hängen geblieben.

Von Noreen Hirschfeld