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Regional Zwangspause für die Kammermusik von Ehepaar Wünsch in Reinhausen
Nachrichten Kultur Regional Zwangspause für die Kammermusik von Ehepaar Wünsch in Reinhausen
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12:48 13.04.2020
Zwei, die sich gefunden haben: Bernhard und Eilika Wünsch. Quelle: r
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Reinhausen

Mitten in die erste Saison von regelmäßigen Konzerte im Musikhaus am Bielstein in Reinhausen hinein platzte die Corona-Krise – nun ist das musikalische Ehepaar Eilika und Bernhard Wünsch zur Untätigkeit verdammt. Ihre Fans erfreuen die beiden mit Videomitschnitten von vergangenen Konzerten.

Sie Sopranistin, er Dirigent und Pianist – die Kammerkonzerte, die das Ehepaar Wünsch seit dem Silvesterkonzert 2018 in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres im Musikhaus am Bielstein gaben, schlugen so gut ein, dass daraus eine Konzertreihe mit Gastmusikern wurde. Los ging es am 31. August 2019.

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Eilika Wünsch feierte Konzerterfolge in Japan

„Die Resonanz war hervorragend, sodass wir im August eine komplette Saison angefangen haben“, erläutert Bernhard Wünsch, der sich als Kammermusiker und Liedbegleiter versteht und in München ausgebildet wurde. Seine Frau Eilika, die ebenfalls in München, aber auch in Detmold lernte und in Japan Erfolge feierte, berichtet: „Wir haben Konzerte bis 2021 ausgemacht, aber wir wissen momentan nicht, wann es nach Corona wieder losgehen kann. Das ist nicht so schön und bremst unglaublich.“

In diesem Frühjahr waren über die heimische Reihe hinaus eigentlich Konzerte (Bernhard Wünsch: „Klassische Kammermusik“) im fränkischen Karlstadt, in Seesen oder im Kaisersaal in Bad Gandersheim ausgemacht. „Wir sind Berufsmusiker, und wir leben davon“, verdeutlicht Bernhard Wünsch. Anträge auf Corona-Soforthilfe sind bereits gestellt worden.

Momentan versucht das Ehepaar, die Zeit so gut wie möglich zu nutzen. Die Wünschs durchforsten Konzerthöhepunkte aus dem kleinen Saal im Musikhaus am Bielstein so wie „Vokalise“ von Sergej Rachmaninow, das vor einigen Tagen bei YouTube als „musikalischer Gruß an alle, für die wir in dieser Zeit nicht live spielen können“ hochgeladen worden ist.

Zum Stammpublikum im Musikhaus gehört ein Nachbar, der sich zum Ziel gesetzt hat, einen Förderverein zu gründen. Der Musikliebhaber sei ein erfahrener Netzwerker, berichtet Bernhard Wünsch. „Wir sind sehr glücklich, dass er uns unterstützen will.“ Dass es „so gar kein Datum gibt“, an dem man sich aufrichten kann, ab dem es wieder losgeht, sei für ihn und seine Frau am schwierigsten.

Die Initiative „Kultur in Südniedersachsen“ (KiSN) von Landkreis und Tageblatt gibt Künstlern eine digitale Bühne und hilft ihnen, die Krise zu überstehen. Um auf der KiSN-Seite zu erscheinen, melden sich die Künstler auf der Website des Tageblattes oder per Mail an kultur@landkreisgoettingen.de an. Unter dieser Adresse erhalten Sie auch Hilfe vom Expertenteam aus Politik, Kultur und Vermarktung, wenn Sie Fragen oder Probleme haben.

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Von Eduard Warda

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