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Regional Rache und Morde in Göttingen
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08:37 12.10.2019
Wird im Kriminalroman „Wenn Habich kommt“ zum Versteck: Das Groner Holz entlang der Bundesstraße 3. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Zwei Göttinger Autoren sorgen mit neuen Kriminalromanen für spannende Unterhaltung. Dominik Kimyon setzt Kommissar Christian Heldt an, um drei Morde aufzuklären. Wolf S. Dietrich bringt wieder Presse und Polizei zu Ermittlungen gegen einen alten Bekannten zusammen.

Der achte Göttingen-Krimi von Dietrich heißt „Wenn Habich kommt“. Fans von Dietrichs Krimi-Reihe kann der Name bekannt vorkommen: Habich war der Mörder im zweiten Roman von Dietrich – „Die Tote im Leinekanal“. Wer sich an dessen Handlung erinnern kann, findet sich in den aktuellen Krimi besser ein. Aber Vorwissen braucht es nicht, um Mark Habich nach einer Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Celle auf alten Spuren in Göttingen zu verfolgen.

Der Mann hat sich pfiffig eine vorzeitige Entlassung verschaffen können, um in Freiheit schnell wieder in alte Muster zu verfallen. So rachsüchtig wie dümmlich setzt er alles aufs Spiel.

Machenschaften in der Kunstszene

Kimyon hat nach „Stallgeruch“ mit einem Mordfall im Eichsfeld nun Tatorte in Göttingen erfunden. In seinem zweiten Krimi schickt er Heldt und sein Team auf Mördersuche in Göttingen, Bovenden und Bremke. Was nach Liebesdrama ausschaut, scheint dann mit Machenschaften in der Kunstszene zu tun zu haben, um am Ende eine überraschende Wendung zu nehmen.

Dominik Kimyon hat seinen zweiten Krimi „Hainberg“ genannt. Quelle: Niklas Richter

Dabei geht es in „Hainberg“ nicht nur um die Aufklärung von drei Morden, sondern auch um die nicht unkomplizierten Beziehungsgeflechte der ermittelnden Hauptakteure. Der alleinziehende Kommissar Heldt will seinen Sohn nicht enttäuschen und seine heimliche Liebe erobern. Sein schwuler Kollege Tomek Piotrowski hat dagegen mit seinem Vater zu tun, der mit seinem homosexuellem Sohn nicht mehr sprechen will.

Tageblatt-Redakteurin auf dünnem Eis

Was die Ermittlungen anbelangt, bietet sich in „Hainberg“ ein Blick auf Universitätsangehörige und Baulöwen, auf fürsorglichste Eltern und dubiose Einnahmequellen von Kunstkennern und ihren Handlangern. Kimyon, der im Hauptberuf Sprecher der Stadtverwaltung Göttingen ist, zeigt verschiedene Milieus auf und konstruiert Wendungen, die für Sackgassen-Ermittlungen der Kommissare sorgen. Bevor die drei Morde aufgeklärt sind, liegen nicht nur die Nerven von Kommissar Heldt blank.

Wolf S. Dietrich setzt wieder auf Lehnhoff und Petersson. Quelle: r

Seinem Kollegen Sven Petersson, der zu den ermittelnden Kripobeamten zählt, die in den Krimis von Wolf S. Dietrich eine Rolle spielen, geht es ähnlich. Als die Gefährlichkeit von Habich bewiesen ist, muss es schnell gehen, um Anna Lehnhoff zu retten. Die Tageblatt-Redakteurin bekommt bei dem Göttinger Schriftsteller immer die Hauptrolle. Sie recherchiert intensiv und betritt dabei regelmäßig dünnes Eis, das heißt, sie bringt sich in Gefahr.

Viel Lokalkolorit

Nach diesem Schema geht Dietrich vor und bringt dazu auch immer einen Göttingen-Skandal mit ins Spiel oder nimmt sich die schriftstellerische Freiheit, schmutzige Geschäfte nach Göttingen zu verlegen. Diesmal geht es um Auftragsdiebstähle von Luxusautos und um Betrug von Geldanlegern.

Die beiden neuen Göttingen-Krimis bieten also viel Lokalkolorit. Es gibt viele Orte, Geschehnisse der jüngeren Vergangenheit oder auch andeutungsweise Personen des Stadtlebens zu erkennen. Ob Leichenfund auf den Schillerwiesen oder Geldversteck im Groner Holz, ob Café in der Innenstadt oder Gartenhaus in Weende-Nord, überall lauert das Verbrechen oder zumindest wartet ein Informant. Genug brenzlige Situationen, um Krimis auf Touren zu bringen und die Leser spannend zu unterhalten.

Dominik Kimyon: „Hainberg“. Gmeiner-Verlag, 248 Seiten, 12 Euro.

Wolf S. Dietrich: „Wenn Habich kommt“. Prolibris Verlag, 263 Seiten, 12,95 Euro.

Von Angela Brünjes

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