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Regional Zwischen Müdigkeit und Auflehnung
Nachrichten Kultur Regional Zwischen Müdigkeit und Auflehnung
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17:13 31.07.2011
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Göttingen

Musikalisch passt alles perfekt zusammen, Gitarre, Bass und Schlagzeug sind genau aufeinander abgestimmt, ergeben eingängige Melodien, die immer irgendwie britisch-subkulturell klingen. Töne auf dem Keyboard und Synthesizer hier und da sorgen für eine besondere Klangfarbe.

Ein bisschen Radiohead klingt durch, ein bisschen The Cure, und aus dem Einfluss von Weezer macht die Band auch keinen Hehl, der Bassist Timo Meuser (29) trägt ein Fan-T-Shirt. Gerade das Spiel mit Zitaten macht einen der Reize ihrer Musik aus. Anklänge an andere Stücke und Bands machen die Figuren aus den Songs und ihr Lebensgefühl greifbar. Wenn im Stück „You‘re So Disco“, das ist der heimliche Hit der Band, das meint man schon mal im Radio gehört zu haben und ein Ohrwurm ist es auch, überdeutlich an Mando Diao erinnert, stellt sich gleich der Gedanke an Studenten- und Indiedisko-Partys ein.

Eine Party-Band im eigentlichen Sinne sind The Morning After aber nicht, was die Musiker gleich im Bandnamen ankündigen (Der Morgen danach). In den Texten geht es immer eher um das verpasste, mal eben nur gestreifte, dann wieder verlorene Glück, und das schale Gefühl, das zurückbleibt. Und das transportiert Nils Hartung (28) auch in seiner beeindruckenden Stimme. Ein wenig im Stil von Robert Smith, zwischen Müdigkeit und Auflehnung, singt er seine vertonten Gedichte

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Pluto können da nicht mithalten. Das Trio aus Göttingen trat im Anschluss auf und das war für die Studenten eine etwas undankbare Aufgabe, denn musikalisch und textlich sind sie noch nicht so weit. Sie spielen solides Gitarrengeschremmel, das von Bass und einem lauten Schlagzeug begleitet wird. Die Texte des 23-jährigen Sängers Steffen Triebel verfolgen die Spur von Tomte und Tocotronic und geben sich lebenserfahren. Das Publikum schrumpfte trotzdem ein bisschen ein, viele waren wohl vor allem wegen The Morning After gekommen. Eine Band, die man mögen muss.

Von Telse Wenzel