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Regional Liederabend mit Johannes Eidt
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13:54 22.08.2018
Im Herbst 2017 war die Ausstellung „Fortschreitend“ von Johannes Eidt im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie zu sehen. Jetzt kommt der Osnabrücker Künstler zu einem Liederabend in die Torhaus-Galerie. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Zu einem Liederabend mit dem Künstler Johannes Eidt lädt die Torhaus-Galerie für Sonntag, 26. August, ab 17 Uhr ein. Er steht unter dem Motto „Du kommst aus dieser Welt nicht lebend raus“.

Der Leitsatz korrespondiert mit der Karikaturen-Ausstellung „Einer geht noch“, die an selber Stelle noch bis zum 9. September zu sehen ist. Eidt, der in den 50er-Jahren an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart Malerei und später an der Tokyo University of Arts Druckgrafik studiert hat, verfasst und vertont seine Lieder selbst – um sie dann mit Gitarrenbegleitung vorzutragen. Das Repertoire umfasse sowohl besinnliche als auch bissig-treffsichere Texte voller Witz, Sarkasmus und Ironie, heißt es in einer Ankündigung. Mit großem Sprachgefühl gereimt, seiien sie weniger politisch, dafür aber „ausgesprochen gesellschaftskritisch“. Gern prangere Eidt in seinen Liedern die Eitelkeiten und Marotten der Menschen an.

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Hintersinniges mit Deutungsvielfalt

Im Herbst 2017 war der 1936 in Osnabrück geborene Künstler zuletzt in Göttingen präsent. Seine Ausstellung „Fortschreitend“ war Teil der Ausstellungsreihe „Kunst am Fassberg“ im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Zur Eröffnung führte die Kulturjournalistin Tina Fibiger in die Arbeiten Eidts ein – und sprach dabei von einer „vielseitigen und vielgestaltigen künstlerischen Welt“ des Künstlers und „hintersinnigen Werken“ mit einer großen Deutungsvielfalt. Mitunter frage sich der Betracher eines Bildes von Eidt, „was ihm hier fehl am Platz erscheint, ohne es zu sein.“

Zwischen den Kulturen vermittelt

Johannes Eidt ist als freischaffender Künstler in Osnabrück und Tokio tätig. Er hatte Lehraufträge an der Universität Hildesheim, der Tokyo University of the Arts und am internationalen Grafikmuseum Machida in Tokio. In der Altstadt von Osnabrück betreibt Eidt bereits seit 1963 ein Atelier, in dem er mehrfarbige Handsiebdrucke in kleiner Auflage entwirft und druckt. Auch Collagen und Lithografien gehören zu seinen Arbeiten. Er erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen, darunter 2012 das Bundesverdienstkreuz für sein Engagement als Vermittler zwischen den Kulturen Japans und Deutschlands. Eidt ist Mitglied der Künstlergruppen „B-71“ (Göttingen) und „Arche“ (Hameln) sowie des japanischen Künstlerbundes „Shun-yo-kai“.

Zwei Biografien über Eidt erschienen

Zwei Biografien über Johannes Eidt sind bisher erschienen; die erste wurde auch ins Japanische übersetzt. „Vor 50 Jahren – im Jahre 1963 – kehrt ein 27-jähriger, hochgewachsener junger Mann, aus Japan kommend, in seine Heimatstadt Osnabrück zurück ...“ – so beginnt die zweite Biografie „Zwischen allen Stühlen“, in der Autor Wolfgang Hesse im Jahr 2013 auf das lange Künstlerleben von Johannes Eidt zurückblickte. Sechs Jahre zuvor erschien bereits „Die Sonne ist gelb!“, ebenfalls aus der Feder von Wolfgang Hesse. Der Autor beschreibt in seinen Werken die Wege des Johannes Eidt, die ihn von Osnabrück aus in viele deutsche Städte und Dörfer führten, in Museen und Galerien, Kunstvereine und Kunstorte – und immer wieder auch ins Ausland, zum Beispiel 1977 für ein Gaststudium nach Frankreich und mehrfach nach New York.

Karten für den Liederabend im Vorverkauf

Tickets für den Liederabend am 26. August sind zum Preis von sieben Euro (zuzüglich Vorverkaufsgebühren) in der Tourist-Information im Alten Rathaus in Göttingen erhältlich.

Von Markus Riese

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