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Regional „Weltenschreiber“ startet in fünf Schulen
Nachrichten Kultur Regional „Weltenschreiber“ startet in fünf Schulen
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16:28 23.08.2018
Stellen das neue Projekt vor (v.l.): Anja Johannsen, Gesa Husemann und Julia Kizhukandayil.
Stellen das neue Projekt vor (v.l.): Anja Johannsen, Gesa Husemann und Julia Kizhukandayil. Quelle: Foto: Riese
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Göttingen / Region

Zentrale Bausteine des Programms „Weltenschreiber“ der Robert-Bosch-Stiftung, das vom Literarischen Zentrum Göttingen und derzeit noch zwei weiteren Literaturhäusern in Rostock und Stuttgart umgesetzt wird, sind Schreibwerkstätten, ein Mentorenprogramm und eine 18-monatige Fortbildung für Lehrer. Vorgestellt wurden die Inhalte während der Präsentation des Quartalsprogramms des Literarischen Zentrums im Co-Working-Space von Pro Office an der Groner Straße. „Es ist das erste Mal, dass wir unser Programm nicht in unseren eigenen Räumen vorstellen, weil diesmal einfach der Platz dafür nicht reicht“, deutete Anja Johannsen, Geschäftsführerin des Literarischen Zentrums, die Tragweite des neuen Projekts an. Und in der Tat: Zur Pressekonferenz waren nicht nur Journalisten, sondern auch Schüler, Lehrer, Schulleiter, Förderer und mit Arne Rautenberg auch einer der beteiligten Autoren gekommen.

Integration in den Deutschunterricht

Julia Kizhukandayil von der Robert-Bosch-Stiftung erläuterte das Programm und seine einzelnen Komponenten. So biete das Literarische Zentrum ein- bis zweijährige Schreibwerkstätten mit Autoren an, die in den regulären Deutschunterricht integriert werden. Vorgesehen seien dafür jeweils 80 Stunden, wie die stellvertretende Leiterin des Literarischen Zentrums, Gesa Husemann, später erklärte.

Vorstellung des Programms im Co-Working-Space an der Groner Straße. Quelle: Markus Riese

Nach einer Bewerbungsphase seien in Göttingen und der Region fünf Schulen ausgewählt worden, die nun jeweils mit einem Autor zusammenarbeiten: Das Otto-Hahn-Gymnasium erprobt das Literarische Schreiben gemeinsam mit der Romanautorin Lena Gorelik, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule mit dem Slampoeten Dalibor Markovic, die KGS Gieboldehausen mit dem Sprachkünstler Arne Rautenberg, die Goetheschule Einbeck mit der Lyrikerin Nadja Küchenmeister und die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule mit der Roman- und Theaterautorin Léda Forgó. Die Schreibwerkstätten werden von der VGH-Stiftung und der Klosterkammer Hannover gefördert.

Mentorenprogramm ab 2019

Zusätzlich vergeben die Literaturhäuser Schreibstipendien an junge Nachwuchsautoren, die ab 2019 als Mentoren mit besonders interessierten Kindern zusammenarbeiten sollen – gefördert von der Stiftung Niedersachsen.

Stellen das neue Projekt vor (v.l.): Anja Johannsen, Gesa Husemann und Julia Kizhukandayil. Quelle: Markus Riese

Auch Lehrkräfte werden im Literarischen Schreiben ausgebildet. Hierfür seien je 18 Fortbildungstage innerhalb von 18 Monaten eingeplant. Im ersten Schritt sollen die Lehrer unter Anleitung eigene Schreiberfahrungen in den Modulen Lyrik (mit Dichterin Uljana Wolf) oder Prosa (mit Autor Markus Orths) sammeln. Eine fachdidaktische Begleitung – in Kooperation mit der Abteilung Didaktik der deutschen Sprache und Literatur am Seminar für Deutsche Philologie der Universität Göttingen – soll die Lehrkräfte dann dabei unterstützen, das Gelernte auf den Schreibunterricht zu übertragen und Schüler an das Literarische Schreiben heranzuführen.

Ideen sind „nur so gesprudelt“

„Beim ersten großen Treffen aller Beteiligten, wo unter anderem Lehrkräfte und Autoren aufeinander trafen, sind die Ideen nur so gesprudelt“, freute sich Husemann über die Resonanz. Auch Kizhukandayil äußerte sich zufrieden: „Es hat auf allen Ebenen hervorragend gepasst“, fasste sie die Entscheidung für eine Umsetzung mit dem Literarischen Zentrum Göttingen zusammen. Autor Rautenberg betonte, dass das Projekt eine „Riesensache“ sei und das es vor allem darum gehe, bei den Kindern „den Spaß daran zu fördern, sich kreativ zu entfalten“.

Diskussionsrunde mit Organisatorinnen, Förderern und einem der beteiligten Autoren. Quelle: Markus Riese

Das Herbstprogramm des Literarischen Zentrums ist auf der Internetseite literarisches-zentrum-goettingen.de/programm zu finden.

Von Markus Riese