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Regional Erfolgreiche Petition: Bekommt das Deutsche Theater doch mehr Geld?
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06:00 12.10.2018
Antje Thoms, Initiatorin der Aktion „Rette dein Theater“. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Neun Millionen Euro hatten die Theater und Orchester in Niedersachsen als zusätzlichen Förderbedarf bei der Landesregierung angemeldet. Geeinigt hatte man sich dann auf sechs Millionen Euro, die in den Haushaltsentwurf aufgenommen wurden. Mit Beginn der Sommerpause sei das jedoch wieder gestrichen worden, berichtet Thoms. Nach dem Willen des Finanzministers solle es keine Steigerung geben. Bei der Verabschiedung wechselnder und der Begrüßung neuer Schauspieler habe DT-Intendant Erich Sidler davon berichtet. Daraufhin habe sie eine Mitarbeiterinitiative gestartet: #rettedeintheater. Denn: „Wir müssen unsere eigene Lobbyarbeit machen.“ Für sie sei das nahezu ein Vollzeitjob geworden, sagt Thoms.

Ihre Kontakte sei sie durchgegangen und habe mit Regisseuren, Bühnen- und Kostümbildnern wie auch mit Schauspielern gesprochen, mit denen sie zusammengearbeitet hat. Ansprechpartner in den Theatern wollte sie so auftun, das sei auch gelungen. Viel Unterstützung sei auch von der Dramaturgischen Gesellschaft gekommen. Deren Vorsitzender Harald Wolff ist Chefdramaturg in Gießen, lebt aber auch in Göttingen. Mit den DT-Schauspielerinnen Gaia Vogel, Judith Strößenreuter und Christina Jung hat sie eine Arbeitsgruppe gegründet, die einiges geplant hat.

5000 Stimmen niedersächsischer Bürger

Kern der Aktion ist die Petition, die Thoms auf den Weg gebracht hat. Auf der Internetseite Open Petition hat sie #rettedeintheater verankert. 5000 Stimmen niedersächsischer Bürger sind notwendig, 7914 hatten bis gestern Abend dafür gestimmt. Am 24. Oktober soll die Petition dem Landtag in Hannover übergeben werden. Dann werden viele Mitarbeiter der Theater in Göttingen, Celle, Osnabrück, Hildesheim, Wilhelmshaven, aus dem Dreispartenhaus in Lüneburg und vom Göttinger Symphonie-Orchester dabei sein, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Die Musiker wollen Instrumente mitbringen und auf dem Platz der Göttinger Sieben neben dem Landtag musizieren – „deutlich vernehmbar“, sagt Thoms.

Mit dabei ist dann auch Johann Sebastian Sommer, Cellist des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO), das ebenfalls von der Streichung der höheren Förderung betroffen ist. Er sitzt als dessen Vertreter in der sogenannten Orchesterkonferenz Niedersachsen, dem Zusammenschluss der niedersächsischen Orchester. Im Zusammenhang mit der Streichung sei das Gremium zum ersten Mal öffentlich aktiv geworden, sagt Sommer. Er berichtet von GSO-Stellen, die wegen der Geldknappheit nicht wiederbesetzt werden konnten.

Bis zur vier Posten nicht besetzt

GSO-Geschäftsführer Klaus Hoffmann bestätigt das. Von den 51 festen Musikerstellen seien in den vergangenen Jahren im Schnitt bis zur vier Posten nicht besetzt gewesen. Das Problem laut Hoffmann: „Wir haben so gut wie alle Einsparpotenziale ausgeschöpft.“ Jetzt bleibe die von der Landesregierung versprochene Besserstellung der kommunalen Theater und Orchester aus. Hoffmann: „Wir fahren das künstlerische Personal dauerhaft auf 110 Prozent.“ Das schränke auf Dauer die Qualität ein. Nahezu 200 000 Euro habe das Orchester in den vergangenen Jahren eingespart. Jetzt fehlten etwa 350 000 Euro.

Das DT hat einen Bedarf von etwa einer Million Euro angemeldet, erklärt Intendant Erich Sidler. Das Problem in dem Haus am Wall sei vor allem die Theaterpädagogik und hier die Kooperation mit den Schulen. Die Nachfrage sei ständig gestiegen, „früher oder später können wir das nicht mehr bedienen“. Betroffen seien auch die diversen Spielclubs, eine Art Volksbühne, in denen alle Menschen aus der Region mitwirken könnten. Schwierig sei zudem die finanzielle Situation vieler Schauspieler, vor allem in den ersten Jahren. „Es kann nicht angehen, das der Schauspieler, der einen ganzen Abend auf der Bühne bestreitet, 500 Euro im Monat weniger verdient als der Techniker auf der Seitenbühne“, sagt Sidler – ein Problem, dass sie gemeinsam mit Politik und Verwaltung klären müssten.

GSO-Geschäftsführer Hoffmann ist übrigens optimistisch, dass die höheren Förderungen doch noch in den Nachtragshaushalt aufgenommen werden. Gefordert sind hier die Landtagspolitiker. Hoffmann: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei all den Zusagen – auch vom Ministerpräsidenten – sie ihre Versprechen nicht einhalten.“

Von Peter Krüger-Lenz

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