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Domfestspiele „Eselhundkatzehahn“ zur Eröffnung der Gandersheimer Domfestspiele
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18:20 22.06.2015
Auf den Weg nach Bremen: Hund (Julia Friede), Esel (Sebastian Strehler), Hahn (Moritz Fleiter) und Katze (Luise Schubert).
Auf den Weg nach Bremen: Hund (Julia Friede), Esel (Sebastian Strehler), Hahn (Moritz Fleiter) und Katze (Luise Schubert). Quelle: Hillebrecht
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Bad Gandersheim

Doll und Komponist Dominik Dittrich haben das Stück nach dem Vorbild des Märchens „Die Bremer Stadtmusikanten“ entwickelt.

Eigentlich ist der Name „Eselhundkatze“ nicht ganz richtig. Denn der Hahn im Stück ist ein Kuckuck. Er möchte aber gerne Krähen lernen, um es seiner Mutter, sie ist eine Henne, recht zu machen. Damit ergibt sich auch schon der erste Konflikt des Stück: Warum muss er so sein, wie alle von ihm erwarten? Warum soll ein Kuckuck nicht krähen dürfen?

Regisseurin Nina Pichler hat auf eine junge Sprache gesetzt. Der Esel, großartig gespielt von Sebastian Strehler, findet manches „krass“ und der Hund, Julia Friede, kommentiert gerne mit „Rock‘n‘Roll“. Selbst Wörter wie „geil“ sind kein Tabu. Das kommt beim Publikum an.

Alle vier Hauptfiguren sind herausragend gespielt. Die Freude, mit der sie spielen, überträgt sich sofort auf das Publikum, nicht selten wird im Rhythmus mitgeklatscht.

Urkomisch sind auch die gackernden Hennen, die mit dem tapsigen Frosch die meisten Lacher verbuchen konnten. Drollig sind auch die naiven Räuber, die auf jede Frage mit „Warum? Ach, verstehe, weil wir Räuber sind“ antworten.

Alle Lieder des Stücks basieren auf bekannten Kinder- und Volksliedern, die hier und da textlich an die Geschichte angepasst wurden. Die musikalische Umsetzung übernahm Dittrichs Hamburger Band „Tante Polly“ , die während der Vorstellung mit auf der Bühne stand. Entstanden ist daraus eine witzige, einzigartige Komposition die beispielsweise eine Reggae-Version des Volksliedes „Im Frühtau zu Berge“ oder das Kinderlied „Kommt ein Vogel geflogen“ als Blues im Repertoire hat.

Als der Kuckuckshahn beim großen Abschlusskonzert der Band ein einwandfreies „Kikeriki“ hinbekommt, tobt das Publikum. Das temporeiche Stück begeisterte Groß und Klein und ist uneingeschränkt zu empfehlen. 

Von Sebastian Wels

Von „Eselhundkatzehahn“ sind weitere Vorstellungen bei den Gandersheimer Domfestspielen 2015 zu sehen unter anderem am 28. Juni und 11. Juli um 15 Uhr, am 7., 8. und 9. Juli um 10 Uhr und zuletzt am 16. August um 15 Uhr.