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Händel-Festspiele 2017 „Das war richtig gut“
Nachrichten Kultur Themen Händel-Festspiele Händel-Festspiele 2017 „Das war richtig gut“
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11:30 30.05.2017
Von Michael Schäfer
Die Gäste loben die Händel-Festspiele 2017: Hier ein Bild vom Händel-Familientag. Quelle: Heller
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Göttingen
Regina Butt Quelle: Schäfer

Die Göttingerin Regina Butt war vor allem angetan von den beiden Konzerten der Göttinger Kantoreien: der Jacobi-Kantorei mit Händels „Isreal in Egypt“ und der Stadtkantorei mit „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus. Das Public Viewing der Oper „Lotario“ war für sie ein besonderes Erlebnis: Zunächst hatte sie befürchtet, man müsse eigene Klappstühle mitbringen, doch dann war alles perfekt organisiert bis hin zur Sektbar: „Das war richtig gut“. Von keiner Veranstaltung war sie enttäuscht.

 

Gisela Wollborn Quelle: Schäfer

Gisela Wollborn (62) aus Göttingen, als eifrige Sängerin im Sing-along-Chor schon lange aktiver Händel-Fan, war vom Auftaktkonzert mit Laurence Cummings am Cembalo, der Violinistin Elizabeth Blumenstock und der Cellistin Phoebe Carrai hell begeistert. Schon lange kennt sie Phoebe Carrai und hat sie nach dem Konzert begrüßt: „Ich hab ihr gesagt, dass ich sie liebe!“ Und bei der Oper „Lotario“ habe einfach alles gestimmt: Dekoration, Bühne, Stimmen, Kostüme. „Das war dieses Jahr besonders schön!“ Auf die Frage nach Enttäuschungen musste sie passen. 

 

Lutz Preßler Quelle: Schäfer

Ein begeisterter Chorsänger und Konzertgänger ist Lutz Preßler. Auch er war von vielen Veranstaltungen sehr angetan, etwa vom Konzert der Jacobi-Kantorei mit „Israel in Egypt“ („speziell der erste Teil“) und dem Göttinger Knabenchor mit seinem Konzert zum 100. Geburtstag von Franz Herzog: „Das war auch von den Werken her ganz toll!“ Seine Freude an „Lotario“ macht er vor allem an den „sehr guten Solisten“ und dem „sehr guten Orchester“ fest. Tief beeindruckt hat ihn das A-cappella-Konzert des NDR-Chors in Dransfeld – mit einer kleinen Einschränkung: „Es hätte auch etwas leiser sein können.“ Er schickte noch einen Nachtrag zu seinen Einschätzungen: „Eben war ich noch in , ,Beyond Doubt Lotario‘. Hervorragend, nicht nur von der Konzeption, sondern es waren auch musikalisch und schauspielerisch wirklich gute Leistungen dabei.“ Enttäuscht war Preßler lediglich von der Unruhe um die Piepton-Störung in der Haydn-Oper: „Das hat die Konzentration arg erschwert.“

 

Zu den Gästen der „Lotario“-Generalprobe im Deutschen Theater gehörte das Ensemble der Jugendoper „Beyond Doubt Lotario“. Die kannten, weil sie es ja selbst singen mussten, viele Nummern dieser Oper ziemlich genau. Und waren total verblüfft, was sie nun von den Gesangsprofis geboten bekamen. Ein jugendlicher Sänger bekannte in der Pause: „Ich musste ein paarmal heulen, so schön war das!“

 

Die Oper „Lotario“ schließt, wie üblich in diesem barocken Genre, trotz aller bösen Intrigen mit einem Happy-End. Wobei Regisseur Carlos Wagner mit einer allerletzten kleinen Aktion dennoch auf das Fortwirken des Bösen verweist: Während sich der Vorhang schließt, sieht man, wie dem König ein Giftbecher gereicht wird. Das veranlasste eine Zuschauerin der Dernière am Sonntag zu dem spontanen leisen Ausruf: „Scheiße!“

 

Ganz unverhofft erhielten Tobias und Hildgund Broda Freikarten für die Haydn-Oper „Orfeo ed Euridice“ mit dem GSO am Sonntag. Hintergrund: Tobias Broda hatte vor einiger Zeit in einem Chor mitgewirkt, den der Sänger Simon Bode initiiert hatte. Bode, der Orfeo in Haydns Oper, entsann sich, dass besagter Broda Mitarbeiter der Göttinger Agentur für Arbeit ist. Und weil er im benachbarten Intercity-Hotel untergebracht war, stattete er dem überraschten Broda einen Blitzbesuch am Arbeitsplatz ab und überreichte ihm die Freikarten.