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Händel-Festspiele 2017 Hingucker Haydn-Oper
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13:00 25.05.2017
Von Angela Brünjes
Simone Kermes und Christoph-Mathias Mueller bei einem Konzert in der Aula der Universität Göttingen im Jahr 2014. Am Wochenende gastiert die Sopranistin wieder in Göttingen. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Aufführungen

Die Aufführungen der Haydn-Oper „Orfeo ed Euridice“ beginnen am Sonnabend, 27. Mai, um 19.45 Uhr und am Sonntag, 28. Mai, um 18 Uhr in der Stadthalle Göttingen, Albaniplatz. Eintrittskarten (ab 41,80 Euro) sind erhältlich in den Tageblatt-Geschäftsstellen in Göttingen, Weender Straße 44, und in Duderstadt, Marktstraße 9, oder unter gt-ticketservice.de.

Tageblatt: Die Haydn-Oper „Orfeo ed Euridice“ soll auch ein Hingucker werden. Warum haben Sie sich hier für eine Aufführung mit visuellem Konzept entschieden, woher stammt die Idee?

Mueller: Ich bin kein Freund von halbszenischen Aufführungen. Bereits bei unserer Uraufführung von komplettierten Debussy-Opern hatte ich eine Videokünstlerin beauftragt, die Oper visuell umzusetzen, das heißt zu interpretieren, nicht nur zu bebildern. Für unsere Aufführungen der letzten Oper von Joseph Haydn war ich deshalb sofort interessiert, als mir unsere vormalige Verwaltungsdirektorin Frau Loh den Künstler Jochen Hein dafür empfohlen hat. Seine Bilder haben mir sehr gut gefallen, da sie mir in ihrer Mehrschichtigkeit geeignet schienen, als Basis für eine visuelle Umsetzung der Orpheus-Sage zu dienen.

 

Wie haben Sie mit Stephan Boehme zusammengearbeitet, um die Projektionen und Visualisierungen zu kreieren?

 Ich habe bereits mehrere Male mit Stephan Boehme zusammengearbeitet. Er vereinigt mehrere ideale Qualifikationen auf sich: Musiker, Tonmeister und Videokünstler. Er hat unter anderem einen sehr schönen Imagefilm  für das Göttinger Symphonie Orchester gedreht. Die Grundidee war, dass die ganze Bühne als Bild wahrgenommen werden kann, das heißt, musikalische und bildnerische Welt sich auf Augenhöhe begegnen.

 

Ursprünglich war das in Zusammenarbeit mit dem Künstler Jochen Hein vorgesehen. Warum ist das nicht zustande gekommen?

Herr Hein hatte Herrn Boehme sein Bildmaterial zur freien Verfügung gestellt. Die Adaption für die Oper stellte aber für Herrn Hein schlussendlich einen zu starken Eingriff in seine künstlerische Arbeit dar. Ich konnte das aus Herrn Heins Sicht nachvollziehen. Ich bin deshalb Herrn Boehme dankbar, dass er sich bereit erklärt hat, das gesamte visuelle Konzept zu gestalten.

 

Simone Kermes ist Ihnen und dem Göttinger Symphonie Orchester sehr verbunden. Hat die Sopranistin auch ein Faible für Haydn?

Simone Kermes ist eine meiner engsten musikalischen Partnerinnen in meiner Göttinger Zeit, aber auch anderswo auf der Welt: Wir haben sehr viel unterschiedliches Repertoire zusammen musiziert: Mozart, Mahler, Strauss. Es freut mich besonders, dass sie nach der Haydn-Oper auch noch in meiner kommenden letzten Saison hier mit mir auftreten wird. Neben ihrer überwältigenden Ausdruckskraft und den brillanten stimmlichen Fähigkeiten berührt mich ihr Gesang immer besonders bei der Darstellung von zarten Stellen. Da bietet Haydns Euridice von virtuosesten Koloraturen bis zur ergreifendsten Verletzlichkeit alles. Simone ist deshalb die absolut ideale Besetzung!

 Interview Angela Brünjes