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Händel-Festspiele 2017 Lebendig, ernsthaft, spielerisch und lustig
Nachrichten Kultur Themen Händel-Festspiele Händel-Festspiele 2017 Lebendig, ernsthaft, spielerisch und lustig
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19:23 26.05.2017
Von Hannah Scheiwe
Laurence Cummings ist der Künstlerische Leiter der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen.  Quelle: Richter
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Göttingen

Laurence Cummings, nennen Sie drei Adjektive, die Sie persönlich als Künstlerischen Leiter der Händel-Festspiele beschreiben. 

Ich würde sagen lebendig. Es sind sehr energetische Festspiele, es gibt Unmengen zu tun und es ist sehr wichtig, dass alles lebendig bleibt. Händels Musik verdient es, in der Luft zu knistern. Ich hoffe, das gelingt mir. Ich hoffe auch, dass wir eine Ernsthaftigkeit in die Musik bringen. Ernsthaft nicht nur im Sinne vom Ernstnehmen der Musik, sondern auch davon, in jedes Detail der Musik einzutauchen - die Art, wie sie mit dem gesungenen Text korreliert. Und ich hoffe, dass wir beides zusammenbringen und eine wundervolle Darstellung von Händels Musik bieten können.

Und schließlich spielerisch, lustig - weil es für mich bei Musik darum geht, zusammenzukommen und zusammen Spaß zu haben, sich gut zu vergnügen. Die Musik zwar ernst zu nehmen aber auch das Gefühl zu haben, dass das Publikum das Theater beschwingt verlässt.

Wenn Sie für einen Tag eine musikalische Zeitreise machen dürften, wohin würde sie führen?

Ich würde nach London in den 1720er Jahren reisen und Herrn Händel dabei bestaunen, wie er vom Cembalo aus seine Opern dirigiert. Ich würde wahnsinnig gern herausfinden, wie es sich angefühlt hat, wie alle auf die Musik reagiert haben. Und allein seine Musik zum allerersten Mal zu hören, wäre so aufregend.

"Schön oder modern?"- Diese Frage stellt sich oft bei Operninszenierungen. Wie sieht es mit der diesjährigen Festspieloper "Lotario" aus?

Ich denke wirklich, dass die Oper dieses Jahr sowohl schön als auch modern ist. Das liegt daran, dass die Produktion sich der historischen Figuren bedient und ihnen quasi historische Kleidung gibt. Die Kostüme sind also nicht vollends historisch, aber gewiss auch nicht modern. Die Situation ist ja sehr verzweifelt, alle befinden sich in diesem geschlossenen Raum, alle zusammen, recht klaustrophobisch. Das ermöglicht der Schönheit der Musik, ihre Wirkung zu entfalten, aber führt auch zu wundervollen Szenen auf der Bühne. Daher denke ich, dass die Inszenierung beides ist: schön und modern.