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Händel-Festspiele 2017 Neun Deutsche Arien in St. Paulus
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16:18 26.05.2017
Eigentlich hat Georg Friedrich Händel die Neun Deutschen Arien für Sopran mit Klavier, Violine und Violoncello verfasst. Bei den Händel-Festspielen ging das Ensembel „Continuum“ um die Berlinerin Elina Albach neue Wege. Den Gesang übernahm kurzerhand der Tenor Raphael Höhn. Mit Erfolg. Quelle: R
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Göttingen

Händel-Musik vom Allerfeinsten gab es am Himmelfahrtstag spät in der Nacht. Bei einem Nachtkonzert präsentierten die Musiker von Continuum („Emerging-European-Ensemble“ des Jahres 2017) die Neun Deutschen Arien. Händel hatte diese Da-capo-Arien in den Jahren 1724 bis 1727 nach Gedichten des Hamburger Dichters Barthold Heinrich Brockes komponiert.

Das Konzert begann vielversprechend. Alte Musik mit zeitgemäßen Ausdrucksformen zu verknüpfen, ist das zentrale Anliegen Elina Albachs. Die fingerfertige Cembalistin hatte dazu junge Künstler mit nach Göttingen gebracht, die die Grenzen des Traditionellen überwanden und das Konzert mit exzellenter Qualität bereicherten. Mit dabei war der in Bern aufgewachsenen Musiker Daniel Rosin. Sanft strich dieser zu Beginn über die Saiten seines Instrumentes. Dabei ging er gedanklich einige technisch hochanspruchsvollen Passagen des Konzertes durch. Bei ihm auf der Bühne war Santiago Medina, der mit seinem warmen Klang, den er auf der Geige erzeugte, sogleich den Raum der Kirche erfüllte. An diesem Abend stieß zu diesem hochkarätigen Trio Raphael Höhn. Der Schweizer Tenor ist mittlerweile ein gefragter Solist für barocke und klassische Musik. Zudem ist er Bachpreisträger des Jahres 2016. Höhn scheute sich nicht, die eigentlich für Sopran geschriebenen Deutschen Arien auf seine Art zu interpretieren. Dies sollte Gelingen.

Ein Lob auf die Schönheit der Natur und ewiges Leben, das sind die Themen der geistlichen Gedichte von B. H. Brockes. Seine stillen und empfindsamen Texte, gepaart mit den Melodien von Händel, gingen in der Atmosphäre der mit Kerzen erleuchteten St.Paulus-Kirche ans Herz. Vor allem beeindruckte der warme Klang, den alle vier Musiker miteinander schufen. „Es war ein wirklich schönes Konzert“, sagten am Ende viele, der rund 120 Besucher.

von Bernhard Marks