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Hart am Wind Letztes Treffen der Jugendredaktion
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12:16 10.05.2012
Hier ein Teil der Jugendredaktion "Hart am Wind". Petra Bensaid, Julianna Leibold, Lena Bolz, Gesa Husemann und Theresa Safarian (v. li.) Quelle: EF
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Mindestens drei Inszenierungen haben die jungen Redakteure jeweils gesehen, sie haben Podiumsdiskussionen besucht, hinter die Kulissen des Festivals geblickt und viele Gespräche mit Theaterleuten geführt. Vor allem aber haben sie sich zu täglichen Redaktionssitzungen in der mobilen Bühne am Festivalzelt getroffen und dort auch an Workshops mit erfahrenen Journalisten und Theatermachern teilgenommen:

Nachdem Björn Dinges von der online-Redaktion des GT am zweiten Festivaltag zu Gast war und aus seinem Arbeitsalltag berichtet hatte, informierte Eckhard Mittelstädt über seine Arbeit als Geschäftsführer des Landesverbandes der Freien Theater in Niedersachsen e.V., vor allem aber auch als Kulturjournalist darüber, wie man kritisch Theater gucken und darüber berichten kann. Dabei ging es auch um die Frage, ob man sich als Journalist lieber gut auf einen Theaterbesuch vorbereiten oder ganz unvoreingenommen in eine Vorstellung gehen soll. Der Berliner Theaterkritiker Peter Claus (RBB), der beim Festival die Inszenierungsgespräche und Podiumsdiskussionen moderierte, ergänzte die Diskussion am Samstag und gab eine Einführung in den Radiojournalismus.

Spätestens nach den Workshops wurde den Jugendredakteuren klar: Es gibt verschiedenste Wege, Theater zu sehen und davon zu berichten, sehr viel hängt von der eigenen Erwartungshaltung ab, mit der man in ein Stück geht. Und während der eine seine Eindrücke am liebsten gleich während der Vorstellung mitschreibt, schläft der andere noch eine Nacht darüber, bevor er seine Gedanken formulieren kann. Diese dann auf den Punkt zu bringen und auch noch eine passende, treffende Schlagzeile zu finden – „das auszuprobieren, war eine tolle Erfahrung und sicher auch sehr hilfreich fürs spätere Berufsleben“, findet Lena Bolz.

Theresa Safarian hat an der Jugendredaktion und am Festival am besten gefallen, dass „sich hier Leute mit den gleichen Interessen treffen und in einer guten Atmosphäre so offen und interessiert miteinander reden“. Besonders beeindruckt war sie, dass auch die Jugendredakteure sofort in die Gemeinschaft aufgenommen wurden, „unsere Gespräche fanden immer auf Augenhöhe statt“. Julianna Leibold, die jüngste der Redaktion, bestätigt das. Sie hat als Jugendredakteurin ihr erstes Interview geführt und während des Festivals mit BISSwert auch ihr erstes Klassenzimmerstück gesehen: „Das war cool, weil wir Zuschauer mit einbezogen wurden. Und für das Interview hat sich die Schauspielerin dann richtig viel Zeit genommen und alle Fragen ganz ehrlich und aufrichtig beantwortet“. Das hat auch Clara Giro beeindruckt: „Man denkt immer, Theaterleute und Schauspieler, an die kommt man gar nicht ran, aber das sind ja auch nur ganz normale Menschen und die sind alle sehr offen und waren auch an unserer Meinung interessiert.“

Alle hätten sich gewünscht, dass noch mehr Jugendliche zum Festival gekommen wären. „Stücke wie "Hotel Braunschweig" oder "Geheim", die sind so wichtig für Jugendliche oder Kinder, das sind doch genau unsere Themen“, meint Theresa Safarian.

Alle sind sich einig, dass ihnen die Festival-Woche viele Anregungen fürs spätere Berufsleben gegeben hat. Und alle wollen künftig mehr ins Theater gehen. Und Schreiben, das haben sie erfahren, ist richtig harte Arbeit.

Jugendredaktion HART AM WIND