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Hart am Wind Man kann nicht früh Genug anfangen...
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18:12 06.05.2012
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Ja, dem stimme ich zu. Doch merkte ich bald, dass die Jugendlichen ausblieben, jedenfalls bei der Eröffnung. Es wurde geredet und Informationen wurden kundgetan. Für jeden theaterbewussten Mitbürger recht interessant.

Viel wurde über die oft mangelnde, doch so wichtige Kooperation gesprochen. Die einzelnen Theater der Region, die zum Festival HART AM WIND in Göttingen geladen waren, waren anwesend. Doch wo waren die Fragen der Masse? Die Masse der Jugendlichen fehlte. Das Hauptbeispiel, was ich hier anführe: Es wurde über das Geld gesprochen, das in das Festival geflossen ist.

Wo aber waren die Jugendlichen bei der Eröffnung, die sagten: “Ja, wir wollen Theater!“- Damit sich Eltern auch mehr für die Förderung von Theater und Kunst persönlich interessieren. Sie blieben aus.

Doch blieb auch der Bürgermeister diesem so wichtigen und ereignisreichen Festival fern.

Theater, Festivals, Veranstaltungen und Organisationen sollten weiterhin gefördert werden. Sonst sterben sie aus.
Mein Motto für Hart am Wind:
 !!!MAN KANN NICHT FRÜH GENUG ANFANGEN!!!

Was bedeutet das? Fördert uns. Fördert unsere Köpfe, fördert HART AM WIND, und die Jugendlichen werden es lieben und auch mehr Interesse zeigen. Bei den Rednern auf der Eröffnungsbühne fanden sich meine Gedanken wieder.
Dorothea Derben, die Vorsitzende vom DOMINO e.V. hat es knapp und sehr aussagekräftig zusammengefasst:

Kooperation ist wichtig und muss gefördert werden... Freie Theater müssen akzeptiert und eingebunden werden... Sie sind bei einem Festival nicht mehr wegzudenken...

Interview mit Dorothea Derben von DOMINO e.V., Kooperationspartner für HART AM WIND:

Sie als Vorsitzende von DOMINO e.V., wie fanden Sie die Eigenwerbung des DT? Es ist doch nicht ihr Festival, oder?

Initiator und Ideengeber ist die Nord AG der ASSITEJ, der internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche. Das erste Festival 'Hart am Wind' fand in Oldenburg 2008, das zweite in Hannover 2010 statt. Die Nord AG hat dann das Deutsche Theater in Göttingen gefragt, ob es für dieses dritte Festival 'Hart am Wind' in Göttingen Gastgeber sein will, sie hat von Herrn Zurmühle die Zusage erhalten, und damit ist das DT Ausrichter für dieses Festival, hat für die Finanzierung gesorgt, und auch uns für die Kooperation angefragt. Und insofern gestaltet das DT auch die Werbung. Und es ist mit eigenen Veranstaltungen im Programm vertreten.

Stört Sie es nicht, dass das DT den Ton angibt?

Wie gesagt, ohne das DT wäre 'Hart am Wind' in Göttingen nicht gelaufen. Wir Veranstalter haben Annette Trümper mit der Festivalorganisation beauftragt, die wiederum Funktionsabläufe mit dem DT abgestimmt hat. Wir alle, also von DOMINO, vom jungen schauspiel, vom Landesverband Freier Theater und Annette Trümper haben uns auch regelmäßig getroffen und waren ständig in Kontakt, um alles vorzubereiten. Wir von DOMINO e.V. sind als Kooperationspartner in der Jury für die Programmauswahl unterwegs gewesen, ebenso haben wir mitgewirkt bei der Gestaltung des Rahmenprogramms, haben Vorbereitung und Durchführung organisatorisch und auch die Theaterpädagogik unterstützt.

Aber dass der Bürgermeister nicht anwesend war, das stört Sie doch?

Die Stadt war durch die Kulturdezernentin Frau Dr. Schlapeit-Beck vertreten, das ist meistens so, dass sie zu solchen Anlässen spricht, weil sie mit der Kulturszene insgesamt gut vertraut ist, Herr Meyer hatte das Festival ja mit einem Grußwort im Programmheft gewürdigt.

Ist Theater Leistungsdruck?

Dieses Festival war viel Arbeit, ja, aber es ist positiver Stress. Das ganze ist einfach ein tolles Ereignis, das Göttingen in puncto Kinder- und Jugendtheater ein großes Stück nach vorne bringt. Es hat das so in dieser Dimension, mit 14 extra von einer Jury ausgewählten Inszenierungen für Kinder und Jugendliche, von städtischen und staatlichen Bühnen und freien Theatern aus ganz Norddeutschland, in Göttingen noch nicht gegeben. Und auch diese Möglichkeit, sich auf Arbeitstreffen und bei Inszenierungsgesprächen unter Kollegen über Kinder- und Jugendtheater auszutauschen, ist in diesem Ausmaß einmalig. Es ist zwar mehr Arbeitsaufwand, aber der lohnt sich, weil dieser Austausch wichtig ist, wenn man im Kinder- und Jugendtheater was bewegen will.

Da hört man es, ohne Fleiß kein Preis. Man hört es auch aus Frau Derbens Rede: Kooperation gibt es, doch muss sie weiterhin gefördert werden. Denn gearbeitet wird für so ein Festival viel, und das sollte auch von den Jugendlichen honoriert werden. Und Massen in die Theater treiben.

Von Caspar R. M. Derben