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Hart am Wind Norddeutschlands größtes Jugendtheaterfestival
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19:28 11.03.2012
Organisationsteam: Julia Weingart, Franz Wucherpfennig, Mark Zurmühle, Annette Trümper, Dorothea Derben, Eckhard Mittelstädt, Joachim von Burchard (von links).
Organisationsteam: Julia Weingart, Franz Wucherpfennig, Mark Zurmühle, Annette Trümper, Dorothea Derben, Eckhard Mittelstädt, Joachim von Burchard (von links). Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Um den Alltag von Soldaten dreht sich der szenisch-musikalische Einsatzbericht, an dem unter anderem der Göttinger Knabenchor mitwirkt. Männliche Rollenbilder sind Gegenstand des Stücks „Krieg“ von Denis Foon, das das Theater Lüneburg zeigt. Vor der Abschiebung flieht der 18-jährige Afrikaner Dede in der Inszenierung „Über die Grenze ist es nur ein Schritt“ von Michael Müller (Junges Schauspielhaus Hamburg). Der junge Mann landet in einem Bus, in dem die 20 Zuschauer auf den Beginn der Theateraufführung warten.

„Deportation Cast“ von Björn Bicker (Junges Schauspiel Hannover) schildert die Abschiebung einer Roma-Familie in den Kosovo. Während Elvira auf dem Balkan eine Hütte auf einer Müllkippe bezieht, stellt ihr deutscher Freund fest, dass sein Vater als Pilot das Abschiebeflugzeug gesteuert hat.

In „Liebe Liebe? Liebe“ von Thomas B. Hoffmann (Schnürschuh Theater, Bremen) ergründen drei Spieler große Gefühle. „Die Jungen kamen mit roten Köpfen aus dem Stück heraus“, beobachtete die künstlerische Leiterin Dorothea Derben (Domino), die für die Stückeauswahl mit verantwortlich zeichnet. 

Fast ganz auf Worte verzichtet die Produktion „Geschichten aus Wimmlingen“, eine Koproduktion von drei Hildesheimer Theatern. Das Stück, das sich an den Büchern von Rotraut Susanne Berner orientiert, richtet sich an Kinder zwischen zwei und fünf Jahren. „Zu den Besonderheiten des Festivals gehört, dass es einen intensiven Austausch zwischen freien und etablierten Bühnen bietet“, sagt Zurmühle.

Ausgerichtet wird das Festival, das einen sechsstelligen Euro-Betrag kostet, vom Deutschen Theater Göttingen, Domino, dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen und dem Deutschen Bühnenverein Landesverband Nord. Zum Rahmenprogramm gehören Inszenierungsgespräche, theaterpädagogische Workshops und eine Jugendredaktion. Die Jugendredaktion wird von "Hart am Wind" gemeinsam mit dem Göttinger Tageblatt ins Leben gerufen.

Jugendredaktion für Festival

Interessierte Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren können das Festival vor und hinter der Bühne redaktionell begleiten. Die Jugendredakteure schreiben Vorstellungskritiken, Schauspielerportraits oder begleiten die Technik beim Bühnenaufbau. Auch Momentaufnahmen aus Sicht der Zuschauer sind möglich.

Die Texte, Bilder und Videos der Jugendredaktion sollen einen Einblick in den Festivalalltag geben. Die Beiträge werden vom 2. bis 6. Mai täglich online auf der Website des Göttinger Tageblatts und im Festivalzelt am Deutschen Theater veröffentlicht. Zur Vorbereitung laden das Deutsche Theater und "Hart am Wind" ein zu einem Vorstellungsbesuch von "Mein innerer Elvis" am 20. April um 18 Uhr. Außerdem findet ein Workshop am 21. April zum Schreiben über das Theater, seine Produktionen und Menschen statt.

Interessierte Jugendliche können sich unter Telefon 0551/49 69 56 oder per E-Mail im Festivalbüro melden.

Von Michael Caspar