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Hart am Wind "Schuld an der Verarmung meines Lebens“
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Quelle: Opitz
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"Demian" von Hermann Hesse wurde vom Oldenburgischen Staatstheater in einer Bühnenbearbeitung von Daniela Löffner im Rahmen des Festivals „Hart am Wind“ aufgeführt. Die Geschichte handelt von der inneren Zerrissenheit des Protagonisten Emil Sinclair (Rüdiger Hauffe). In Demian, seinem neuen Mitschüler, findet Emil schließlich einen Seelenverwandten, und fortan wird Emil in seinem realen Leben wie auch in seinen verwirrend anmutenden Träumen und seiner wilden Phantasie von Demian (Eike Jon Ahrens) begleitet, ohne den er sich einsam fühlt.

Auch wenn Emil den Kontakt zu Demian am Anfang vermeiden will, ist da etwas, was beide verbindet, eine gewisse Ähnlichkeit ihrer Denkweise und eine übereinstimmende Meinung über die zwei unterschiedlichen Welten: Die gute und schöne Welt und die andere, böse und dunkle Welt; von beiden fühlt Demian sich gleichermaßen angezogen.

Das Ensemble des Oldenburgischen Staatstheaters besteht aus sechs Schauspielern, die mit viel Talent und Energie ihre Rollen sehr gut präsentierten. Ein gut durchdachtes, einfaches Bühnenbild, das ein sehr großes, nach hinten hochgestelltes Zimmer darstellen sollte, lässt den Zuschauer immer wieder etwas Neues entdecken.

Für meine Altersklasse (14 Jahre) erscheint dieses Stück dennoch eher ungeeignet, weil man es nur schwer versteht, wenn man den Originaltext von Hermann Hesse nicht im Vorhinein gelesen hat, und da es auch recht lange Dialoge beinhaltet, die mit vielen Informationen überladen sind, so dass es schon deswegen Mühe kostet, dem Stück wegen der dadurch ausgelösten Gedanken zu folgen. In jedem Fall bietet das Stück dem Zuschauer aber viele Anregungen zum Nachdenken und Diskutieren.