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Soundcheck Festival 2013 NDR2 macht Göttingen wieder zur Soundcheck-City
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14:12 14.04.2014
Von Angela Brünjes
Allerbeste Stimmung in der Stadthalle: Alle drei Konzerte, wie das von Passenger am Sonnabend mit 1500 Zuschauern, ausverkauft. Neben der Stadthalle, waren Junges Theater und Deutsches Theater Orte der Soundcheck-Konzerte. Quelle: Vetter
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Göttingen

Absperrbänder vor der Stadthalle, lange Reihen vor dem Deutschen Theater und dann der Lindwurm von der Lokhalle über die Bahnhofsallee bis zur Groner Landstraße: acht Konzerte und das Finale „Musikszene Deutschland“ des Festivals „NDR 2 Soundcheck Neue Musik“ waren ausverkauft.

Mehr als 12000 Konzertbesucher kamen und auf dem Wochenmarktplatz an der großformatigen Bühne, der City Stage, sollen nach Angaben des Veranstalters, dem Radiosender NDR 2, am Freitag und Sonnabend jeweils 6000 Besucher gewesen sein.

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Und die Musik von den Newcomer-Bands hat in diesem Jahr noch besser gezogen. Dabei haben die jungen Musiker nicht nur junges Publikum in die Konzerte geholt. „Geflasht“ vom  herzlichen, begeisterten und meist auch textsicheren Publikum waren die meisten Künstler.

NDR 2-Moderator Jens Mahrhold, der am Freitag die Bühnenshows an- und absagte, erlebte, wie die Band Bastille das erlebte: „Die haben überhaupt nicht erwartet, dass das Göttinger Publikum so mitgeht“. Und andere Künstler – Maxim oder Lukas Graham Forchhammer – sagten es rundheraus, dass sie „total geflasht“ sind.

Rund 5000 Besucher wollten die  fünf Bands aus der Musikszene Deutschland hören und machten die Lokhalle am Sonnabend zur Sauna. ©Vetter

Umgekehrt war es nicht anders. „Das Konzert war nur zu kurz, aber total klasse“, findet Janina Nolte aus Herzberg. Immerhin, Dan Smith von Bastille ist durchs Publikum gegangen und ganz nah an ihr vorbei.

„Das war so toll, so unvergesslich“, sagt die 18-jährige Auszubildende später an der City Stage, wo sie auf ein Autogramm von Smith hofft. Aber das klappt nicht; Bastille rauschen nach Interview und Kurzauftritt ab.

Vielen Gästen sind die Konzerte zu kurz. Alexander Bruns und Helena Witt aus Hildesheim finden das zwar auch, kommen aber zu einem anderen Schluss. „Ich sehe heute drei Konzerte zu einem Preis, den ich sonst für ein Konzert ausgebe, mindestens“, meint Studentin Witt. Und jetzt habe sie auch in den einstündigen Gigs viel mitbekommen von Bastille, Lukas Graham und Maxim.

Alex Hepburn, Maxim, Bastille, Lukas Graham: Die Bilder vom Freitag. ©Theodoro da Silva

Ob das Festival im vergangenen Jahr auch schon so ein Konzept hatte, rätseln auf dem Wochenmarkt drei ältere Herren. Die Göttinger haben davon erst in diesem Jahr etwas mitbekommen.

„Auf jeden Fall ist es eine gute Sache für Göttingen“, meint Werner Kless, auch weil es etwas für Leute bietet, die sich einen Konzertbesuch nicht leisten können. Im nächsten Jahr will er seine erwachsenen Kinder zu einem der Konzerte oder dem Finale einladen. Im nächsten Jahr?

Ja, es gibt ein nächstes Mal. Das verkündet der Programmchef von NDR 2, Torsten Engel, am Sonnabend kurz vor Beginn des Finales „Musikszene Deutschland“ in der Lokhalle: „Der Termin steht. Vom 11. bis 13. September gibt es das dritte Festival in Göttingen. Die Suche nach den besten Newcomern für 2014 beginnt am Montag.“

Zehn Konzerte an vier Orten in drei Tagen, eine Bühne auf dem Wochenmarktplatz mit Zusatzprogramm an zwei Tagen: Die Eckdaten des zweiten Festivals „NDR 2 Soundcheck Neue Musik“.

Dass es so kommt, liegt an den Zusagen der Stadtverwaltung, dass fürs Festival im nächsten Jahr dieselben Veranstaltungsorte zu denselben Bedingungen zur Verfügung stehen.

Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) hat am Sonnabend das Konzert von Passenger besucht und erklärt bei der After-Show-Party in der Lokhalle am frühen Sonntagmorgen: „Die Göttinger lieben dieses Festival. Wir freuen uns auf eine Wiederholung in 2014“.

Fotos vom Konzert der 17-jährigen Britin Birdy beim NDR Soundcheck-Festival 2013. ©Vetter
Fotos vom Konzert von Passenger, der eigentlich Mike Rosenberg, beim Soundcheckfestival 2013. ©Vetter
Fotos vom Konzert von Ryan Sheridan beim Soundcheck-Festival 2013. ©Vetter
Fotos vom Konzert von Tom Odell beim Soundcheck-Festival 2013. ©Vetter
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Tom Odell leidet auf der Bühne. Tief melancholisch singt er seine Songs. Herz-Schmerz-Storys. Das ist auch völlig okay, wenn man so eine einmalige Stimme hat. Am Sonnabend beglückte der Brite seine jubelnden Fans im Deutschen Theater – er kam, sang und das Publikum schmolz dahin!

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Den zweiten Gitarristen und den Bassmann braucht Ryan Sheridan nicht. Der Mann ist auch alleine eine Show. Und spätestens als der Ire nur mit seinem Drummer Arthur Graczyk seinen Song Jigsaw im Jungen Theater spielt, liebt ihn das Göttinger Publikum.

Britta Bielefeld 18.09.2013

Er freut sich über den freundlichen Empfang. Spaß könne er seinem Publikum allerdings nicht versprechen, warnt Passenger, der eigentlich Mike Rosenberg heißt. Seine Songs seien alle sehr traurig. Da hat er absolut recht und trotzdem verlassen seine Zuhörer die Stadthalle am frühen Sonnabend nach einer guten Stunde geradezu beseelt.

15.09.2013