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Soundcheck Festival 2014 5000 Besucher beim NDR2-Soundcheck-Finale in Göttingen
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19:31 14.09.2014
Der neue Sänger hat sein Surfboard mitgebracht: Sven Lauer von Jupiter Jones. Quelle: Theodoro da Silva
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Göttingen

Zu Beginn überlassen die NDR2-Moderatoren schnell der ersten Band die Bühne.

Glasperlenspiel sorgt mit Elektro-Pop für einen rasanten Start in den dreistündigen Abend. Die Gruppe vom Bodensee performt Hits wie „Echt“ oder „Freundschaft“. Synthesizer sowie Gesang von Daniel Grunenberg und die Stimme von Carolin Niemczyk lassen die ersten Besucher von „Musikszene Deutschland“ sofort tanzen.

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Zwischen den sechs Auftritten des Abends gibt es Ausschnitte aus den Konzerten des Festivals zu sehen. Ponik und Petersen sprechen mit den Künstlern, die alle eine Handvoll Lieder präsentieren. Hier verrät  Sven Lauer beispielsweise, dass er zunächst nicht der Sänger von Jupiter Jones werden wollte, obwohl er der Wunschkandidat der Band war.

Eine Nummer zu groß für mich

„Nee, das ist eine zu große Nummer für mich“, soll seine erste Reaktion gewesen sein, sagt der Freund aus Kindertagen. Dass Lauer den Platz von Nicholas Müller, der aus gesundheitlichen Gründen die Band verlassen hatte, ausfüllen kann, zeigt er in der Lokhalle. Seine Stimme ist ähnlich rau wie die von Müller, aber irgendwie doch anders. Trotzdem überzeugt er. Nicht zuletzt durch das Crowdsurfen auf einem Surfboard, das er Lucy nennt.  

Wellen sind auch bei der Band Juli ein Thema. So starteten die Gießener unter anderem mit „Perfekte Welle“ richtig durch. Nun haben sie mit „Insel“ ein neues Album rausgebracht. Die alten Juli-Songs kommen wie so oft beim Publikum aber besser an. Das dürfte auch Andreas Bourani bemerkt haben.

Sein Lied „Auf anderen Wegen“, mit dem er auch am nächsten Sonnabend  beim Bundesvision-Songcontest in der Göttinger Lokhalle antreten wird, erhält ordentlich Applaus. Aber erst bei „Auf uns“ steigt das Publikum ein und singt lauthals mit.

Sido ist massentauglich geworden

Ob es den Besuchern bis dahin gefallen hat, ist Sido „scheißegal“. Auch wenn der Rapper seine Maske abgelegt hat, pflegt er weiterhin sein Bad-Boy-Image. Eine Marketingstrategie muss schließlich erhalten bleiben. So trinkt er auf der Bühne „naturtrüben Apfelsaft“, anderen als Schnaps bekannt, und zieht am Joint.

„Ich habe auf diesem Radiosender sowieso noch nicht so stattgefunden“, sagt er an die Adresse von NDR2. Stimmt nicht. So ist der Rapper doch mit gekonnten Liedern wie „Bilder im Kopf“ massentauglicher geworden und öfter im Radio zu hören. Vor allem mit Mark Fosters Song „Au Revoir“.

Das Lied ist im Begriff der Hit des Jahres zu werden. Kein Wunder, dass Forster den meisten Applaus des Abends erhält. Der ehemalige Sidekick des Komikers Kurt Krömer weiß nicht nur mit seinen Songs zu überzeugen, sondern auch mit seiner Natürlichkeit. Er hat das Publikum im Griff. Die Arbeit mit Sido kam nicht von Ungefähr. Auf der Single „Einer dieser Steine“ des Rappers singt Forster den Refrain.

Sido revanchierte sich mit einer Beteiligung an „Au Revoir“, das die beiden zum Abschluss ein zweites Mal singen.

Fotos vom NDR-Soundcheck-Festival. © Pförtner

Von Friedrich Schmidt