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Soundcheck Festival 2014 Jan Delay eröffnet NDR 2-Festival „Soundcheck Neue Musik“ in Göttingen
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23:26 22.08.2014
Zum ersten Mal mit einem Rock-Album unterwegs: der Hamburger Rapper Jan Delay. Quelle: EF
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Hamburg/Göttingen

Auch sein Vergleich des Schlagersängers Heinos mit einem „Nazi“ sorgte für Aufregung und kostete den Musiker 20 000 Euro Schadensersatz.

Beim „NDR-2-Soundcheck-Festival“ stellt er nun das Album vor, das er mit seiner Band Disco Nr. 1 aufgenommen hat. Das Eröffnungskonzert des Festivals am Donnerstag, 11. September, beginnt um 19 Uhr in der Stadthalle, Albaniplatz 2. Was der Titel bedeutet und dass das Album zumindest politisch gesehen nichts aussagt, davon erzählt Delay in einem Telefongespräch.

Der Name sei eine Anlehnung an den Spruch „Hammer und Sichel“, sagt der Mann, der weniger nasal spricht als er singt. Da das Wahrzeichen Hamburgs der „Michel“ sei und das Wort Hammer „einfach Hammer ist“, habe sich der Titel so ergeben.

In Plattenkiste der Eltern gewühlt

Nach Funk und Soul ist das Album die erste Rockplatte Delays. Gewählt habe er das Genre vor allem wegen der Energie, die er auch in seinen Live-Shows transportieren wolle. Seine erste Berührung mit Rock sei die Platte von den Ramones „Road to Ruin“ gewesen. Damals im Alter von etwa vier oder fünf Jahren habe er in der Plattenkiste seiner Eltern gewühlt und habe vor allem das Comic-Cover der Scheibe gemocht.

Ein Lieblingslied hat Delay auf seinem neuen Album nicht. „Das ist, als würdest du einen Vater fragen, welches sein Lieblingskind ist“, sagt Delay, der gerade die Geburt seiner Tochter erlebt hat, ihr „Release“, wie er es nennt. Er empfinde Liebe für die ganze Platte. Die abwechselnden Genres seien für ihn lediglich eine „Spielerei damit der Hip-Hop nicht langweilig wird“.

Wirklich treu bleibe er aber nur dem Hip-Hop, denn da komme er her. Als nächstes stehe deshalb eine Rap-Platte mit den Beginnern an, einer Hip-Hop-Gruppe um die Musiker Jan Delay, Denyo und DJ Mad. Eine weitere Rockplatte werde es erstmal nicht geben.

Anstehende Tour

Auf die Frage, welche politischen Aussagen er mit seinem Album treffen will, reagiert er verständnislos: „Was ist denn das jetzt für eine Frage?“.

Für die anstehende Tour sei „im Prinzip das gleiche wie immer“ geplant, so Delay. Das Konzert in Göttingen werde eine „Disco-Show“ sein, bei der alte und neue Songs gespielt werden. Es sei schön zu sehen „wie man alle Genre ineinander einfließen lassen kann“, meint der Musiker. Das sei es auch was ihm so viel Spaß mache. Am Ende komme eben kein „Leipziger Allerlei“ raus, sondern es passe halt.

Bei seinen letzten Besuchen in Göttingen sei er feiern gewesen und habe gute Clubs entdeckt. Er selbst habe nie studiert. Schon in der Schulzeit habe er viel Musik gemacht und anschließend habe es bereits „Bambule“ gegeben, ein erfolgreiches Album von Delay mit den Absoluten Beginnern.

Lange Zeit in die Schlagzeilen

„Ich hab nie gesagt, ich will Musiker werden. Ich hab einfach Musik gemacht“, sagt Delay. Dass das Leben im Musikgeschäft jedoch nicht immer leicht ist, zeigte sich für den Hamburger spätestens in diesem Sommer, nicht nur aufgrund der Kritik für „Hammer & Michel“, sondern auch durch den Nazi-Vergleich, der ihn über eine lange Zeit in die Schlagzeilen brachte. „Es nervt, weil es immer um Sachen geht, um die es nicht gehen sollte.“

Das gehe sogar soweit, dass Zeitungen wie die „Bild“ schon zu seinen „Feinden“ gehörten, so Delay. „Aber das ist wahrscheinlich die Konsequenz daraus, dass ich immer so eine große Klappe habe. Vielleicht sollte ich damit aufhören. Aber das werde ich nicht.“  

Von Kristin Lehmann

Jan Delay eröffnet das Festival „NDR 2 Soundcheck“ mit einem Konzert am Donnerstag, 11. September, um 19 Uhr in der Stadthalle, Albaniplatz 2.

Karten gibt es in den Tageblatt-Geschäftstellen in der Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt. Die Konzerte von London Grammar, American Authors, Familiy of the Year, Mighty Oaks und George Ezra sind bereits ausverkauft.

Gewinnspiel

Jan Delay spielt beim Festival „Soundcheck Neue Musik“ von NDR 2 in der Göttinger Stadthalle. Fünf Tageblatt-Leser mit Begleitung können je zwei Tickets gewinnen, wenn sie folgende Frage richtig beantworten:  Wie lange hielt sich Delays Album „Hammer & Michel“ auf Platz eins der Album-Charts?

Antworten können am Sonnabend, 23. August, zwischen 10 und 18 Uhr unter Telefon 0137 / 86 00 273 gegeben werden (0,50/Min. Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

pek

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