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Rock am Kauf Park Bandporträt „The Special Guests“ aus Göttingen
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11:49 16.07.2013
Gemeinsam im Band-Boot: Merten Mederacke, Julian Nowicki , Benjamin Wagner, Christopher Nötzel und Timo Meyer (von links).
Gemeinsam im Band-Boot: Merten Mederacke, Julian Nowicki , Benjamin Wagner, Christopher Nötzel und Timo Meyer (von links). Quelle: KIL
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Göttingen

„Am Anfang war es schon sehr viel Liebe“, lautet die scherzhafte Selbstkritik der Musiker der Band „The Special Guests“, wenn man sie auf den Inhalt ihrer Lieder anspricht.

Damals, kurz nach der Gründung der Band in ihrer ersten Konstellation im Oktober 2011, war Sänger Christopher Nötzel (23), genannt Chrischi, frisch verliebt und ließ seine Emotionen recht ungefiltert in ihre Indie-Rock-Songs einfließen.

Mittlerweile seien die Songs, die Nötzel zusammen mit Bassist und Backgroundsänger Merten Mederacke (19), Lead-Gitarrist Timo Meyer (23), Drummer Benjamin Wagner (23), und Sänger und Keyboarder Julian Nowicki (22) produziert, textlich aber wieder „ausbalanciert“.

Über Studien-Bekanntschaften ins Band-Boot

Mederacke ist der Neuzugang der Göttinger Truppe und dank seiner Anzeige in einem Göttinger Studentenportal seit März 2013 dabei. Wagner und Nötzel kennen sich schon aus Schulzeiten, die anderen beiden holten sie über Studien-Bekanntschaften ins Band-Boot.

„Mit unserer Musik liegen wir irgendwo zwischen Deichkind und Rammstein“, sagt Nowicki und verdeutlicht, dass die altbewährte Schublade, in die Bands gerne gesteckt werden, kaum ausreicht, um die Musik von „The special Guests“ zu beschreiben.

„Wir machen Indie-Pop-Rock, aber nicht Ultra-Indie, mit relativ poppigem Gesang“, so Nötzel. Lediglich das „The“ im Bandnamen verrate eine gewisse Nähe zu der Sparte, in der fast alle Bands ein „The“ im Namen tragen. Es klingt wie ein visionäres Orakel, wenn Wagner „The Hives, The Killers, The Special Guests“ in einer Reihe nennt.

Tatsächlich würden die Musiker mit „Rock am Kaufpark“ hinsichtlich ihrer Auftritte „ein neues Level an Größe“ erreichen, so Nötzel. Nach Auftritten auf Studentenpartys und in kleineren Clubs in Göttingen sind die Fünf sich einig: Interaktion und Spaß mit dem Publikum haben für sie Priorität.

„Wir wollen auf der Bühne nicht einen auf Mozart machen. Natürlich geben wir musikalisch unser Bestes, aber Stimmung zu machen, ist eben auch wichtig“, erklärt Nötzel die Philosophie von „The special Guests“ für das große Finale. „Live is life“, setzt Merten einen Sinnspruch hinterher.

EP namens „This is awkward“

Eine anschließende Diskussion der Bandmitglieder über die sinnhafte Anordnung von „life“ und „live“ bleibt ohne Ergebnis: „Es geht bei uns nicht um Sinn“, kommentiert Merten lachend. Dennoch ist ihre Musik nicht oberflächlich.

Die Melodien bleiben im Kopf, Gitarren- und Stimmarrangements geben Hinweise auf die gute musikalische Ausbildung und Kreativität der Bandmitglieder. „Leicht zugänglich, aber vielseitig“ beschreibt Merten den Charakter ihrer Musik. Perfektionistisch geben sich „The special Guests“ bei der Produktion der Lieder.

Nötzel steuert die Songtexte bei, von Nowicki kommen „harmonisches Feingefühl“ sowie Theoriewissen und Ideen, „wenn’s hängt“. So können die Fünf heute eine EP namens „This is awkward“ mit sechs eigenen Liedern vorweisen.

Nicht nur die große Bühne sehen die Göttinger als Herausforderung: Mit Cajon, Westerngitarre und Akustikbass in der Fußgängerzone zu spielen, ist ein weiteres Vorhaben der Gruppe und wäre „einfach mal was neues“. Generell erfinden „The special Guests“ ihre Songs gerne neu. So wird aus einem „zackigen Indisong“ schon mal eine Reggae-Akustik-Nummer.

Vielseitigkeit, Humor und Disziplin

Vielseitigkeit, Humor und nicht zuletzt Disziplin zeichnet die junge Gruppe aus: Für eine Marathon-Teilnahme nach einem Gig im Live-Club „Exil“ morgens um sechs Uhr nach Hannover fahren? Für Nötzel und Meyer kein Problem.

Bei Rock am Kaufpark muss die Ausdauer der Jungs zwar lediglich für 20 Minuten reichen, in diesen wollen sie aber „alles geben“: Einen Wettbewerb mache man schließlich „schon mit, um ihn zu gewinnen“, sagt Merten.

Von Katharina Kilburger