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Rock am Kauf Park Mischung aus „Sommerpop und auf die Fresse“
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18:33 22.07.2011
Eine Einheit: Benjamin und Maria Koch, Daniel Streckenbach (v.v.l.), Niklas Koch und Björn Bussmann (h.v.l.) sind „Peanut Gallery“.
Eine Einheit: Benjamin und Maria Koch, Daniel Streckenbach (v.v.l.), Niklas Koch und Björn Bussmann (h.v.l.) sind „Peanut Gallery“. Quelle: CR
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„Eigentlich machen wir alle schon lange in irgendwelchen Bands oder Projekten Musik“, berichtet die 32-jährige Koch, die so wie ihr Bruder Benjamin Koch (24) aus Einbeck stammt und derzeit in Hamburg lebt. Anfang des Jahres hätten die beiden Geschwister „so einen Flash gekriegt, musikalisch mal wieder was zusammen zu machen“. Ein, zwei Songs seien dabei heraus gekommen. Dann hätten sie entschlossen, sich mit weiteren Musikern zusammen zu tun. Benjamin Koch reaktivierte zwei ehemalige Bandkollegen.

Heute spielen neben Maria und Benjamin Koch (Schlagzeug) auch der 23-jährige David Streckenbach (Gitarre) und Björn Bussmann (Bass, 23 Jahre), auch aus Einbeck, bei „Peanut Gallery“. Erst seit kurzem ist der 19-jährige Niklas Koch mit an Bord und peppt die Songs mit einfachen, eingängigen Keyboardmelodien auf. „Der Bandname stand schon fest, bevor es die Band gab“, verrät Benjamin Koch. Inspiriert von einer Metallica-DVD, in der der Schlagzeuger der Metalband, Lars Ulrich, Ruhe auf den billigen Plätzen einfordert, hätten sie sich eben auf „Peanut Gallery“, also die billigen Plätze, festgelegt.

Nicht minder energiegeladen, aber mit einem anderen musikalischen Anspruch als „Metallica“ gehen „Peanut Gallery“ an ihre Songs. Weil es der Band schwer fällt, ihre Musik in eine Genre-Schublade zu packen, haben die Musiker eine eigene Formel zur Beschreibung gefunden: „Sommerpop und eins, zwei, drei, vier – auf die Fresse, fertig, los“, sagt Maria Koch und die anderen nicken zustimmend.

Obwohl die Band sich aufgrund ihrer Wohnsituation erst fünf Mal in kompletter Besetzung treffen konnte, hat „Peanut Gallery“ einige Songs geschrieben und auf Demo-CD aufgenommen. „Das funktioniert bei uns alles per E-Mail“, erklärt Gitarrist Streckenbach. Songideen würden hin- und hergeschickt und weiterentwickelt. „Vielleicht sind die einfachen Strukturen unserer Songs diesem Umstand geschuldet“, vermutet Streckenbach.

Die Texte, die Maria Koch, meist energisch und mal gefühlvoll transportiert, handeln von der „Leichtigkeit des Sommers“ oder sind „Protestsongs“, wie die Sängerin das beschreibt. Passend zur Protestattitüde geht es bei „Peanut-Gallery“ im Proberaum wild und laut zu, zumindest in den Ecken, in denen die Frontfrau gerade singt, hüpft und sich vom Rhythmus des eingängigen Punkrocks mitreißen lässt. Sie treibt ihre Bandkollegen an, fordert Tempo vom Schlagzeuger, hält die Gitarristen auf Trab. Versöhnlicher, ruhiger und klarer kommt der Song „Alles einfach“ daher. Das klingt dann nach Sommerpop.

Von Björn Dinges