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Weltweit Alles auf Anfang in „Türkisch für Anfänger“
Nachrichten Kultur Weltweit Alles auf Anfang in „Türkisch für Anfänger“
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18:29 14.03.2012
Foto: Lena (Josefine Preuß) und Cem (Elyas M’Barek) lernen sich im Kinofilm ganz neu kennen.
Lena (Josefine Preuß) und Cem (Elyas M’Barek) lernen sich im Kinofilm ganz neu kennen. Quelle: Constantin
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Die ARD-Vorabendserie „Türkisch für Anfänger“ blieb zwar immer ein wenig hinter den Quotenerwartungen zurück, aber die TV-Reihe um die deutsch-türkische Patchworkfamilie Schneider-Öztürk erarbeitete sich in drei Staffeln einen gewissen Kultstatus. Für die Kinoversion spult Drehbuchautor und Debütregisseur Bora Dagtekin noch einmal alles zurück auf Anfang und lässt in seinem „Reboot“ die Schneiders und die Oztürks neu aufeinandertreffen.

Dafür steckt er alle Spielteilnehmer in einen Urlaubsflug nach Thailand: die etwas verklemmte, aber sehr schlagfertige Lena (Josefine Preuß), deren flippige Mutter Doris (Anna Stieblich), den breitbeinigen Möchtegernrapper Cem (Elyas M’Barek), dessen streng muslimische Schwester Yagmur (Pegah Ferydoni), Vater Metin Öztürk (Adnan Maral) und den stotternden Griechen Costa (Arnel Taci). Bei einem Flugzeugabsturz landet die multikulturell durchmischte Jugend auf einer verlassenen Insel, während Vater Öztürk und Mutter Schneider gerettet und ins Urlaubsdomizil verbracht werden. In Robinson-Crusoe-Manier erforschen die Gestrandeten die ehemalige Kannibaleninsel, wobei sich Cem als Leithammel aufspielt, was die Freizeitfeministin Lena zu zahlreichen sarkastischen Bemerkungen provoziert.

Wie die TV-Serie trumpft auch die Kinoversion mit einem politisch unkorrekten Gagfeuerwerk auf. Im Maschinengewehrstakkato werden in der ersten halben Stunde die Pointen abgeschossen, wobei hier die Quantität in deutlichem Gegensatz zur Qualität der Witze steht. Der größte Fehler der Leinwandversion ist jedoch, dass die Figuren aus ihrem sozialen Kontext gelöst und in ein abgegriffenes Dschungelcamp-Setting hineingeworfen werden. Die schicke Strand- und Tropenkulisse sorgt zwar für kinotaugliche Bacardi-Werbebilder, aber vom Culture-Clash, der die TV-Serie so erfolgreich gemacht hat, bleibt in dieser neutralen Zone kaum noch etwas übrig.

Stattdessen wird ein äußerst unoriginelles Balzritual zwischen Supermacho und Oberzicke in Gang gebracht, das nach ein paar gelungenen Verbalparaden über die 110 Kinominuten seine dramaturgische Spannkraft rapide verliert. 

Nachträglicher Pilotfilm mit schöner Kulisse und schwachen Gags. Cinemaxx Nikolaistraße, Cinemaxx Raschplatz, CineStar, Utopia. 

dpa

14.03.2012
13.03.2012
13.03.2012