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Weltweit Beuys-Witwe unterliegt im Streit um Fotoaktion
Nachrichten Kultur Weltweit Beuys-Witwe unterliegt im Streit um Fotoaktion
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20:28 16.05.2013
Das Beuys-Museum Schloss Moyland darf 18 Fotos der Aktion wieder zeigen. Quelle: dpa
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Karlsruhe/Düsseldorf

Ende eines jahrelangen Rechtsstreits: Die Witwe des Künstlers Joseph Beuys kann das Ausstellen von Fotos einer Fett- und Schokoladenaktion ihres Mannes von 1964 nicht mehr verbieten. Das Beuys-Museum Schloss Moyland darf 18 Fotos der Aktion wieder zeigen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob am Donnerstag letztinstanzlich ein Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf auf und änderte ein Landgerichtsurteil ab, wonach das Museum vor vier Jahren die Foto-Serie abhängen musste (AZ: I ZR 28/12).

Die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst, die die Interessen der Künstler-Witwe Eva Beuys vertritt, muss die Kosten des Rechtsstreits tragen. Der Streitwert für die Revision wird auf 200 000 Euro festgesetzt.

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Der Vorsitzende BGH-Richter Joachim Bornkamm sprach von einem „interessanten und nicht ganz einfachen Fall“. Nach Ansicht der Klägerin sind die Fotos der Aktion eine „unzulässige Bearbeitung“. Um das beurteilen zu können, hätte man aber die ganze Original-Aktion kennen müssen, sagte Bornkamm bei der Urteilsverkündung. „Wir kennen nur einzelne Aspekte.“ Eine Aufzeichnung der Aktion gibt es nicht. Bornkamm verwies auch darauf, dass Beuys die Fotoserie selbst inszeniert habe.

Joseph Beuys (1921-1986) hatte vor 50 Jahren live in der ZDF-„Drehscheibe“ aus Margarine-Riegeln eine Fettecke hergestellt, mit Schokolade ein Transparent gemalt und einen Spazierstock mit Fett verlängert. Der Fotograf Manfred Tischer hatte die exzentrische Performance auf Wunsch von Beuys festgehalten.

18 Fotos davon stellte das Beuys-Museum aus, musste sie aber 2009 wieder abhängen. Das Landgericht und das Oberlandesgericht Düsseldorf sprachen das Urheberrecht an den Aufnahmen des 2008 gestorbenen Fotografen Eva Beuys zu. Nach Ansicht der Düsseldorfer Richter hatte Tischer die Aktionskunst von Beuys durch die Fotos umgestaltet. Die Ausstellung hätte deshalb von der Witwe genehmigt werden müssen.

Das Museum geht davon aus, dass ein „Medienstar“ wie Beuys, für den Öffentlichkeit wichtig war, mit der Präsentation der Fotos einverstanden gewesen wäre. „Wir sahen deshalb keine Notwendigkeit nachzufragen“, sagte die künstlerische Direktorin Bettina Paust, am Donnerstag am Rande der BGH-Verhandlung der Nachrichtenagentur dpa.

Der Anwalt der Beuys-Witwe und damals zuständige Vorstand der VG Bild-Kunst, Gerhard Pfennig, hatte betont: Es gehe nicht darum, Dokumentationsfotografie zu verbieten. Aus der Live-Aktion eine eigene Foto-Serie zu machen, sei aber unzulässig. Ein Vertreter der VG Bild-Kunst sagte in der Verhandlung: „Eine Serie von 18 Aufnahmen, die die Aktion wiedergeben soll, war von der Einladung, Fotos zu machen, nicht gedeckt.“

dpa

Stefan Stosch 11.05.2013