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Weltweit Britt-Marie war hier: Für Träume ist es nie zu spät
Nachrichten Kultur Weltweit Britt-Marie war hier: Für Träume ist es nie zu spät
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00:06 09.06.2019
Kann gut mit jungen Leuten: Britt-Marie (Pernilla August). Quelle: Prokino
Hannover

Statt Kids, die aufs Handy starren, tummeln sich zunehmend Senioren auf der Leinwand, die es auf den letzten Metern noch mal wissen wollen: Jetzt oder nie, so lautet ihre Devise. Die Generation 60+ wird aufgrund des demografischen Wandels zur interessanten Zielgruppe im Kino.

Es muss dabei nicht immer so fidel zugehen wie bei den rüstigen Rentnern in „Best Exotic Marigold Hotel“. Manche brauchen auch einen Schubs, um zu handeln. So wie Hausfrau Britt-Marie (Pernilla August), die sich seit 40 Jahren ihrem Gatten anpasst und es im geordneten Heim blitzen und blinken lässt wie im Spiegelsaal von Versailles. Als ihr Ehemann einen Herzinfarkt erleidet, eilt sie in die Klinik und findet am Bett seine Geliebte. Sie macht keine Szene, zieht aber Konsequenzen. Der Ehering wird abgestreift wie eine alte Haut.

Dass ihr das Arbeitsamt trotz ihrer 63 Lebensjahre einen Übergangsjob als Jugendbetreuerin und Fußballtrainerin in der schwedischen Pampa vermittelt, obwohl sie keine Ahnung hat, ist ein kleines Wunder. Die Eigenbrötlerin gewinnt trotz stoischer Einsilbigkeit die Herzen und Unterstützung der Dörfler und mit liebevoller Strenge auch Respekt und Zuneigung der Jugend. Britt-Marie lernt, sich selbst und andere zu mögen und zu akzeptieren.

Zwischen Mut und Wehmut

Die schwedische Regisseurin Tuva Novotny zeichnet nach dem Roman des Bestsellerautors Fredrik Backman („Ein Mann namens Ove“) die persönliche Reise einer vielschichtigen Figur zwischen Härte und Verletzlichkeit, zwischen Mut und Wehmut, trockenem Humor und milder Melancholie. Ein sanftes Porträt. Mit einer starken Botschaft: Man muss nur wagen, auf Reset zu drücken. Carpe diem! Für Träume ist es nie zu spät.

„Britt-Marie war hier“, Regie: Tuva Novotny mit Pernilla August, Peter Haber, Anders Mossling. Länge 97 Minuten, FSK 0

Von Margret Köhler / RND

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