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Weltweit Christian Friedel spielt im Siegerfilm von Cannes mit
Nachrichten Kultur Weltweit Christian Friedel spielt im Siegerfilm von Cannes mit
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22:33 25.05.2009
Von Ronald Meyer-Arlt
Dorfliebe: Christian Friedel mit Leonie Benesch Quelle: Screenshot
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Friedel, der seit 2006 fest zum Ensemble des Schauspiels Hannover gehört, hat daran einen nicht unerheblichen Anteil. In Hanekes bedrückendem Sittengemälde eines norddeutschen Dorfes am Vorabend des Ersten Weltkriegs spielt er den Dorflehrer. Diese Figur hält die unterschiedlichen Geschichten des Films zusammen, denn der Lehrer ist der Erzähler. Er berichtet von den Ereignissen im Dorf und ist eine der wenigen positiven Figuren der Geschichte.

Am Sonntag wurde „Das weiße Band“ in Cannes mit der Goldenen Palme für den besten Film ausgezeichnet – und Christian Friedel konnte in Hannover erste Glückwünsche entgegennehmen. „Das weiße Band“ ist der erste Film, in dem er überhaupt mitspielt.

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Über ein Bild im Internet wurde Regisseur Haneke auf den Schauspieler aus Hannover aufmerksam. Er hatte einen Sympathieträger gesucht – und mit Friedel gefunden. Viermal musste der Schauspieler zum Casting nach Berlin reisen, dann stand fest, dass er die Rolle bekommt. 30 Drehtage hat Friedel absolviert – ab und zu durfte er freinehmen, um abends auf der Bühne zu stehen.

Von Regisseur Haneke ist der Schauspieler immer noch ganz begeistert: „Der ist nie mit einer fertigen Interpretation am Set erschienen, sondern war immer sehr offen. Er ist ein sehr genauer Regisseur, ich konnte viel von ihm lernen, auch fürs Theater.“ In „Das weiße Band“ tritt Christian Friedel mit lauter prominenten Kollegen auf: Josef Bierbichler, Susanne Lothar, Branko Samarovski, Ulrich Tukur und Burghart Klaußner spielen in der deutsch-österreichisch-französisch-italienischen Koproduktion mit.

Und auch Klaußner stand schon ab und zu mal in Hannover auf der Bühne. Zum Beispiel in einem der Liederabende von Franz Wittenbrink. In denen singt auch Christian Friedel gern mit. Gestern war er unterwegs nach München, weil er dort an den Kammerspielen in Wittenbrinks „Männer“-Liederabend auftritt.

Die letzte große Rolle in Hannover hatte Christian Friedel (1979 in Magdeburg geboren, ausgebildet an der Otto-Falckenberg-Schule in München) als verträumter, aber gar nicht schläfriger Prinz Friedrich von Homburg. Zudem war er hier in Kleists „Der zerbrochne Krug“, in Corneilles „Triumph der Illusionen“ und als Franz Moor in Friedrich Schillers „Die Räuber“ zu sehen.

Nach der Sommerpause bekommt Hannover mit Lars-Ole Walburg einen neuen Intendanten und ein neues Schauspielensemble. Christian Friedel folgt dem alten Intendanten Wilfried Schulz ans Schauspiel Dresden.