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10:00 13.06.2013
Neue Konzepte für die kommunalen Kinos müssen her. Eine Idee: Den Zuschauer entscheiden lassen, welcher Film auf der Leinwand zu sehen sein soll. Quelle: dpa
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Frankfurt am Main

Die Umstellung auf digitale Projektionstechnik und der Trend zum 3D-Film machen den Betreibern nicht-kommerzieller Filmhäuser das Leben schwer. Ein weiteres Thema beim dreitägigen Bundeskongress der kommunalen Kinos ab Freitag in Frankfurt ist die Frage, wie Cineasten auch weiterhin Filmklassiker im Kino sehen können.

„Das kommerzielle Kino ist sehr fixiert auf neue Filme“, sagt Cornelia Klauß, Sprecherin beim Bundesverband kommunale Filmarbeit, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. „Historische Filme“ seien die Stärke kommunaler Kinos, die mit öffentlichen Geldern unterstützt werden, „wobei Filme heute schon nach zwei oder drei Jahre als historisch gelten.“

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Rund 120 Lichtspielhäuser und Filmmuseen, die mit öffentlichen Geldern unterstützt werden, haben sich im Bundesverband kommunale Filmarbeit zusammengeschlossen. Manche davon spielen drei Vorstellungen an sieben Tagen in einem eigenen Kinosaal - etwa das Kino im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt -, andere sind einmal die Woche in einem Gemeindesaal zu Gast.

Die Zahl sei seit Jahren konstant, sagt Klauß, „gerade im ländlichen Raum gibt es immer wieder Neugründungen“. Die finanzielle Lage sei schlechter geworden, die Kinos müssten sich neben den Kommunen weitere Geldgeber suchen und ihre Einnahmen steigern. Eine der Ideen: „Cinema on Demand“. Auf dem bis Sonntag dauernden Kongress wird eine Internet-Plattform vorgestellt, auf der Filmfans Privatvorstellungen ihres Lieblingsfilms in einem Kino organisieren.

„Ein Programm zu machen, einen Flyer zu drucken und ihn in drei Studentenkneipen auszulegen, das reicht schon lange nicht mehr“, sagt die Sprecherin. Um neue Zuschauer zu gewinnen, müsse man sich neuen Kommunikationsformen stellen. Bei „Cinema on Demand“ schlagen Privatpersonen Filme vor und laden über soziale Netzwerke weitere Zuschauer dazu ein. Wer für diesen Film „voten“ möchte, muss eine Karte kaufen. Sind genug Stimmen zusammen, kommt der Film ins Kino.

„Wenn das kommunale Kino eine Stärke hat, dann weil es sich als sozialer Ort versteht“, sagt Klauß. „Cinema on Demand“ könnte ein guter Weg sein, „dass Menschen einen Film im Kino gemeinsam schauen, statt ihn sich alleine zu Hause runterzuladen.“ Noch sei das Modell aber in der Experimentierphase.

dpa

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