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Weltweit Das Fenster zur Moderne: Auf den Spuren des Bauhaus-Gefühls
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14:00 09.02.2019
Der „neue Bau der Zukunft“: Das Bauhaus hat auch noch lange nach den wenigen Jahren seines Bestehens das weltweite ästhetische Empfinden beeinflusst. Quelle: Florian Monheim/Imago
Dessau

Der Mann war nicht mal Architekt. Georg Muche, 1895 geboren, war Maler. Er hatte bloß ein bisschen Privatunterricht gehabt, war aber so gut, dass er, ohne Akademieausbildung, in Berlin Malerei lehren durfte. 1920 berief Walter Gropius den jungen Mann ans Bauhaus nach Weimar. Und dort entwarf Georg Muche, eigentlich zuständig für Holzschnitzerei und Weberei, das einzige gebaute Zeugnis des Bauhauses in der Stadt, das Haus am Horn.

Es war Mitte 1923 fertig und eine Provokation auf 144 Quadratmetern. Die Straße Am Horn ist eine Villenstraße, opulente mehrstöckige Gebäude stehen dort, die damals nach Geld und Gesinde rochen und heute immer noch von Wohlstand erzählen.

Und dann entstand, am Ende der Straße, dieser Kasten, direkt oberhalb des Parks an der Ilm, nahezu in Sichtweise von Goethes Gartenhaus. Ganz schlicht. Fast simpel. Ein Stockwerk und noch irgendwas obendrauf, das wie ein halbes Stockwerk aussieht. Das war’s. Quadratisch, schnörkellos, eierschalenweiß. Ein Kunstwerk. Auch wenn die Ausführungsplanung dann doch echte Architekten wie Walter Gropius’ Partner Adolf Meyer übernahmen.

Quadratisch, schnörkellos, eierschalenweiß: Das Haus am Horn war zu seiner Zeit eine Provokation an Schlichtheit. Quelle: Tillmann Franzen

Anke Blümm schließt die Tür auf. Und nach zwei Schritten steht man im Zentrum des Hauses und sieht, was das da oben auf dem Dach ist: Kein zweiter Stock, sondern eine Art Dacherhöhung mit Fenstern, die dem 35 Quadratmeter großen Raum viel Licht geben. Das Wohnzimmer ist wie ein hoher, heller Kubus, der inmitten eines flachen Kubus steht. Hier liegt das Herz des Hauses wie des Familienlebens, alles andere gruppiert sich drum herum: Gästekammer und Arbeitsecke, das Zimmer des Herrn, das Bad, das Zimmer der Dame, Kinderzimmer und Esszimmer und Küche.

Anke Blümm, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bauhaus-Museums der Klassik-Stiftung Weimar, führt durch das Haus und erläutert die Einzelheiten: Die edlen Fensterbänke und Fußleisten aus schwarzem Opakglas, die Wärmedämmung aus imprägniertem Torf, deren Werte sich bis heute nicht verstecken müssen. Die Küche, die als die erste Einbauküche Deutschlands gelten darf. Die feinen Gropius-Türklinken.

Im Musterhaus "Am Horn" betrachtet eine Besucherin das Esszimmer. Das Haus "Am Horn" ist von der Stadt Weimar an die Klassik Stiftung Weimar übergeben worden. Es wurde vom Bauhausmeister Georg Muche entworfen und zur ersten großen Werkschau und Bauhaus-Ausstellung im Jahr 1923 mit der Unterstützung des Architekturbüros von Walter Gropius errichtet. Es zählt seit 1996 zum Unesco-Welterbe. Quelle: Martin Schutt/dpa

Negativ zu vermerken: zu viele gefangene Räume. Dann verweist Anke Blümm noch darauf, dass zwar die Anordnung der Zimmer so beschaffen ist, dass die Hausfrau von der Küche oder von ihrem Raum aus die Kinder im Blick behalten kann. Aber es gibt eben ein Herren- und ein Damen- und kein Eheschlafzimmer. Das war 1923 ein Statement. Erst recht, wenn man bedenkt, dass Georg Muche damals 25 und frisch verheiratet war.

Eine Zeit der Umbrüche

Das Bauhaus kommt aus Weimar. 1919, vor hundert Jahren, wurde es gegründet. Walter Gropius, Berliner Architekt (übrigens auch ohne Di­plom), der so unterschiedliche Dinge wie die nahezu gläsernen Fagus-Werke in Alfeld, Tapeten und sogar mal eine Diesellok entworfen hat, führte damals als neuer Direktor die Kunsthochschule und die Kunstgewerbeschule in Weimar zum Staatlichen Bauhaus zusammen.

Es war eine Zeit der Umbrüche. Der Erste Weltkrieg mit seinen Grausamkeiten war ein tiefer Einschnitt gewesen, viele Menschen lebten in dem Gefühl, alles müsse anders werden. Gropius hatte vier Jahre Front hinter sich und engagierte sich vor seiner Weimarer Zeit in einer Künstlergruppe, die die Gesellschaft revolutionieren und Kriegerdenkmäler einreißen wollte.

Georg Muche, der auch Soldat gewesen war, kam als Pazifist nach Hause. Die Republik war jung, aufgewühlt, hungrig und experimentierfreudig. Gropius trat an, die Disziplinen Handwerk, Malerei, Bildhauerei und Architektur zu vereinen. Der „neue Bau der Zukunft“ werde alles zugleich sein, „Architektur und Malerei und Plastik“.

Wandmalereien von Oskar Schlemmer in der Bauhaus-Universität in Weimar. Quelle: Bert Strebe

In der heutigen Bauhaus-Universität in Weimar, der früheren Kunsthochschule, kaum zwei Kilometer Fußmarsch vom Haus am Horn entfernt, kann man noch einen Hauch dieser Stimmung erleben. Sie steckt beispielsweise in den spielerischen Wandmalereien Oskar Schlemmers im Treppenhaus, das wie das Haus am Horn anlässlich der ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 neu gestaltet wurde.

Die Bauhäusler sollten damals auf Wunsch des thüringischen Parlaments zeigen, was sie eigentlich machten, und so präsentierten sie sich vor allem mit dem Haus und seiner gesamten Ausstattung aus den verschiedenen Bauhaus-Werkstätten, von den Teppichen bis zu den Lampen, der Öffentlichkeit.

Die Presse war euphorisch. Die Bevölkerung war es nicht so sehr. Vieles aus dem Bauhaus wurde als eher karg empfunden, das Haus am Horn bekam den Spitznamen Nordpolstation, und den Kindern drohte man: „Wenn du nicht brav bist, kommst du ins Bauhaus.“

Die Kargheit war noch ungewohnt

Dabei steckte im Bauhaus gar kein Drohpotenzial – nicht, wenn man drin war. Davon erzählt beispielsweise Gropius’ Direktorenzimmer, heute (wieder) in der Uni zu besichtigen. Die ganze Ausstrahlung des Raumes, vor allem die des ebenso einladenden wie strengen gelben Besuchersessels mit der Typenbezeichnung F51, der neben dem eher bescheidenen Schreibtisch steht, ist ausgesprochen freundlich: keine Herablassung, kein Aufschauen.

So war auch die Stimmung im gesamten Bauhaus. Es gab keine Zugangsbeschränkungen, im Durchschnitt ein Drittel der Studenten waren Studentinnen, ein hoher Prozentsatz kam aus dem Ausland. Die allermeisten Fotos, die Studenten am Bauhaus zeigen, vermitteln eine Grundstimmung von Freude oder gar Begeisterung.

Das mit der Kargheit allerdings war ja nicht falsch. Es war nur vielleicht noch etwas ungewohnt, und es biss sich seinerzeit auch mit dem allgemeinen Begriff von Schönheit.

Walter Gropius Direktorenzimmer in Weimar: Ein bescheidener Schreibtisch, dafür umso mehr Sitzgelegenheiten für Besucher – unter anderem der Sessel F51. Quelle: Bert Strebe

Die Anfänge des Bauhauses, das hat die Kunsthistorikerin Magdalena Droste in ihrem Standardwerk zum Bauhaus („Bauhaus“, Taschen-Verlag) herausgearbeitet, liegen in der industriellen Revolution, genauer: in ihren Folgen wie Proletarisierung und Massenproduktion. Schon im 19. Jahrhundert bildete sich in England eine Art Gegenbewegung, sie hieß „Arts and Crafts“. Man wollte zurück ins Mittelalter, wollte, dass jeder Tisch und jeder Stuhl vom Handwerker sozusagen neu erfunden wurde.

Dieses Gedankengut – Handarbeit, Qualität und eine gewisse Spiritualität der Dinge – schwappte aufs Festland über, kam in Deutschland aber verändert an: Während die Künstler im Königreich die indus­trielle Fertigung als verpönt ansahen, fand der Gedanke einer hochwertigen Industrieproduktion auf der Basis guter künstlerischer Entwürfe in Deutschland viele Befürworter – woraus dann unter anderem der Deutsche Werkbund entstand, die Vereinigung von Künstlern, Architekten, Unternehmern und Sachverständigen. Mitbegründer: Henry van de Velde, Vorgänger von Walter Gropius in Weimar. Und dort, in Weimar, wurde dann vieles miteinander verwoben. Und teilweise später auch wieder entwirrt.

Freiheit und Interdisziplinarität

Walter Gropius war nicht unbedingt ein begnadeter Architekt. Er konnte beispielsweise zeit seines Lebens nicht zeichnen, und ein neues Buch, wie zufällig pünktlich zum Bauhaus-Jubiläum erschienen (Bernd Polster: „Walter Gropius – Der Architekt seines Ruhms“, Hanser-Verlag), versucht sich denn auch als Entzauberungsgeschichte. Dabei war es gar kein Geheimnis, dass Gropius etliche Schwächen hatte und gern andere für sich arbeiten ließ, seinen Partner Meyer bei der Architektur beispielsweise, seine zweite Frau Ise beim Abfassen von Texten.

Gropius’ Verdienste lagen anderswo: Er brachte eine neue Freiheit in die Gestaltung. Er schuf Interdisziplinarität, öffnete die Kunst fürs Handwerk und das Handwerk für die Kunst. Er holte Leute wie Lyonel Feininger und Wassily Kandinsky, Gerhard Marcks und Johannes Itten, Paul Klee und Oskar Schlemmer ans Bauhaus. Wo sie dann nicht Professoren waren, sondern Meister. Es ging nicht um Stellung. Es ging um das Be-Greifen.

Einen großen Einfluss – Stichwort: Kargheit – übte der Niederländer Theo van Doesburg von der holländischen Künstlergruppe „De Stijl“ in Weimar aus. Die Gruppe hatte sich dem Minimalismus verschrieben. Die Grundfarben Blau, Gelb und Rot sowie Schwarz und Weiß und der rechte Winkel galten als die einzig nötigen Elemente allen Ausdrucks, ob im Bild oder in der Architektur, und zwar möglichst einheitlich, auch bei unterschiedlichen Künstlern.

Öffnete die Kunst fürs Handwerk und das Handwerk für die Kunst: Der Berliner Architekt Walter Gropius ist der Gründungsvater des Bauhauses. Quelle: Imago

Diese Denkweise wurde massiv kontrastiert von Bauhaus-Meister Johannes Itten, der ein Freund des Individuellen war, in einer Kutte durch Weimar lief und, wie übrigens auch Georg Muche, zu den Anhängern einer Variante der Religion des Zoroastrismus gehörte. Itten und van Doesburg waren, wie ein Zeitgenosse notierte, nur „verwandt in ihrem unerbittlichen Starrsinn“.

Itten, der Erfinder der Farbtypenlehre, verlor diesen Kampf. Der Maler wollte sich von der Entwicklung in Deutschland hin zu mehr Industrie absetzen und das Individuum und seine Schöpfungen fördern. Gropius setzte auf Auftragsarbeiten aus Unternehmen, auf die Herstellung industriegerechter Werkstücke. Itten verließ das Bauhaus schließlich 1923.

Der Blick auf den Einzelnen verschwand

Mit ihm verschwand ein Teil des Blicks auf den Einzelnen im Bauhaus, auch wenn das Möbelensemble im Gropius-Raum immer noch etwas anderes erzählte – und das erzählte es bis zu Gropius‘ Ende, denn er nahm seine Möbel immer mit, wenn er fortzog, erst nach Dessau, dann nach Amerika. Weswegen sein Raum in der Bauhaus-Uni Weimar (wie auch die Ausstattung des Muche-Hauses und das Direktorenzimmer später in Dessau) rekonstruiert werden mussten.

Aber immerhin ist die Stimmung dort wieder erlebbar, wie im Haus am Horn, das derzeit (zum wiederholten Mal) saniert und dem Urzustand möglichst nahe gebracht wird. Es öffnet am 18. Mai. Bereits am 6. April wird das neu gebaute Weimarer Bauhaus-Museum mit 2000 Quadratmetern voller Bauhaus-Geschichte und -Exponaten eröffnet, angesiedelt zwischen Weimarhallenparks und dem (heute als Verwaltung genutzten) ehemaligen nationalsozialistischen „Gauforum“.

Nach der Vertreibung aus Weimar zog die Schule nach Dessau um. Dort entstand das ikonische, großflächig verglaste Bauhaus-Gebäudeensemble. Quelle: Bert Strebe

Einen besseren Standort konnte es gar nicht geben. Denn der Beginn der Nazi-Zeit markierte auch das Ende des Bauhauses in Deutschland. In Weimar war sogar noch früher Schluss, denn das Bauhaus kommt nicht nur aus Weimar, es wurde auch aus Weimar vertrieben.

1924 gewannen die rechten Parteien die Mehrheit im thüringischen Landtag und halbierten Gropius’ Etat. 1925 zogen Meister und Studenten nach Dessau um. Ein Jahr später konnte das beeindruckende weiße, von Gropius entworfene neue Bauhaus-Ensemble dort eingeweiht werden, mit seiner Vollverglasung des Werkstattflügels und dem markanten fünfstöckigen Ateliergebäude, das großzügige Studentenbuden bot.

Viel Platz, Licht von einer raumbreiten Fensterfront, schlichte, klare Möbel, ein Waschbecken, die winzigen, aber charakteristischen Balkone – für junge Leute war das zu jener Zeit der reine Luxus. Heute können Besucher in den Räumen übernachten (Dusche und Toilette liegen wie damals über den Flur), allerdings wurde die Ausstattung behutsam modernisiert.

„Form follows function“ – wenn auch nicht immer

In Dessau wurde die Grundlage der Zusammenarbeit des Bauhauses mit der Industrie gelegt, beispielsweise mit der Serienfertigung der Bauhaus-Leuchte von 1928 an. Die Lampe, heute eine Ikone, war schon 1923 von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker entwickelt worden.

Sie sollte, wie vieles vor allem beim späteren Bauhaus, dem von amerikanischen Architekten erfundenen Grundsatz „Form follows function“, die Form folgt der Funktion, genügen – was sie aber nicht tat: Als Leseleuchte ist das gute Stück nicht allzu geeignet, weil der Lichtkegel nicht weit genug reicht.

Aber schön ist es trotzdem, und mit den Grundsätzen ist das ja immer so eine Sache: Ursprünglich hatte das Bauhaus auch vor, Alltagsgegenstände für die einfachen Leute herzustellen, gut und trotzdem erschwinglich. Die Wagenfeld-Lampe kostete bei Markteinführung stolze 55 Reichsmark, ein einfacher Hocker war nicht unter 35 Reichsmark zu haben. So viel wandte eine Arbeiterfamilie damals monatlich für die Abzahlung von Häuschen und Garten auf.

Die berühmte Wagenfeld-Leuchte wurde 1923 von Prof. Wilhelm Wagenfeld in der Werkstatt des Weimarer Bauhaus entworfen. Quelle: Tecnolumen

Bei Führungen durch das Bauhaus Dessau lernt man viel über Lichtwirkung, die Einführung des heute allgegenwärtigen Stahlrohrs in die Möbelfertigung durch Marcel Breuer und darüber, warum manche Wandteile im Bauhaus in Gelb und Rot und Blau gestrichen sind: weil, nach den Farbkonzepten von Hinnerk Scheper, wichtige Bauteile eines Gebäudes, etwa Türöffnungen, farblich zu betonen waren.

Und dass das Grau an den weniger wichtigen Wandteilen daneben nicht flach und kalt wirkt, sondern genauso warm wie die Nachbarfarben, liegt daran, dass in das Grau auch etwas Rot und Blau und Gelb mit hineingemischt wurden.

Die Meisterhäuser einen Steinwurf weit weg, kleine, elegante, kubische Doppelhäuser mit Platz für die Familie und die persönliche künstlerische Produktion der Lehrkräfte, vermitteln zudem eine Anmutung von dem damals nach wie vor vorhandenen Aufbruchgefühl am Bauhaus.

Ein Schreibtisch im Meisterhaus von Lyonel Feininger Quelle: Bert Strebe

Was allerdings nicht mehr lange vorhielt: Nach Gropius’ Abdankung 1928 arbeiteten kurzeitig noch Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe als Direktoren, doch in den Wirren von 1932 und 1933 war dann bald Schluss, die Nazis beendeten die Moderne, vorerst jedenfalls. Und die Exiltätigkeiten von Gropius und anderen in den USA erreichten nicht mehr die Weimarer und Dessauer Strahlkraft.

Es gab viel zu kritisieren am Bauhaus. Der radikale Bruch mit der Tradition, den das Bauhaus hervorgerufen hatte, führte zu endlosen Architektendebatten. Gropius förderte die Normierung von Gegenständen und Gebäuden, seine Planungen legten den Grundstein für Plattenbauten und andere seelenlose Wohnverbrechen, und die „Unwirtlichkeit unserer Städte“, schon 1969 von Alexander Mitscherlich diagnostiziert, hat auch mit einem gewissen Bauhaus-Stildiktat zu tun, bei dem alles quadratisch, praktisch, gut sein musste.

Evolution statt Revolution

Und es stimmt: Ab einem gewissen Zeitpunkt stand beim Bauhaus die Produktion im Mittelpunkt, nicht mehr der Mensch, der das Produkt nutzen sollte. Aber das kennen wir heute ja kaum anders.

Unterm Strich bleibt, dass das Bauhaus in den kurzen 14 Jahren seines Bestehens eine – nein, keine Revolution, sondern eine Evolution entfacht hat: Es hat das Bewusstsein für Material, Form und Farbe geschärft. Und es hat das ästhetische Empfinden erweitert. Überall auf der Welt.

Bauhaus in 100 Stationen: Die Veranstaltungen zum Jubiläum

Noch nur eine Visualisierung: Am 6. April wird das neue Bauhaus-Museum in Weimar eröffnet. Quelle: Andrew Alberts

Wer gerade kein Stück Bauhaus-Mobiliar zu Hause hat, kann sich im Jubiläumsjahr auf Reisen begeben, um Design, Kunst und Weltbild der Bewegung zu ergründen. Ganz oben steht das neue Bauhaus-Museum in Weimar – selbstbewusst schlicht heißt die Eröffnungsausstellung, die ab dem 6. April läuft: „Das Bauhaus kommt aus Weimar“.

Bestand die Werkstattsammlung von Walter Gropius einst aus 160 Arbeiten, gibt es nun 13 000 Objekte für das neue Museum. Neben Möbel- und Malereiklassikern gibt es auch einen Bühnenraum, Werkstätten und Zeitdokumente zu sehen. Doch wer es nicht im April schafft, muss sich nicht grämen – schließlich läuft die Schau bis 2029.

Ebenso feiert Dessau eine Museumstaufe am 8. September. Unter dem Motto „Versuchsstätte Bauhaus“ soll auf 2100 Quadratmetern gezeigt werden, wie selbstverständlich sich die Kunstbewegung in unseren Alltag eingegliedert hat.

Triennale der Moderne"

Die Berliner wollen als dritter Bauhaus-Standort ebenfalls ihr eigenes Museum, doch sie müssen noch bis 2023 warten. Das hält das Bauhaus-Archiv aber nicht davon ab, schon jetzt eine Show zu stemmen – auch hier mit einem simplen Titel: „Original Bauhaus“ zeigt in der Berlinischen Galerie ab dem 6. September laut Ankündigung Berühmtes, Bekanntes, Wiedergefundenes und Vergessenes. Alles in Bezug aufs Bauhaus. Zusammen feiern die Städte die „Triennale der Moderne“ an drei Wochenenden im September und Oktober mit den Schwerpunkten Gropius, Modellstädte und Architektur.

Aus der Ferne setzt das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg ab dem 27. September an: Die Amateurfotografie wird vom Bauhaus ausgehend bis zur heutigen Selfie-Plattform Instagram unter die Lupe genommen. Die Fotografie in den Zwanzigerjahren beleuchtet das NRW-Forum in Düsseldorf noch bis zum 3. März.

Bauhaus im räumlichen Kontext

Welche Rollen Frauen in der Kunstbewegung gespielt haben, lässt sich in der Schau „4 Bauhausmädels“ im Angermuseum Erfurt ab 14. März untersuchen.

Wer das Bauhaus im räumlichen Kontext und ohne Museum kennenlernen möchte, kann sich der „Grand Tour der Moderne“ anschließen. Auf kürzeren und längeren Roadtrips zu Siedlungen, Industrieanlagen und anderen Kunststücken, etwa durch Stuttgart, Ulm und Karlsruhe, lässt sich das Bauhaus unmittelbar am Ort betrachten. Eine Übersicht gibt es im Netz: grandtourdermoderne.de. Wer alle 100 Stationen quer durch die Republik abgeklappert hat, kann sich wahrlich ein Bauhaus-Pilger nennen.

Von Bert Strebe

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