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Weltweit Deutsche Filmer fehlen in Cannes
Nachrichten Kultur Weltweit Deutsche Filmer fehlen in Cannes
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08:47 20.04.2012
Von Stefan Stosch
Regisseur Fatih Akin zeigt in Cannes eine Langzeitdokumentation in einem „Special Screening“. Um die Goldene Palme bewirbt sich jedoch kein deutscher Beitrag. Quelle: dpa
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Cannes

Das Programm der 65. Filmfestspiele von Cannes 2012 wurde schon einmal bekannt gegeben – am 1. April. Angeblich war die wie ein Staatsgeheimnis gehütete Wettbewerbsliste versehentlich auf der Festival-Homepage aufgetaucht. Cannes-Chef Thierry Frémaux tat die Sache sogleich als Aprilscherz der schlechteren Sorte ab. Seit gestern weiß man, dass durchaus einige Treffer dabei waren. Vom 16. bis 27. Mai sind also tatsächlich David Cronenberg mit „Cosmopolis“ und Robert Pattinson sowie der rumänische Palmen-Gewinner Cristian Mungiu mit seinem neuen Film „Beyond the Hills“ im Rennen.

Ebenso treten an: der britische Kempe Ken Loach, der dänische Dogma-Filmer Tomas Vinterberg, der Iraner Abbas Kiarostami oder auch der Brasilianer Walter Salles mit der Jack-Kerouac-Adaption „On the Road“ mit Kirsten Dunst. Die Franzosen sind wie immer stark vertreten beim Heimspiel unter Palmen, beispielsweise mit Jacques Audiard und dem Altmeister Alain Resnais.

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Auffällig ist, dass gleich zwei Österreicher sich Hoffnungen auf die Goldene Palme machen können. Das gab’s noch nie, und gleich bei beiden geht’s auch noch um Liebe der wohl eher absonderlichen Art: Michael Haneke – triumphaler Cannes-Sieger mit „Das weiße Band“ 2009 – bewirbt sich mit dem Drama „Amour“ über ein älteres Ehepaar (mit Isabelle Huppert und Jean-Lous Trintignant). Extremfilmer Ulrich Seidl beschäftigt sich in „Paradies: Liebe“ mit älteren Europäerinnen, die an den Stränden Kenias Männer für Liebesdienste kaufen. Und die Deutschen? Die bleiben draußen – abgesehen von deutschem Geld, das in einigen Produktionen steckt. Immerhin zeigt Fatih Akin in einem „Special Screening“ seine Langzeitdokumentation „Der Müll im Garten Eden“ über Umweltsünden in der Türkei.

Eröffnet wird Cannes mit Wes Andersons „Moonrise Kingdom“ mit Bruce Willis und Bill Murray. Den Abschluss macht der letzte Film des kürzlich verstorbenen französischen Regisseurs Claude Miller.

Stefan Arndt 19.04.2012