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Weltweit „Die Agentin“: Aus dem Innenleben einer Spionin
Nachrichten Kultur Weltweit „Die Agentin“: Aus dem Innenleben einer Spionin
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06:00 27.08.2019
Die Aufwärmphase ist vorbei: Es wird ernst in Teheran für die Mossad-Spionin Rachel (Diane Kruger). Quelle: Weltkino
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Fernab von allem James-Bond-Glamour legt der israelische Regisseur Yuval Adler seinen Spionagethriller „Die Agentin“ an. Kein omnipotenter Alleskönner im Smoking steht im Zentrum des Films, sondern eine Frau, die eher zufällig im Geheimdienstmilieu landet. Mal hier, mal dort hat Rachel (Diane Kruger) gelebt, bevor sie in Israel – dem Heimatland ihrer früh verstorbenen Mutter – Fuß fasste. Gerade aufgrund ihrer fehlenden familiären Bindungen gerät die vereinsamte Kosmopolitin ins Visier des israelischen Geheimdienstes.

Der in Leipzig lebende britische Jude Thomas Hirsch (Martin Freeman, „Der Hobbit“) wird vom Mossad beauftragt, die junge Frau als Agentin anzuwerben. Rachel sieht eine Chance, ihrem dahindriftenden Dasein einen Sinn zu geben, und willigt ein, getarnt als Englischlehrerin in den Iran zu reisen. Einen konkreten Auftrag hat sie zunächst nicht.

Erst einmal geht es darum, in Teheran eine glaubwürdige Existenz aufzubauen. Es ist ein langwieriger Prozess, sich in den Alltag des fremden Landes einzuarbeiten und die gefälschte Identität zur eigenen Persönlichkeit werden zu lassen. Der Zustand dauernder Selbstverleugnung unterminiert das eigene Sein.

Rachel lässt sich auf eine Affäre ein

Schließlich wird Rachel auf den Ingenieur Farhad (Caz Anvar) angesetzt. Dessen Firma will der Mossad defekte und verwanzte Computertechnologie zum Atombombenbau unterjubeln. Dass Rachel sich auf eine Affäre mit der Zielperson einlässt, gehört allerdings nicht zum Plan. Als verantwortlicher Kontaktmann fällt es Thomas zunehmend schwerer, seine Agentin zu kontrollieren.

Adler geht es in seinem zweiten Film nicht um wilde Action und illustres Ambiente. Er konzentriert sich auf die weibliche Perspektive und die psychologischen Aspekte des Berufsstandes: Er schildert die Einsamkeit, die mit einem Undercover-Einsatz einhergeht, sowie das komplexe emotionale Abhängigkeitsverhältnis zwischen Agentin und Kontaktmann, der ebenfalls in Loyalitätskonflikte gerät.

Der Autor der Romanvorlage arbeitete für den Mossad

Adler kann auf kompetentes Insiderwissen zurückgreifen. Der Autor der Romanvorlage, Yiftach Reicher Atir, war über Jahrzehnte als Brigadegeneral beim israelischen Geheimdienst tätig. So lebt „Die Agentin“ ein wenig vom John-le-Carré-Effekt und kann mit einer authentischen Innenansicht aus dem Spionagegeschäft punkten.

Doch gelingt es Adler nicht, aus diesem Kapital eine spannungsgeladene Story zu entwickeln. Die konventionelle Rückblendendramaturgie kann die lahme Plotkonstruktion nur notdürftig verschleiern, und auch im Zusammenspiel der Charaktere fehlt es an Dynamik. Diane Kruger hat in Fatih Akins NSU-Drama „Aus dem Nichts“ bewiesen, dass sie einen Film allein tragen kann. Hier gelingt es ihr nicht, sich aus der indifferenten Figurenzeichnung des Drehbuches herauszuarbeiten. Dem Film fehlen die emotionale Anbindung und die notwendige Suspense.

„Die Agentin“, Regie: Yuval Adler, mit Diane Kruger, Martin Freeman, 116 Minuten, FSK 12

Von Martin Schwickert / RND

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