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Weltweit Die Fantastischen Vier kommen ins Kino
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12:10 14.09.2019
Michi Beck, Smudo, Thomas D und And.Ypsilon (von links): Die Fantastischen Vier. Quelle: imago images / Future Image
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Wie jung sie damals aussahen. Und wie jung wir damals waren. Wir sind mit den Fantastischen Vier erst groß, dann älter geworden. Lieder von „Die da?!“ über „Sie ist weg“ und „MfG“ bis hin zu „Zusammen“ aus dem verkorksten WM-Jahr 2018 haben uns begleitet. „Du hattest gute Zeiten, / wir waren mit dabei, / wir werden dich begleiten, / wir bleiben troy. // Du hattest schlechte Zeiten, / und wir war’n auch dabei, / wir werden dich begleiten, / wir bleiben troy.“ Diese Zeilen aus dem Song „Troy“ waren irgendwie immer auch an uns gerichtet.

All diese Bilder von früher werden nun in der Dokumentation „Wer 4 sind“ ins Gedächtnis zurückgerufen, die am Sonntag ins Kino kommt. Regisseur Thomas Schwendemann hat Michi Beck, Thomas D, Smudo und And.Ypsilon intensiv befragt. Die vier Musiker haben zuweilen, wie sie selbst zugeben, Dinge von ihren Bandfreunden erfahren, die sie noch nicht wussten. „Es ist krass, wenn man sich so gut kennt wie wir, aber plötzlich in dem Film manche Sachen noch mal anders ausgesprochen werden als bislang“, sagt Michi Beck dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) in einem Interview. Der ganze Film sei „schon sehr nah, sehr echt und sehr ungeschönt. Aber das muss so sein, so ein Film muss ein bisschen kompromittierend sein, sonst wird er uninteressant.“

Mit den Fantas ins Kino

Der rote Faden des Films sind die Aufnahmen zum Album „Captain Fantastic“, das im vergangenen Jahr erschien. Die Zuschauer sehen, wie ein Song entsteht und wie Thomas D, Michi Beck und Smudo an den Textzeilen arbeiten, sie verwerfen, Neues probieren. Ehrlich erzählen die Musiker, dass es nach einer solch langen Zeit nicht mehr ganz einfach sei, neue gute Ideen zu haben. Deshalb holten sich die Vier erstmals professionelle Hilfe: Drei Hip-Hopper, unter anderem Samy Deluxe, schrieben an den Texten für das Album mit.

Zwischendurch geht es dann immer wieder in die Vergangenheit der Stuttgarter Jungs. Die ersten Konzerte, die erste lange Schlange vor der Tür, das Gefühl, es geschafft zu haben, jetzt Teil der Popwelt zu sein. Der Film ist kein kritischer Film, sondern Futter für die Fanbase. Wobei auch neutrale Zuschauer einen interessanten Blick in die Welt der Fantas bekommen. Selbst der notorisch zurückhaltende And.Ypsilon hat sich ein wenig geöffnet und plaudert über seine Welt. Ein sympathischer Film über eine sympathische Band.

Mit den Fantas in die virtuelle Welt

Ein ganz anderes Projekt im Geburtstagsjahr ist die geheime Insel Fantaventura. Dieser Ort ist in der virtuellen Welt zu entdecken. Die Fantastischen Vier haben vor Kurzem eine Virtual-Reality-Experience veröffentlicht. Diese basiert auf einem Remake des Videos zum 1993er-Song „Tag am Meer“. Mit einer speziellen Brille können die User durch diese Welt laufen, sie können sich frei im Raum bewegen und sogar Autotüren öffnen. Wer eine der herumschwebenden Blasen greift, landet in einer anderen Situation, etwa auf dem Grundstück von Thomas D, der in einem Bagger sitzt.

Smudo hat schon länger ein Faible für die neue Technik. „Mit meiner Begeisterung für VR habe ich in meinem Umfeld einige Leute infiziert. Und so kam irgendwann vor drei Jahren die Idee auf, dass man zum 30-jährigen Jubiläum eine VR-Experience produzieren könnte.“ Und Michi Beck ergänzt, die Band sei stolz darauf, „eine der ersten Bands zu sein, die mit einer Technik experimentieren dürfen, die in ein paar Jahren normal sein wird“. Die VR-Experience ist auch in abgespeckter Version mit dem normalen Smartphone möglich, sie ist über den Partner der VR-Aktion der Fantas, die Telekom, kostenlos herunterzuladen. Gedreht wurde das Video unter anderem im Babelsberger Volucap Studio. Dieses ist eines von weltweit nur zwei existierenden Studios, die auf die notwendigen hochauflösenden Rundum-Filmaufnahmen spezialisiert sind. Für die Produktion holten sich die Vier den Grimmepreisträger Georg Tschurtschenthaler und den Medienexperten Oliver Ihrens ins Boot.

Mit den Fantas ins Museum

Musiker im Museum, das ist selten. Vor allem, wenn diese Musiker noch aktiv sind. So hatten auch die Fantastischen Vier anfangs ein mulmiges Gefühl: „Wenn du Teil einer Ausstellung im Museum bist, bist du eigentlich nicht mehr in Wirklichkeit da“, sagt Michi Beck im RND-Interview. Aber er fühlt sich auch geschmeichelt: „Es ist natürlich toll, dass deine Heimatstadt dir ein halbes Jahr lang eine Sonderausstellung in einem Stadtmuseum widmet. Das bedeutet eine große Ehre für uns.“

In der Ausstellung sind jede Menge Exponate aus der Geschichte der Band zu sehen: Der rote 74er Opel Admiral aus dem Video zu „Die da?!“, T-Shirts, natürlich Fotos und Videos, alte Computer und eine Kettensäge, auf der Thomas D 2009 auf der Bühne spielte. Die Besucher können aber auch in der Ausstellung interagieren. So können sie in eine kleine Strandlandschaft gehen, die dem Video von „Tag am Meer“ nachempfunden ist. „Wir finden es großartig, dass die wahrscheinlich bekanntesten Stuttgarter der letzten drei Jahrzehnte im Stadtpalais ihre Geschichte mit uns erzählen“, sagt Museumsdirektor Torben Giese. „Und zugleich macht es einen Riesenspaß, gemeinsam mit den Fantastischen Vier das Prinzip Ausstellung neu zu denken.“ Die Ausstellung im Stadtpalais Stuttgart ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sie läuft noch bis zum 29. März 2020.

Von Kristian Teetz/RND

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