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Weltweit Wie Spazierengehen
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16:56 21.04.2014
Immer in Bewegung: Tänzer der Danza Contemporana de Cuba beim „Mambo 3 XXI“. Quelle: Weigelt
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Hannover

Zwei Choreografien von George Céspedes und eine von Rafael Bonachela - macht zusammen fast zweieinhalb Stunden Hochleistungssport für die 21 Männer und Frauen auf der Bühne. Gut, es gibt zwei kleine Pausen, aber die sind eher für die Zuschauer, um Augen und Ohren einen kurzen Moment der Ruhe zu gönnen. Die Tänzer der „Danza Contemporàna de Cuba“ atmen weder schwer noch schwitzen sie sichtbar. Tanzen, so scheint es, ist für sie wie Spazierengehen.

Die für ihren Stil aus zeitgenössischem Tanz mit afrokaribischen und spanischen Elementen bekannte Compagnie aus Havanna tourt zurzeit mit ihrem dreiteiligen Tanzabend durch Europa. Am Sonnabend hat sie zum Finale der Ostertanztage im hannoverschen Opernhaus Station gemacht. Ihre Vorstellungen pflegen den Mythos von Havanna als Weltstadt des Tanzes mit den dazu gehörigen Klischees vom unbändigen Temperament und der puren Lebensfreude. Da darf natürlich der Mambo nicht im Gepäck fehlen. Hauschoreograf Céspedes hat mit „Mambo 3 XXI“ ein Stück geschaffen, das den kubanischen Tanzstil der 1930er Jahre im 21. Jahrhundert weiterentwickelt.

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Die Deutschlandpremiere war bereits vor zwei Jahren beim Movimentos-Festival in der Wolfsburger Autostadt zu sehen. Doch auch wenn die Tänzer es seitdem vielfach aufgeführt haben, so lassen sie es doch nicht an Hingabe fehlen. Was wie ein Turnfest mit synchroner Kader-Darbietung beginnt, wird zu einer Art Battle wie man es aus dem Street Dance kennt: Einzelne Tänzer brechen aus der Gruppe aus und präsentieren Soli, die jeder nachfolgende in Sachen Dynamik und Akrobatik noch zu übertreffen versucht. Wie Derwische fegen die Akteure über die kahle Bühne. Die Musik, ein Mix aus Elektropop und Folklore, wird immer schneller, ebenso wie die Bewegungen der Tänzer. Es ist das letzte Stück und doch steigert das Ensemble noch einmal merklich das Tempo - wie 5000-Meter-Läufer kurz vor dem Ziel.

Auch Céspedes‘ Eröffnungsstück „Identidad -1“ versetzt die Tänzer ständig unter Strom. Blitzschnell wechseln die Bewegungsmuster, lösen sich Gruppen auf und finden wieder zusammen. Es ist, als blicke man durch ein auf Turbotakt gestelltes Kaleidoskop.

Weniger schwindelerregend mutet die Arbeit „Demo-N/Crazy“ des Spaniers Rafael Bonachela an. Doch der selbst ernannte „Bewegungsjunkie“ und Chef der Sydney Dance Company treibt die Tänzer dennoch zu Höchstleistungen. Das zweite Stück des Abends besticht vor allem durch seine stark athletisch geprägte Körpersprache und seine furiosen Duette. Am Ende lässt Bonachela die Tänzer im Kopfstand verharren - ein Moment der Ruhe. Bis tosender Beifall einsetzt.

Mit drei restlos ausverkauften und vom Publikum begeistert gefeierten Vorstellungen renommierter Choreografen und Compagnien hat die Oper die Erwartungen für die nächsten Ostertanztage erneut weiter hoch gesteckt.

Kerstin Hergt

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