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Weltweit Frisch aus der Fritteuse
Nachrichten Kultur Weltweit Frisch aus der Fritteuse
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17:03 27.05.2015
Von Stefan Stosch
Wenn der Vater mit dem Sohne auftischt: Percy (Emjay Anthony, l.) und Carl Casper (Jon Favreau) unterwegs. Quelle: StudioCanal
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Das Auge isst bekanntlich mit - besonders im Kino. Schließlich muss der Appetit hier allein durchs Schauen geweckt werden. So gesehen verspricht „Kiss the Cook“ dem Zuschauer das reinste Schlaraffenland - egal, ob delikate Kaviareier ins Edelrestaurant hineingetragen oder saftige Burger aus einem Imbisswagen herausgereicht werden.

Genüsslich wird in Jon Favreaus Vater-Sohn-Geschichte gebacken, gebrutzelt und geschmort, begeistert wird gerührt und geschnippelt, leidenschaftlich wird garniert und serviert. Favreau, bekannt als Regisseur der ersten beiden „Iron Man“-Filme, hat sich eine Auszeit von der Blockbuster-Völlerei genommen und sich in die abwechslungsreichere Independent-Küche begeben - und er hat für sein kulinarisches Kino auch seine „Iron Man“-Stars Robert Downey Jr. und Scarlett Johansson begeistern können.

Das Ganze ist gefilmt in sattbunten Farben, elegant ausgeleuchtet und dekorativ hergerichtet. Der Redaktion einer Gourmetzeitschrift würde es gefallen. Hier hat jede Tomate Starpotenzial, und jede Fernsehkochshow kann im Vergleich einpacken - zumal der Regisseur und Hauptdarsteller Favreau in seiner Feel- und Eat-Good-Komödie daran erinnert, dass man eine Küche gelegentlich auch mal aufräumen muss.

Als Appetitanreger funktioniert „Kiss the Cook“ allemal, auch wenn man zwischendurch in Gefahr gerät, sich an all den Leckereien sattzusehen. So ergeht es auch dem Restaurantkritiker im Nobelrestaurant, in dem Carl Casper (Favreau) Küchenchef ist: Der Kritiker mag einfach keine Schokotörtchen mit flüssigem Kern mehr anrühren, weil er diese schon seit Jahren von Casper vorgesetzt bekommt. Er stellt einen bitterbösen Verriss ins Internet.

Schuld an der Übersättigung des Kritikers ist aber gar nicht der Küchenchef: Casper agiert zwar mit der Übersicht eines menschenfreundlichen Frontgenerals in seinem Reich, doch in Wahrheit ist er ein kochender Freigeist. Bloß wird er von Restaurantbesitzer Riva (Dustin Hoffman) gezwungen, sich auf Altbewährtes zu beschränken, um keinesfalls die Stammgäste zu verärgern. Das kann nicht gut gehen.

Service

Kiss the Cook, Regie: Jon Favreau, 114 Minuten, FSK 6 Kino am Raschplatz, Cinestar, Astor

Tatsächlich schmeißt Casper bald das Handtuch - zumal er nach der Trennung von Inez (Sofia Vergara) auch seinen Sohn Percy (Emjay Anthony) nur noch selten zu Gesicht bekommt. Der Mann steckt in einer Sinn- und Lebenskrise, da kann ihm auch seine geliebte Sommelière in Gestalt von Scarlett Johansson nicht helfen. Casper reist, warum auch immer, mit Inez und Percy nach Miami, kauft sich einen heruntergekommenen Imbisswagen von einem zwielichtigen Typen (Robert Downey Jr), und ein kulinarischer Trip mit dem Sohnemann und viel kubanischer Musik durch den US-Süden beginnt.

Gern wird da ein Zwischenstopp im Café du Monde in New Orleans gemacht, um die berühmten Krapfen zu verputzen. Vor allem aber kochen Vater und Sohn von nun an Hausmannskost mit Chili und Pfiff. Hier kommen nur die besten Zutaten in die Fritteuse. Und weil sich Percy auch noch mit Twitter bestens auskennt und in den sozialen Medien tüchtig Werbung macht, wartet die Kundschaft bald schon in langen Schlangen auf das herantuckernde Gefährt - in diesen Momenten kommt der Film allerdings einem peinlichen Twitter-Werbeclip gleich.

Geschickt nimmt Regisseur Favreau den aktuellen Streetfood-Trend auf. Nebenbei schärft er unser Bewusstsein für Lebensmittel und kitzelt unsere Geschmacksnerven. Und doch dient die Kreativität in der Küche am Ende vor allem dem Zweck, die Familienzusammenführung voranzutreiben. So ist die Rezeptur dieser Komödie am Ende doch recht konventionell. Aber wir haben ja gelernt: Auch einfache Dinge schmecken, solange sie nur mit Liebe zubereitet worden sind.

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