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Weltweit Ganz Paris träumt von Götz Alsmann
Nachrichten Kultur Weltweit Ganz Paris träumt von Götz Alsmann
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19:08 28.05.2012
Von Simon Benne
Charmant: Götz Alsmann im Schauspielhaus. Quelle: Poblete
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Hannover

Das muss man sich erst mal trauen: „Im Café de la Paix in Paris / sitzt ein Mädchen wie Honig so süß“ singt Götz Alsmann. Überhaupt kreisen seine Texte an diesem Abend im ausverkauften Schauspielhaus um süße Nichtigkeiten. Es geht um Treue und Tränen, da schlagen viele Herzen, brennen Sehnsüchte, und Paare wackeln Arm in Arm irgendwohin, meist zum großen Glück. Alsmann und seine vierköpfige Band haben für ihre CD „In Paris“ französische Chansons von Serge Gainsbourg, Gilbert Becaud oder Charles Trenet zu neuem Leben erweckt. Und eingedeutscht.

Ganz grundsätzlich gewinnen ja viele Chansontexte durch ihre Fremdsprachigkeit ungemein und zeigen in der Übersetzung ihr wahres, banales Gesicht. Es sei denn, man trägt sie mit jenem dauerironischen Gestus vor, der zu Alsmann gehört wie die groteske Haartolle und die Gustav-Heinemann-Gedächtnisbrille. Alles, was an den alten Chansons heute peinlich wirken könnte, wird von dieser Ironie gebrochen: Ist doch nur Spaß! Da darf es in „Der Junge im Boot“ (Henri Salvadors „Le petit indien“) schon mal heißen: „Scheint dir dein Leben auch trübe, / den Weg weist dir immer die Liebe“.

Zwischendurch plaudert Alsmann kurzweilig über Eddie-Constantine-Filme, die damals Namen wie „Rhapsodie in Blei“ trugen, und wenn er mit dem Publikum flirtet, schaut er drein wie Henry Hübchen. Obwohl er als Pianist und näselnder Sänger den Abend auch alleine bestreiten könnte, lässt er seinen perfekt aufeinander eingespielten Musikern - gesetzten Herren in hellblauen Jacketts - viel Raum. Immer wieder gibt es präzise Vibrafonsoli (Altfrid Maria Sicking) und großflächigen Percussioneinsatz (Markus Paßlick), dazu schwingt Schlagzeuger Rudi Marhold bevorzugt den Schneebesen, und Bassist Michael Ottomar Müller zupft langsame Läufe. Das klingt teils wie eine Mischung aus „Besame Mucho“ und der Titelmusik vom Sportstudio - und dann wieder herrlich kontemplativ, etwa wenn die Truppe Yves Montands „Les feuilles mortes“ als „Der Schleier fiel“ präsentiert. Das ganze ist auf charmante Weise altmodisch. „Unaufgeregte Lebensfreude“ könnte Alsmann das nennen. Und man wüsste einmal mehr nicht, wie ironisch er das nun wieder gemeint hat. Am Ende großer Applaus.

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