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18:17 30.03.2017
Beweist noch einmal Präsenz und Klarheit: Liedermacher Hannes Wader im hannoverschen Theater am Aegi. Quelle: Wilde
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Hannover

Das ist nicht der spontane Jubel nach einem guten Konzert, es ist ergriffener, bedächtiger Respekt vor einer Lebensleistung.

Wader, der in diesem Jahr 75 Jahre alt wird, verabschiedet sich auf seiner aktuellen Tournee Abend für Abend von seinen Fans. „Es wird kein nächstes Mal mehr geben“, kündigt er an. Das Leben als reisender Musiker werde ihm zu beschwerlich. Und so verbeugt er sich, nimmt den langen Applaus zur Kenntnis und sagt entschlossen: „Macht’s gut.“

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Tickets

Auf seiner Abschiedstour tritt Hannes Wader am Sonnabend, 1. April, in Magdeburg auf. Im Herbst kommt er am 24. November nach Northeim. Karten online über den GT-Ticketshop sowie die Geschäftsstellen des Tageblattes, in Göttingen Weender Straße 44 und in Duderstadt, Marktstraße 9.

Er beweist während des Abschiedsprogramms nochmals eine solche Präsenz und Klarheit, spielt seine Lieder mit solcher Liebe zu musikalischen Details und inhaltlichen Dimensionen, dass nur allzu verständlich wird, warum er nicht abwarten will, bis all das schwindet. Hannes Wader ist ein Liedermacher der alten Schule, einer, der sich für die historische Entwicklung von Themen und Haltungen, aber auch von Formaten und Ausdrucksweisen interessiert. Er ist ein Sammler, der sich Wegbereitern und Kollegen international verbunden fühlt. Und er nimmt sich viel Zeit, das mit seinem Publikum zu teilen. Dabei benennt er Quellen und Autoren und macht transparent, wo sich Melodien und Textversionen verschränken und durchdringen.

Wader ist nie bei seiner Leidenschaft für alte Volks- und Protestlieder stehen geblieben. Er hat sein Material weitergedacht, angepasst und erlebbar gemacht. Sein letztes Tourneeprogramm erzählt viel über seine Inspirationen. Es ist eine sehr persönliche Abfolge von Liedern, eine autobiografische Reise. Dafür steht nicht nur sein Lied „Heute hier, morgen dort“ exemplarisch, mit dem er traditionell seine Konzerte eröffnet. „Damals“ ist eine Reflexion alter Ziele und Träume, „Schwestern, Brüder“ eine Referenz an verstorbene Weggefährten und „Dass wir so lang leben dürfen“ eine Feier des Augenblicks.

Wader lässt er keinen Zweifel daran, dass er kritisch und politisch geblieben ist. In seiner dritten Version von „Trotz alledem“ ermuntert er dazu, im Angesicht sozialer Ungerechtigkeiten die Idee einer besseren Welt nicht aufzugeben, und mit dem „Bürgerlied“ erinnert er an all jene, „die seit 200 Jahren für die Idee einer Republik ihr Blut vergossen haben“.

Es sagt viel über Waders Verhältnis zur Musik, dass er sich als letzte Zugabe ein gemeinsames Lied wünscht, eines, bei dem alle mitsingen können. Es ist das Antikriegslied „Sag mir, wo die Blumen sind“. Er verlässt die Bühne mit dessen letzter Zeile - und damit mit einer Frage an die Zukunft: „Wann wird man je verstehen?“