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Weltweit Historisches Museum will Zeitgeschichte stärken
Nachrichten Kultur Weltweit Historisches Museum will Zeitgeschichte stärken
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16:55 23.11.2011
Das Deutsche Historische Museum in Berlin will unter seinem neuen Chef Alexander Koch (45) stärker die Geschichte des 20. Jahrhunderts in den Blick nehmen. Quelle: dpa
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Berlin

Der Erste Weltkrieg, die Nazi-Zeit und die Nachkriegsgeschichte sollten zunächst in Sonderausstellungen ein größeres Gewicht bekommen, bis 2018/2019 sei auch eine völlige Neukonzeption der Ständigen Ausstellung geplant, sagte der seit September amtierende Museumspräsident am Mittwoch bei der ersten Vorstellung seiner Pläne. Konkrete Projekte nannte er nicht. „Ich setze auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung, aber so, dass sie auch sichtbar wird.“

Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden ist eine von der Bundesrepublik getragene Stiftung. Ziel sei, das Haus noch stärker als „DAS“ Geschichtsmuseum Deutschlands zu positionieren, sagte Koch. Zudem wolle er mit Besucheranalysen und Marktforschung Besucherinteressen aufgreifen. „Mir ist es wichtig, einen Perspektivwechsel hin zum Besucher zu wagen“, sagte er. „Das wird ein Balanceakt sein zwischen Popularität und Wissenschaftlichkeit.“

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Koch war Direktor des Historischen Museums der Pfalz, ehe er im Frühjahr zum Nachfolger des langjährigen Berliner Präsidenten Prof. Hans Ottomeyer berufen wurde. Er gilt als Vertreter einer neuen Generation von Museumsmanagern.
Die Ständige Ausstellung mit insgesamt rund 8500 Objekten will der neue Chef aus Kosten- und Personalgründen zunächst nur behutsam ändern.

Derzeit hat das Museum eigenen Angaben zufolge rund 800 000 Besucher im Jahr. Der Etat soll 2012 drastisch von 22 auf 50 Millionen Euro steigen. Der Zuwachs werde für die Miete gebraucht, die man künftig für die Liegenschaften zahlen müsse, so Koch.

frx/dpa

Ronald Meyer-Arlt 23.11.2011
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