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Weltweit Kinodebüt „Oh Boy“ Favorit für Deutschen Filmpreis
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11:33 24.04.2013
Foto: Das charmante Schwarz-Weiß-Debüt „Oh Boy", mit Tom Schilling in der Hauptrolle, ist Favorit beim Deutschen Filmpreis – und tritt damit gegen die ganz Großen an.
Das charmante Schwarz-Weiß-Debüt „Oh Boy", mit Tom Schilling in der Hauptrolle, ist Favorit beim Deutschen Filmpreis – und tritt damit gegen die ganz Großen an. Quelle: dpa (Screenshot)
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Berlin

Ein kleines, schwarz-weißes Kinodebüt gegen den mit Hollywood-Unterstützung gedrehten teuersten deutschen Film der Geschichte. Die Favoriten für den Deutschen Filmpreis, der am Freitag (26.4.) in Berlin zum 63. Mal verliehen wird, könnten nicht unterschiedlicher sein. Der Regie-Neuling Jan Ole Gerster tritt mit seinem charmanten, eleganten Berlin-Film „Oh Boy“ gegen den erfahrenen Filmemacher Tom Tykwer („Lola rennt“, „Das Parfum“) und sein Mammutprojekt „Cloud Atlas“ an.

Tykwers gemeinsam mit den US-Regisseuren Lana und Andy Wachowski („Matrix“-Trilogie) realisiertes, 100 Millionen Dollar teures Reinkarnations-Drama geht mit neun Nominierungen an den Start. Gersters Lowbudgetfilm „Oh Boy“ mit Tom Schilling als melancholischem Studienabbrecher ist ihm mit acht Nominierungen ganz dicht auf den Fersen. Chancen auf die begehrte Lola-Trophäe könnte mit sechs Nominierungen allerdings auch Margarethe von Trottas Filmbiografie „Hannah Arendt“ haben, die bereits mehr als 400.000 Kinogänger sahen.

Insgesamt sechs Filme bewerben sich um den Hauptpreis für den besten Spielfilm: Neben „Cloud Atlas“, „Oh Boy“ und „Hannah Arendt“ ist in dieser Sparte auch Oskar Roehlers Familiensaga „Quellen des Lebens“ nominiert. Weitere Nominierte sind Julian Roman Pölslers Roman-Verfilmung „Die Wand“ mit Martina Gedeck in der Hauptrolle und Cate Shortlands „Lore“ mit Shootingstar Saskia Rosendahl als Nazi-Tochter.

Die Publikumslieblinge und Kinokassen-Könige Matthias Schweighöfer („Schlussmacher“) und Til Schweiger („Schutzengel“) sind mit ihren Filmen auch in diesem Jahr wieder nicht in die Endauswahl gekommen. Über die Nominierungen und auch die Gewinner der Filmpreise entscheiden die 1400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie - Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Kameraleute, Cutter, Kostümbildner und Filmkomponisten. Die knapp drei Millionen Euro Preisgelder steuert Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei.

Ein Gewinner steht bereits fest: Der 70-jährige Regisseur Werner Herzog („Aguirre, der Zorn Gottes“, „Fitzcarraldo“) wird bei der Gala im Friedrichstadt-Palast für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zittern müssen dagegen noch die Nominierten in den Kategorien von bester Darsteller bis beste Kamera. „Oh Boy“-Titelheld Schilling ist in der Kategorie Bester Schauspieler gemeinsam mit Sabin Tambrea („Ludwig II.“) und Edin Hasanovic („Schuld sind immer die anderen“) im Rennen. Zwei weitere „Oh Boy“-Schauspieler sind als Nebendarsteller nominiert: Friederike Kempter und Michael Gwisdek.

In der Kategorie beste weibliche Hauptdarstellerin haben drei Schauspielerinnen Lola-Chancen: Barbara Sukowa für die Titelrolle in „Hannah Arendt“, Martina Gedeck für ihre Rolle in der Verfilmung des Romans „Die Wand“ von Marlen Haushofer und Birgit Minichmayr für ihre Leistung in dem Fahrerflucht-Drama „Gnade“.

Die von Mirjam Weichselbraun moderierte Filmpreisgala wird am selben Abend um 22.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

Die Nominierungen für den Deutschen Filmpreis

In 16 Kategorien wird am Freitag im Berliner Friedrichstadt-Palast der Deutsche Filmpreis 2013 verliehen. Die Nominierten sind:

BESTER SPIELFILM (Nominierungsprämie je 250.000 Euro):

„Cloud Atlas“ von Tom Tykwer, Lana Wachowski, Andy Wachowski
„Oh Boy“ von Jan Ole Gerster
„Hannah Arendt“ von Margarethe von Trotta
„Lore“ von Cate Shortland
„Quellen des Lebens“ von Oskar Roehler
„Die Wand“ von Julian Roman Pölsler

BESTER KINDERFILM (Nominierungsprämie je 125.000 Euro):

„Das Haus der Krokodile“ von Cyrill Boss, Philipp Stennert
„Kaddisch für einen Freund“ von Leo Khasin 

BESTER DOKUMENTARFILM (Nominierungsprämie je 100.000 Euro):

„Vergiss mein nicht“ von David Sieveking
„More Than Honey“ von Markus Imhoof
„Die Wohnung“ von Arnon Goldfinger 

BESTE WEIBLICHE HAUPTROLLE:

Martina Gedeck („Die Wand“)
Barbara Sukowa (Hannah Arendt“)
Birgit Minichmayr („Gnade“) 

BESTE MÄNNLICHE HAUPTROLLE:

Tom Schilling („Oh Boy“)
Sabin Tambrea („Ludwig II.)
Edin Hasanovic („Schuld sind immer die anderen“) 

BESTE WEIBLICHE NEBENROLLE:

Margarita Broich („Quellen des Lebens“)
Friederike Kempter („Oh Boy“)
Christine Schorn („Das Leben ist nichts für Feiglinge“) 

BESTE MÄNNLICHE NEBENROLLE:

Michael Gwisdek („Oh Boy“)
Robert Gwisdek („Das Wochenende“)
Ernst Stötzner („Was bleibt“) 

BESTE REGIE:

Tom Tykwer, Lana Wachowski, Andy Wachowski („Cloud Atlas“)
Jan Ole Gerster („Oh Boy“)
Margarethe von Trotta („Hannah Arendt“) 

BESTES DREHBUCH:

Pam Katz, Margarethe von Trotta („Hannah Arendt“)
Jan Ole Gerster („Oh Boy“)
Anna Maria Praßler („Schuld sind immer die anderen“) 

BESTE KAMERA/BILDGESTALTUNG:

John Toll, Frank Griebe („Cloud Atlas“)
Adam Arkapaw („Lore“)
Jakub Bejnarowicz („Gnade“) 

BESTER SCHNITT:

Alexander Berner („Cloud Atlas“)
Anja Siemens („Oh Boy“)
Anne Fabini („More Than Honey“) 

BESTES SZENENBILD:

Uli Hanisch, Hugh Bateup („Cloud Atlas“)
Udo Kramer („Die Vermessung der Welt“)
Susann Bieling („Die Abenteuer des Huck Finn“) 

BESTES KOSTÜMBILD:

Kym Barrett, Pierre-Yves Gayraud („Cloud Atlas“)
Stefanie Bieker („Lore“) - Frauke Firl („Hannah Arendt“)
Thomas Oláh („Die Vermessung der Welt“) 

BESTES MASKENBILD:

Daniel Parker, Jeremy Woodhead („Cloud Atlas“)
Astrid Weber („Hannah Arendt“)
Jeannette Latzelsberger, Gregor Eckstein, Elke Lebender, Stephanie Däbritz, Julia Rinkl („Quellen des Lebens“) 

BESTE FILMMUSIK:

Tom Tykwer, Johnny Klimek, Reinhold Heil („Cloud Atlas“)
The Major Minors, Cherilyn MacNeil („Oh Boy“)
Max Richter („Lore“) 

BESTE TONGESTALTUNG:

Markus Stemler, Ivan Sharrock, Frank Kruse, Matthias Lempert, Roland Winke, Lars Ginzel („Cloud Atlas“)
Christian Bischoff, Uve Haussig, Johannes Konecny („Die Wand“)
Benjamin Krbetschek, Holger Lehmann („Du hast es versprochen“)
Stefan Soltau, Björn Wiese, Dominik Rätz („Gnade“)

dpa/mhu

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