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Weltweit „Pain & Gain“ und wenig Spaß
Nachrichten Kultur Weltweit „Pain & Gain“ und wenig Spaß
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23:56 22.08.2013
Weiß, wie man sich fit hält: Daniel Lugo (Mark Wahlberg). Quelle: Paramount
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Hamburg

Manche Geschichten, die das Leben schreibt, sind derart unglaubwürdig, dass sie selbst in völlig überdrehten Actionkomödien absolut absurd wirken. Die drei Bodybuilder, denen in den neunziger Jahren ein Kidnapping völlig aus dem Ruder läuft, sind da keine Ausnahme. „Transformers“-Regisseur Michael Bay macht aus der realen Geschichte den zweistündigen, testosterongeschwängerten Klamauk „Pain & Gain“, der zumindest in Ansätzen den Helden des Absurden – Quentin Tarantino und den Coen-Brüdern – nacheifert.

Fitnesstrainer Daniel Lugo (Mark Wahlberg, wie man ihn aus der Calvin-Klein-Webung kennt) hat die Nase voll von seinem mittelmäßigen Leben. Er will mehr. Schließlich ist er ein Doer, ein Macher, und Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wie seine Stimme aus dem Off mantramäßig vorträgt. Passend dazu flattern immer wieder Sternenbanner in dem wolkenlosen Himmel Floridas. Schon da beschleicht den Zuschauer Zweifel, ob das Ganze bitterböse Parodie oder ebensolcher ernster Patriotismus ist

Daniels beide Bodybuilderkumpels, Paul Doyle (Dwayne Johnson) und Adrian Doorbal (Anthony Mackie), sind schnell überredet. Sie wollen den schwerreichen Victor Kershaw (Tony Shalhoub) entführen und um seine Millionen bringen. Das gelingt ihnen zunächst, doch dann geht doch so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann. Dass Victor den vermummten Daniel als seinen Personal Trainer erkennt und Doyle beginnt, mit der Geisel zu sympathisieren, ist nur der Anfang.

Bay präsentiert sein Trio als liebenswerte und zugleich menschenverachtende Loser, die auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollen. Übergewichtige strafen sie mit Verachtung, der schwule Priester, der Doyle an die Muskeln will, wird derbe verprügelt. Und um sein Mainstreampublikum nicht allzu sehr zu enttäuschen, geizt Bay nicht mit derben Sprüchen auf Stammtischniveau. Schließlich geht es einzig um Geld, Muskeln und Sex – ohne Rücksicht auf Verluste. Pralle Brüste, knackige Hintern, Sexspielzeug und Kokspartys werden zum Lebenselixier der Jungs.

Dabei trägt „Pain & Gain“ die deutliche Handschrift des einstigen Werbe- und Musikclipfilmers Bay. Mit Liebe zum Detail inszeniert er die Kulisse im Miami der neunziger Jahre. Daniel trägt Krawatte zu Kurzarmhemd, Jeansshorts und Hüfttasche, fährt ein knallrotes Cabrio und trinkt aus einem Smileykaffeebecher, dazu gibt es Gangsta-Rap. Das ist eine Weile hübsch anzusehen. Über zwei Stunden aber können Szenerie und Musik die magere Story nicht ausgleichen. Trotz teils bizarr-komischer Szenen, slapstickartiger Gewaltexzesse und einem gewissen Wortwitz bleibt „Pain & Gain“ Mainstreamaction für große Jungs.

dpa

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