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Weltweit Livestream – Rembrandts „Nachtwache“ wird öffentlich restauriert
Nachrichten Kultur Weltweit Livestream – Rembrandts „Nachtwache“ wird öffentlich restauriert
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12:22 17.10.2018
Die „Nachtwache“ von Rembrandt kriegt sein eigenes, gläsernes Atelier im Rijksmuseum in Amsterdam. Quelle: action press
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Amsterdam

Einmalig ist dieser Schritt: 350 Jahre nach dem Tod von Rembrandt wird sein berühmtestes Gemälde „Die Nachtwache“ umfassend restauriert – das allein ist nicht ungewöhnlich. Doch das Amsterdamer Rijksmuseum will das 17 Quadratmeter große Gemälde, immerhin der Publikumsmagnet des Museum, nicht in den Werkstätten verschwinden lassen, sondern die Restaurationsarbeiten vor Ort im Museum ausführen. „Vor den Augen der Besucher und vor den Augen der Welt“, sagte Museums-Direktor Taco Dibbits, soll das Gemälde von 1642 ab Juli 2019 analysiert und restauriert werden – und das sogar mit Livestream.

„Die Nachtwache ist eines der berühmtesten Gemälde der Welt, und es ist die Aufgabe des Reichsmuseums, sich darum bestmöglich zu kümmern“, sagte der Direktor. Jährlich besuchen mehr als zwei Millionen Menschen ins Rijksmuseum, das Nationalmuseum der Niederlande. Die Nachtwache ist ein zentrales Ausstellungsstück.

Das Gemälde ist das kostbarste Kunstwerk der Niederlande und gilt als Spitzenwerk von Rembrandt van Rijn (1606-1669). Das Schützen-Gemälde zeigt die Amsterdamer Bürgerwehr. Deren Kapitän Frans Banning Cocq gibt seinem Leutnant den Befehl zum Abmarsch.

Ein gläsernes Atelier für Rembrandt van Rijns Nachtwache

Die Restauratoren erhalten ein gläsernes Atelier in den Ausstellungsräumen. Das riesige Bild, immerhin 3,63 Meter mal 4,37 Meter groß, wird aus dem Rahmen genommen und auf eine spezial angefertigte Staffelei gestellt. Dann können die Experten ans Werk gehen. Sie untersuchen das Bild mit den neuesten Techniken, Scannern und Mikroskopen, untersuchen so die Farbschichten und können den Zustand der Materialen einschätzen. Häufig ergibt diese Analyse auch neue Hinweise auf die Entstehungsweise des Werkes und den Arbeitsprozess des Malers. Danach wird es restauriert. Die Arbeiten sollen auch live im Internet zu verfolgen sein. Zuletzt war die „Nachtwache“ 1976 restauriert worden, nachdem ein Mann es mit Messerstichen beschädigt hatte. Auch zwei weitere Angriffe musste das Gemälde über sich ergehen lassen: Bereits 1911 stach ein arbeitslos gewordener Mann auf das Bild ein. 1990 versprühe eine Frau Schwefelsäure auf das Bild, doch waren die Schäden nach diesem Angriff nur minimal.

Viel stärker war da ein anderer Einschnitt: Anfang des 18. Jahrhunderts zog das Gemälde aus dem Festsaal der Amsterdamer Schützengilde, für die das Bild erstellt wurde, ins Rathaus der Stadt um. Weil der Platz nicht reichte, wurde das Gemälde kurzerhand auf das heutige Format zurechtgeschnitten – vorher war es 4,02 Meter breit und 5,10 Meter hoch.

Restauration soll künstlerisches Geheimnis von Rembrandt enthüllen

Das Bild hat heute keine schweren Schäden. „Durch die Restaurierung werden wir es für die Nachwelt erhalten.“ Die Oberfläche ist nach Angaben des Kunsthistorikers vergilbt, die Farben hätten ihre Leuchtkraft verloren und manche Stellen wie etwa ein kleiner Hund seien von einer weißlichen Schicht überzogen.

Die Experten sollen auch die Farbpigmente analysieren. So erhoffen sie „hinter das künstlerische Geheimnis von Rembrandt zu kommen“, sagte Weber. Das Projekt wird mehrere Monate dauern und soll rund drei Millionen Euro kosten.

Das Gemälde von Rembrandt nimmt nicht nur wegen des prominenten Malers seinen Platz in der Kunstgeschichte ein. Auch die Komposition macht das Bild besonders: Rembrandt malte es nicht nach der damaligen Konvention als Gruppenbild. „Es ist eine dramatische Momentaufnahme, fast ein Bühnenbild, und Rembrandt zeigt Individuen“, erläuterte der Direktor der Abteilung Bildende Kunst des Museums, Prof. Gregor Weber.

Von RND / goe / dpa

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